24.04.2016, 2897 Zeichen
Von Ulrich W. Hanke, boersianer.info – Das digitale Anlegermagazin
Die Europäische Zentralbank sollte sich in Geduld üben. Denn die gewünschte Preissteigerung muss sich irgendwann einfach einstellen. Allerdings ist sie dann vermutlich brandgefährlich und unkontrollierbar.
Die Europäische Zentralbank (EZB) wirft seit nunmehr mehr als einem Jahr mit billigem Geld nur so um sich. Die Notenpressen laufen sprichwörtlich auf Hochtouren und trotzdem will sich keine Inflation einstellen. Das Ziel von zwei Prozent scheint unerreichbar. Dafür sind nach Nullzinsen und Strafzinsen für Geschäftsbanken langsam auch negative Zinsen für Privatkunden – zumindest bei der Postbank – denkbar. Die Tresorhersteller reiben sich heimlich schon die Hände. Vielleicht sind auch Kopfkissen und Spaten bald hoch im Kurs. Für Gold- und Silbermünzen scheint eine gute Zeit anzubrechen. Aber auch für Aktien und andere Sachwerte bleiben die Vorzeichen positiv. Angst sollten wir übrigens eher vor Deflation haben...
Helikoptergeld könnte das Unwort des Jahres werden, würde es nur aus dem Hubschrauber der EZB fallen. Doch Geld für alle wird es vorerst nicht geben. Dafür will die EZB jetzt ab Juni Unternehmensanleihen ankaufen. Damit sollen Unternehmen ermuntert werden, sich günstiger zu refinanzieren und mehr zu investieren. Doch Auslöser für Investitionsentscheidungen sind wohl weniger niedrige Zinsen, als positive Erwartungen für die Absatzmärkte. Einzige Ausnahme sind vielleicht deutsche Häuslebauer, die die niedrigen Zinsen gerade zum Bau oder Kauf von Immobilien nutzen. Das böse Erwachen wird für sie in zehn Jahren oder später kommen. Dann wird sicher die Zahl der Zwangsversteigerungen sprunghaft ansteigen.
Auch die Inflation wird irgendwann kommen, nur Geduld. Ob sie dann allerdings so kontrollierbar ist, wie offenbar von der EZB angenommen, darf bezweifelt werden. Stabilisiert sich allein der Ölpreis, verändert sich bereits einiges. Die US-Notenbank Fed hatte angekündigt, die Zinsen in mehreren Schritten weiter anzuheben. Das stellen einige Marktteilnehmer jetzt auch schon wieder infrage. Doch die US-Wirtschaft scheint robust, robuster als die der Eurozone, wenn es nach der EZB und Mario Draghi geht. Den EZB-Präsidenten würden CSU-Politiker gerne von einem Deutschen abgelöst sehen. Den Wunsch nach der alten Bundesbank-Tradition und -Stabilität zu Zeiten der D-Mark kann ich nachvollziehen. Ob ein anderer EZB-Chef allerdings wirklich anders handeln würde? Die Amtszeit des Italieners Draghi läuft ohnehin noch bis 2019. Und ein deutscher Hoffnungskandidat, Axel Weber, warf schon einmal hin, bevor er hätte ernannt werden könnten. Dafür steuert dieser heute – außerhalb der EU und Eurozone – die Schweizer Großbank UBS.
Ihr Ulrich W. Hanke,
Chefredakteur von boersianer.info
Jetzt gratis abonnieren: http://www.boersianer.info/anmelden
Zur Person: 12 Fragen an … Ulrich W. Hanke, boersianer.info
Wiener Börse Party #1077: ATX etwas leichter, Wienerberger gesucht, ich spreche über End of an Era sowie auch den Start von etwas Neuem
Bildnachweis
Aktien auf dem Radar:Amag, Polytec Group, Verbund, Kapsch TrafficCom, Semperit, Frequentis, Wienerberger, Mayr-Melnhof, Palfinger, ATX, ATX Prime, ATX TR, FACC, Pierer Mobility, Porr, ATX NTR, Erste Group, EVN, CPI Europe AG, Lenzing, Addiko Bank, Agrana, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Josef Manner & Comp. AG, RHI Magnesita, Wolford, Österreichische Post, BASF, 3M, Fresenius Medical Care.
Random Partner
Cleen Energy AG
Die Cleen Energy AG ist im Bereich nachhaltige Stromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen und energieeffiziente LED-Lichtlösungen für Gemeinden, Gewerbe und Industrie, einem wichtigen internationalen Zukunfts- und Wachstumsmarkt, tätig.
Ein Fokusbereich ist das Umrüsten auf nachhaltige Gesamtlösungen. Zusätzlich baut CLEEN Energy den Bereich Leasing und Contracting von Licht- und Photovoltaikanlagen aus, der einen wachsenden Anteil am Umsatz ausmacht.
>> Besuchen Sie 61 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Österreich-Depots: Etwas schwächer, Austria 30 Private IR publiziert (De...
» Börsegeschichte 21.1.: Mayr-Melnhof, grosse ATX-Umstellung (Börse Geschi...
» Nachlese: Johanna Duchek RBI Mayr-Melnhof, Plädoyer Eigenkapital für Öst...
» PIR-News: wienerberger-Zahlen, Post eröffnet, neues Kursziel für Verbund...
» Wiener Börse Party #1077: ATX etwas leichter, Wienerberger gesucht, ich ...
» Wiener Börse zu Mittag schwächer: Wienerberger, EVN und Verbund gesucht
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Davos, Johanna Duchek RBI, Disney, Netflix
» ATX-Trends: Flughafen Wien, Kapsch TrafficCom ...
» Börsepeople im Podcast S23/04: Johanna Duchek
» Österreich-Depots: Schwächer (Depot Kommentar)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Kontron-CEO kauft
- Österreich-Depots: Etwas schwächer, Austria 30 Pr...
- Börsegeschichte 21.1.: Mayr-Melnhof, grosse ATX-U...
- Nachlese: Johanna Duchek RBI Mayr-Melnhof, Plädoy...
- Unser Volumensrobot sagt: Amag, Polytec, Verbund ...
- PIR-News: wienerberger-Zahlen, Post eröffnet, neu...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1066: Nach schwachem Start nun ein ATX-Drei-Königs-Springen, im wikifolio Cash-Anteil verdoppelt, Bell Hans Lang
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Elizabeth Alderliesten
Not Shameless
2025
Self published
Mikio Tobara
Document Miseinen (遠原 美喜男
1980
Seven Sha
Tenmei Kanoh
New York 1969
2014
Ishi Inc.
Livio Piatti
Schtetl Zürich
2001
Offizin Verlag
Elizabeth Alderliesten
Remember Who You Once Were
2024
Self published
