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Volkswagen und der Kampf David gegen Goliath (Marc Schmidt)

Bild: © www.shutterstock.com, VW, Volkswagen, FotograFFF / Shutterstock.com, Fot

Autor:
Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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22.08.2016, 2630 Zeichen

Für den Autobauer Volkswagen und dessen Aktionäre verliefen die letzten zwölf Monate alles andere als prickelnd. Der Dieselgate-Skandal dominiert nach wie vor das öffentliche Bild des Konzerns und damit auch den Aktienkurs des DAX-Titels. Nun kommt mit dem Produktionsstopp, der durch einen Zulieferer ausgelöst wurden, nicht nur das technische Know-how, sondern auch das Management, in Misskredit.

In den Medien wird bereits das Lied vom Kampf des kleinen Davids „Prevent-Gruppe“ gegen den übermächtigen Goliath VW gesungen. Doch ganz so einfach ist es wohl nicht. Zwar sind die Automobilzulieferer bekanntlich oft das schwächste Glied in der Kette einer Autoproduktion, aber aufgrund ihrer Innovationsstärke eben doch nicht immer so leicht ersetzbar, wie einen die großen Autobauer immer glauben machen wollen.

Letztlich bedeutet der Bau eines Autos heute die Stärke von vielen Unternehmen unter eine Motorhaube zu verstecken und das ganze mit einer durchschlagkräftigen Marke an den Kunden zu bringen. Im Fall von VW gelang das zuletzt dank Dieselgate immer schlechter. Daher zog man offenbar auch bei Projekten mit Zuliefern die Bandagen an. Die dank eines Generationenwechsels in einer Umbruchphase befindliche Prevent-Gruppe wiederum fand das nicht akzeptabel, da man offenbar schon Jahrzehnte gut zusammenarbeitete. Aus dem Streit um Sitzbezüge für den Passat wurde so ein Streit um Getriebegehäuse für den Golf.

Dank der Eskalation wurde aus einer Mücke so ein Elefant, der ins Eingemachte des Autobauers geht. Ein gutes Management hätte solche Risiken früh erkannt und es überhaupt nicht soweit kommen lassen. Zudem ist die Abhängigkeit bei wichtigen Teilen wie dem Getriebegehäuse für das wichtigste Fahrzeugmodell eigentlich ein Unding. Aber lange Zeit ging es offenbar gut, so dass man sich bei VW in Sicherheit wähnte.

Letztlich zeigt der Fall einmal mehr: Bei Europas größtem Autobauer liegt so einiges im Argen. Ein Unternehmen mit diesem Imageschaden hätte es nie darauf ankommen lassen dürften, so vorgeführt zu werden. Den Schaden haben nun einmal mehr Aktionäre, Mitarbeiter und andere Zulieferer, die wegen des Produktionsstopps ebenfalls keine Teile verkaufen können. Die VW-Aktie ist und bleibt ein Kandidat für die Schlagzeilen, aber nicht fürs Depot.

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