30.01.2017, 4150 Zeichen
Während der Dow Jones diese Woche die 20.000 Punkte-Marke knacken konnte und im S&P 500 fast 70 Aktien auf neue Mehrjahres-Hochs geklettert sind, hat Williams-Sonoma schon bessere Zeiten gesehen: Seit den Rekorden vom Sommer 2015 hat der US-amerikanische Anbieter von Möbeln und exklusivem Küchenzubehör fast die Hälfte seines Börsenwerts verloren. Damit ist der Kurs nun wieder auf dem Niveau von Ende 2012 angelangt.
Wachstum im Stammgeschäft schwächt sich ab
So schlecht, wie die Börse suggeriert, steht das Unternehmen allerdings nicht da. Zwar hat sich die Dynamik des Einrichtungsgeschäfts rund um das Label Pottery Barn zuletzt abgeschwächt und auch bei den unter der Stamm-Marke Williams-Sonoma zu recht ambitionierten Preisen feilgebotenen Töpfen, Pfannen und Kochutensilien werden gewisse Sättigungseffekte sichtbar. Mit der auf jüngere Kunden und nachhaltige Materialien fokussierten Wohndesign-Linie West Elm wurde jedoch frühzeitig ein weiteres Standbein aufgebaut, das im Geschäftsjahr 2016/17 bereits auf einen Umsatzanteil von knapp 20% kommen und auch weiterhin dick zweistellig zulegen dürfte.
Für E-Commerce und Lifestyle günstig bewertet
Die Expansion von West Elm kostet jedoch Geld, auch weil man 2018 in Kooperation mit dem Betreiber DKK die ersten Boutique-Hotels eröffnen will. Die Gewinne werden deshalb wohl stagnieren. Die Analysten an der Wall Street gehen davon aus, dass der Jahresüberschuss in den kommenden zwei Jahren nicht wesentlich über 300 Mio. US-Dollar steigt. Je Aktie wären das rund 3,30 US-Dollar, so dass sich bei aktuellen Kursen um 48,00 US-Dollar ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 14 errechnet. Damit ist Williams-Sonoma auf jeden Fall deutlich günstiger bewertet als die meisten Lifestyle-Aktien – vor allem, wenn man bedenkt, dass der Konzern rund die Hälfte seiner Umsätze online erwirtschaftet.
DividendenAdel-Status scheint gesichert
Für uns ungleich wichtiger ist allerdings der DividendenAdel-Status der Aktie: Seit das 1956 im kalifornischen Sonoma Valley gegründete Unternehmen 2006 die Dividendenzahlung aufgenommen hat, gab es jedes Jahr eine Anhebung. Und nachdem die Ausschüttungsquote im Durchschnitt der letzten drei Jahre bei eher bescheidenen 43% lag, ist genügend Spielraum vorhanden, um diese Serie fortzusetzen. Finale Klarheit darüber wird es erst am 20. März geben, wenn die Jahresbilanz vorliegt. Eine kleine Erhöhung der Dividende von bislang 0,37 auf 0,39 US-Dollar sollte aber machbar sein. Für das Gesamtjahr könnten Aktionäre dann also je Aktie bis zu 1,54 US-Dollar kassieren – aktuell mehr als 3% Rendite.

Gleichwohl ist Williams-Sonoma kein Basis-Investment. Die im S&P 400 Midcap Index enthaltene Lifestyle-Aktie kommt nur für Anleger infrage, die bereits über ein gut diversifiziertes Dividenden-Depot verfügen und bei der nächsten Aufstockung mal eine Konsum-Spezialität mit Turnaround-Potential wagen wollen. Das Papier wird auch an deutschen Börsen gehandelt, allerdings fallen die Geld/Brief-Spannen bisweilen etwas üppig aus. Wer sich hier engagiert, sollte nach Möglichkeit direkt in New York ordern. Ein erstes Kauflimit kann jetzt knapp über 46,00 US-Dollar platziert werden, mit der zweiten Tranche würden wir bis zur Vorlage der Ergebnisse abwarten.
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Der Beitrag Williams-Sonoma: Lifestyle-Aktie zum Schnäppchenpreis erschien zuerst auf DividendenAdel.
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