Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Warum wir Gold wirklich nicht mögen (Hans Weitmayr)


Autor:
Hans Weitmayr

Ansparen, investieren, Geld arbeiten lassen? Alles sehr hehre Ansinnen, die Frage stellt sich aber nach dem wie und dem wohin? Sparbuch, Fonds, Aktien? Alles entweder Null- und Negativertragbringer oder Einbahnstraßen, die nur dann funktionieren, wenn die Märkte nach oben schießen und die Erträge bei der nächsten Korrektur dahinschmelzen lassen wie ein Twinni in der Augustsonne. Tatsächlich gibt es aber Wege abseits der bekannten Pfade – um diese erfolgreich zu beschreiten, braucht man aber spezielle Informationen und Ideen. Wo Sie diese finden? Raten Sie einmal ...

>> Website


>> zur Startseite mit allen Blogs

16.09.2016, 3797 Zeichen

Vier Gründe, warum wir Gold wirklich nicht mögen

Wir wissen schon: Man sollte Investments nicht emotional sehen. Nur ganz ehrlich – in Wirklichkeit ist das de facto unmöglich. Man „verliebt“ sich in manche Aktien, andere „hasst“ man wiederum, weil sie einen enttäuscht haben. Im Fall von GuruInvest.at ist es nicht so dramatisch, man könnte die Emotion als Antipathie beschreiben – und zwar Gold gegenüber.

Das hat mehrere Gründe und, wie so oft, wenn man beginnt jemanden unsympathisch zu finden, gibt es auch einen Moment, an dem alles anfängt – in meinem Fall war das, als ich zum ersten Mal Warren Buffetts Satz „Gold liegt einfach nur so herum“ las. Nun neige ich nicht zur Heldenverehrung, musste nichtsdestotrotz schmunzeln und tat diesen Sager zunächst nur als Flapsigkeit ab. Bis ich begann, über das Beaumot nachzudenken und zum dem Schluss kam: Der Mann hat recht. Gold tut einfach nichts, weder wächst noch schrumpft es, weder schüttet es Dividenden aus, noch kappt es diese und es produziert auch nichts, es wird nur zu mehr oder weniger kleinen Barren verschmolzen, am Körper getragen oder gehandelt – alles, wohlgemerkt, Passivformen. 

Und genau das macht es – zweiter Grund – unmöglich den Wert von Gold objektiv einzuschätzen: Dividendenrendite, Umsatzmarge, Ebitda? Alles Fehlanzeige. Gold ist immer nur das wert, was der Markt glaubt, dass es wert ist - ein schwurbeliger Satz, zugegeben.

Was ich an Gold auch nicht mag, ist die Tatsache, dass man mit diesem Investment langfristig fast immer verloren hat. Kann nicht sein? Immerhin war Gold doch 1979 gerade einmal 400 und 1980 rund 800 Dollar wert und jetzt sind es rund 1300 Dollar je Feinunze. Das ist korrekt. Rechnet man allerdings die Inflation hinein, entsprechen die 800 Dollar dieser Tage rund 2.300. Hatte man also Pech und ist 1980 beim Hoch eingestiegen, wäre man heute inflationsbereinigt 1.000 Euro je Unze im Minus. Hat man gehalten, würde man heute pari aussteigen.

Die Performance von DAX und Dow im Vergleicht sieht hingegen so aus – die Performance ist in Prozent und bildet rein den Index-Anstieg ab. Re-investierte Dividenden sind nicht enthalten, dann würde vor den vielen Nullen eine „6“ stehen …

Chart: DAX und Dow seit 1980:
 

Mit Dow und Dax hat man langfristig deutlich mehr Gewinn gemacht, als mit Gold. Die Dividenden sind hier noch nicht einmal mit einberechnet ...

 

Viertens und letztens hält Gold schlicht nicht, was es verspricht - allem voran das Versprechen, dass es vor Inflation schützt – dazu folgende Statistik:

 

Unter fünf Prozent Teuerung macht Gold als Inflationshedge genau keinen Sinn.

Demnach brauchen wir eine Inflation von zumindest fünf Prozent, damit Gold nennenswerte Bewegungen zeigt. Darunter, also beispielsweise bei einer dann doch recht satten Teuerung von vier Prozent ist es de facto nutzlos. 

Das heißt, Anleger kaufen Gold aus sehr vielen falschen Gründen. Was nicht bedeuten soll, dass Gold weder Wert noch Nutzen hat. In derivativer Form ist es ein gutes Spekulationsobjekt: Fast reine Charttechnik, keine Fehlentscheidungen des CEO, keine Abgasskandale und dazu höchst liquide. 

Auch physisches Gold hat trotz hoher Transaktionskosten seinen Reiz: Reißen wirklich alle Stricke, brechen  Hyperinflation und Bürgerkrieg aus, dann ist Gold natürlich eine der besten Ersatzwährungen – geschlagen fast nur von Diamanten, die man besser transportieren kann und Kalashnikovs, mit denen man besser trifft (der Goldbarrenwurf zur Selbstverteidigung neigt zu einer sehr flachen Flugkurve). Dazu ist ein Totalverlust de facto unmöglich. 

Diese ultimativen Absicherungsfunktionen gelten aber nur für physisches Gold – Zertifikate sind, wie wir gelernt haben, gerade im Ernstfall vor allem zwei Dinge: Erstens Schall und zweitens Rauch.

Im Original hier erschienen: Warum wir Gold wirklich nicht mögen


(16.09.2016)


BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Börsepeople im Podcast S24/25: Markus Tritthart




 

Bildnachweis

1. Goldbarren, Gold http://www.shutterstock.com/de/pic-156792248/stock-photo-many-gold-bars-or-ingot.html

Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, AT&S, Flughafen Wien, Amag, CPI Europe AG, voestalpine, Oberbank AG Stamm, Verbund, OMV, CA Immo, Zumtobel, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Allianz, Rheinmetall, Continental, Porsche Automobil Holding, Fresenius Medical Care, Fresenius, Zalando, Deutsche Boerse, Brenntag, adidas, Commerzbank, Infineon, MTU Aero Engines, SAP.


Random Partner

Kontron
Der Technologiekonzern Kontron AG – ehemals S&T AG – ist mit mehr als 6.000 Mitarbeitern und Niederlassungen in 32 Ländern weltweit präsent. Das im SDAX® an der Deutschen Börse gelistete Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von IoT (Internet of Things) Technologien. In diesen Bereichen konzentriert sich Kontron auf die Entwicklung sicherer und vernetzter Lösungen durch ein kombiniertes Portfolio aus Hardware, Software und Services.

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» Buy and Hold gegen Sell in May: Welche Strategie gewinnt beim ATX TR? (P...

» ATX gönnt sich Ende der Rekordwoche eine Verschnaufpause – Analysten seh...

» Österreich-Depots: Weekend-Bilanz; Verbund noch einmal erhöht (Depot Kom...

» Wiener Börse Party #1151: ATX mit kleiner Korrektur, schöne Kursziele fü...

» Börsegeschichte 8. Mai: UBM (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)

» Nachlese: Harald Weygand, Felix Lamezan-Salins, Verena Tanos, Florentina...

» PIR-News zu Post, Strabag, cyan AG, Research zu FACC, Kontron, Warimpex ...

» Am Nachmittag im Podcast: Erwin Hof lässt Buy & Hold gegen Sell in May a...

» Wiener Börse zu Mittag leichter: Flughafen Wien, UBM, Frequentis gesucht

» ATX-Trends: AT&S, RBI, Lenzing ....


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Ausgewählte Events von BSN-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    #gabb #2097

    Featured Partner Video

    Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Mit 50 abgeschrieben? Dann tu was dagegen! (CD liest Andrea Lehwald)

    kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at. Ab sofort lese ich hier auch in unregelmässigen Abständen Texte, Passagen oder Postings, die mich irgendwie erreicht haben. Immer mit Zustimmung ...

    Books josefchladek.com

    Mark Mahaney
    Polar Night
    2019/2021
    Trespasser

    Daido Moriyama
    Japan, A Photo Theater (English Version
    2018
    Getsuyosha, bookshop M

    Machiel Botman
    Heartbeat
    1994
    Volute

    Joan van der Keuken
    Achter Glas
    1957
    C. de Boer jr.

    Daido Moriyama
    Ligh and Shadow (English Version
    2019
    Getsuyosha, bookshop M


    16.09.2016, 3797 Zeichen

    Vier Gründe, warum wir Gold wirklich nicht mögen

    Wir wissen schon: Man sollte Investments nicht emotional sehen. Nur ganz ehrlich – in Wirklichkeit ist das de facto unmöglich. Man „verliebt“ sich in manche Aktien, andere „hasst“ man wiederum, weil sie einen enttäuscht haben. Im Fall von GuruInvest.at ist es nicht so dramatisch, man könnte die Emotion als Antipathie beschreiben – und zwar Gold gegenüber.

    Das hat mehrere Gründe und, wie so oft, wenn man beginnt jemanden unsympathisch zu finden, gibt es auch einen Moment, an dem alles anfängt – in meinem Fall war das, als ich zum ersten Mal Warren Buffetts Satz „Gold liegt einfach nur so herum“ las. Nun neige ich nicht zur Heldenverehrung, musste nichtsdestotrotz schmunzeln und tat diesen Sager zunächst nur als Flapsigkeit ab. Bis ich begann, über das Beaumot nachzudenken und zum dem Schluss kam: Der Mann hat recht. Gold tut einfach nichts, weder wächst noch schrumpft es, weder schüttet es Dividenden aus, noch kappt es diese und es produziert auch nichts, es wird nur zu mehr oder weniger kleinen Barren verschmolzen, am Körper getragen oder gehandelt – alles, wohlgemerkt, Passivformen. 

    Und genau das macht es – zweiter Grund – unmöglich den Wert von Gold objektiv einzuschätzen: Dividendenrendite, Umsatzmarge, Ebitda? Alles Fehlanzeige. Gold ist immer nur das wert, was der Markt glaubt, dass es wert ist - ein schwurbeliger Satz, zugegeben.

    Was ich an Gold auch nicht mag, ist die Tatsache, dass man mit diesem Investment langfristig fast immer verloren hat. Kann nicht sein? Immerhin war Gold doch 1979 gerade einmal 400 und 1980 rund 800 Dollar wert und jetzt sind es rund 1300 Dollar je Feinunze. Das ist korrekt. Rechnet man allerdings die Inflation hinein, entsprechen die 800 Dollar dieser Tage rund 2.300. Hatte man also Pech und ist 1980 beim Hoch eingestiegen, wäre man heute inflationsbereinigt 1.000 Euro je Unze im Minus. Hat man gehalten, würde man heute pari aussteigen.

    Die Performance von DAX und Dow im Vergleicht sieht hingegen so aus – die Performance ist in Prozent und bildet rein den Index-Anstieg ab. Re-investierte Dividenden sind nicht enthalten, dann würde vor den vielen Nullen eine „6“ stehen …

    Chart: DAX und Dow seit 1980:
     

    Mit Dow und Dax hat man langfristig deutlich mehr Gewinn gemacht, als mit Gold. Die Dividenden sind hier noch nicht einmal mit einberechnet ...

     

    Viertens und letztens hält Gold schlicht nicht, was es verspricht - allem voran das Versprechen, dass es vor Inflation schützt – dazu folgende Statistik:

     

    Unter fünf Prozent Teuerung macht Gold als Inflationshedge genau keinen Sinn.

    Demnach brauchen wir eine Inflation von zumindest fünf Prozent, damit Gold nennenswerte Bewegungen zeigt. Darunter, also beispielsweise bei einer dann doch recht satten Teuerung von vier Prozent ist es de facto nutzlos. 

    Das heißt, Anleger kaufen Gold aus sehr vielen falschen Gründen. Was nicht bedeuten soll, dass Gold weder Wert noch Nutzen hat. In derivativer Form ist es ein gutes Spekulationsobjekt: Fast reine Charttechnik, keine Fehlentscheidungen des CEO, keine Abgasskandale und dazu höchst liquide. 

    Auch physisches Gold hat trotz hoher Transaktionskosten seinen Reiz: Reißen wirklich alle Stricke, brechen  Hyperinflation und Bürgerkrieg aus, dann ist Gold natürlich eine der besten Ersatzwährungen – geschlagen fast nur von Diamanten, die man besser transportieren kann und Kalashnikovs, mit denen man besser trifft (der Goldbarrenwurf zur Selbstverteidigung neigt zu einer sehr flachen Flugkurve). Dazu ist ein Totalverlust de facto unmöglich. 

    Diese ultimativen Absicherungsfunktionen gelten aber nur für physisches Gold – Zertifikate sind, wie wir gelernt haben, gerade im Ernstfall vor allem zwei Dinge: Erstens Schall und zweitens Rauch.

    Im Original hier erschienen: Warum wir Gold wirklich nicht mögen


    (16.09.2016)


    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Börsepeople im Podcast S24/25: Markus Tritthart




     

    Bildnachweis

    1. Goldbarren, Gold http://www.shutterstock.com/de/pic-156792248/stock-photo-many-gold-bars-or-ingot.html

    Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, AT&S, Flughafen Wien, Amag, CPI Europe AG, voestalpine, Oberbank AG Stamm, Verbund, OMV, CA Immo, Zumtobel, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Allianz, Rheinmetall, Continental, Porsche Automobil Holding, Fresenius Medical Care, Fresenius, Zalando, Deutsche Boerse, Brenntag, adidas, Commerzbank, Infineon, MTU Aero Engines, SAP.


    Random Partner

    Kontron
    Der Technologiekonzern Kontron AG – ehemals S&T AG – ist mit mehr als 6.000 Mitarbeitern und Niederlassungen in 32 Ländern weltweit präsent. Das im SDAX® an der Deutschen Börse gelistete Unternehmen ist einer der führenden Anbieter von IoT (Internet of Things) Technologien. In diesen Bereichen konzentriert sich Kontron auf die Entwicklung sicherer und vernetzter Lösungen durch ein kombiniertes Portfolio aus Hardware, Software und Services.

    >> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » Buy and Hold gegen Sell in May: Welche Strategie gewinnt beim ATX TR? (P...

    » ATX gönnt sich Ende der Rekordwoche eine Verschnaufpause – Analysten seh...

    » Österreich-Depots: Weekend-Bilanz; Verbund noch einmal erhöht (Depot Kom...

    » Wiener Börse Party #1151: ATX mit kleiner Korrektur, schöne Kursziele fü...

    » Börsegeschichte 8. Mai: UBM (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)

    » Nachlese: Harald Weygand, Felix Lamezan-Salins, Verena Tanos, Florentina...

    » PIR-News zu Post, Strabag, cyan AG, Research zu FACC, Kontron, Warimpex ...

    » Am Nachmittag im Podcast: Erwin Hof lässt Buy & Hold gegen Sell in May a...

    » Wiener Börse zu Mittag leichter: Flughafen Wien, UBM, Frequentis gesucht

    » ATX-Trends: AT&S, RBI, Lenzing ....


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Ausgewählte Events von BSN-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      #gabb #2097

      Featured Partner Video

      Kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Mit 50 abgeschrieben? Dann tu was dagegen! (CD liest Andrea Lehwald)

      kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at. Ab sofort lese ich hier auch in unregelmässigen Abständen Texte, Passagen oder Postings, die mich irgendwie erreicht haben. Immer mit Zustimmung ...

      Books josefchladek.com

      Masahisa Fukase
      Sasuke
      2025
      Atelier EXB

      Siri Kaur
      Sistermoon
      2025
      Void

      Jack Davison
      13–15 November. Portraits: London
      2026
      Helions

      L'électrification de la ligne Paris Le Mans (photos by Roger Schall)

      1937
      Editions Perceval

      Mark Mahaney
      Polar Night
      2019/2021
      Trespasser