26.10.2015, 2644 Zeichen
Der Preis für den Standardbrief zum Versand innerhalb Deutschlands steigt ab 2016 auf 70 Cent. Und damit zum vierten Mal in Folge. Was ein Ärgernis für viele Verbraucher hierzulande ist, erfreut die Deutsche Post (WKN 555200). Schließlich wird auf diese Weise die Briefsparte gestützt. Diese steht wegen des Internets, E-Mails oder der Verbreitung von Messenger-Diensten wie WhatsApp unter Druck. Insgesamt ist der ehemalige Staatsmonopolist jedoch gut aufgestellt.
Besonders gut lief es zuletzt für den Bonner DAX-Konzern im internationalen Express- und im deutschen Paketgeschäft. Der Online-Handel boomt. Vor allem jetzt, kurz vor Weihnachten, reiben sich die Paketzusteller diese Welt die Hände. Schließlich ist die Geschenksaison nicht nur für den stationären Handel der Höhepunkt des Jahres, sondern natürlich auch für Internethändler wie Amazon, eBay oder Zalando. Die gekauften Pakete müssen wiederum von jemandem zu den Kunden gebracht werden. Auch aus diesem Grund hat sich das Unternehmen bis 2020 pro Jahr ein durchschnittliches EBIT-Wachstum von 8 Prozent vorgenommen.
Zu schaffen machten der Deutschen Post zuletzt dagegen der Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Verdi und das schwächelnde Frachtgeschäft. Ein schwächeres Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern käme der Deutschen Post ebenfalls nicht zugute, da der Konzern dort sehr stark vertreten ist. Zumindest den Tarifkonflikt konnte man nun aus dem Weg räumen. Gleichzeitig profitierte die Deutsche Post im ersten Halbjahr 2015 vom schwachen Euro. Da EZB-Chef Mario Draghi nun eine weitere geldpolitische Lockerung in Aussicht gestellt hat, könnte es in Sachen Währungseffekte weiterhin gut laufen.
Auch die Übernahme des niederländischen Unternehmens TNT Express durch den US-Konkurrenten FedEx dürfte der Deutschen Post wenig ausmachen. Einerseits muss eine solche Übernahme erst einmal gestemmt werden, andererseits dürfte die Tochter DHL Express auch von einer Marktbereinigung im Bereich internationale Expressendungen profitieren. Weniger große Konkurrenten dürften sich in Sachen Preiskampf auch weniger auf den Füßen stehen. Angesichts solcher Aussichten sollte die Aktie der Deutschen Post ihre Anfang Oktober gestartete Erholungsrallye fortsetzen und sich wieder in Richtung des im Frühjahr verzeichneten Allzeithochs bei etwa 31 Euro bewegen. Aktuell fehlen bis zu diese Marke rund 10 Prozent. Anleger, die überproportional und schon mit kleinen Geldbeträgen von steigenden Kursen der Deutsche-Post-Aktie profitieren möchten, könnten auf einen MiniFuture long Optionsschein der DZ Bank (WKN DG1K9H) setzen.
Bildquelle: Pressebild Deutsche Post AG
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