06.10.2015, 1744 Zeichen
Der Ölpreis bewegte sich auf Wochenfrist seitwärts. Ein Barrel der Nordseeölsorte Brent ist zuletzt 14% teurer als vor sechs Wochen.
Das militärische Eingreifen Russlands in Syrien verstärke die geopolitischen Risiken im Nahen Osten, was den Ölpreisen ebenso zugutekomme wie der drohende erste Hurrikan der Saison in den USA, sagt Jochen Stanzl, Finanzmarktanalyst bei GodmodeTrader. Rückenwind gebe den Notierungen dabei die Befürchtung, dass es zu Produktionsunterbrechungen im Golf von Mexiko kommen könnte.
Allerdings sorgt die Bewegungslosigkeit im Ölpreis dafür, dass einige Händler bereits wieder die Segel streichen. Erdöl der Sorte Brent bewegt sich seit 17 Handelstagen innerhalb einer engen Spanne zwischen 47 und 50 USD hin und her. Hedgefonds und andere spekulativ ausgerichtete Händler haben in der Woche zum vergangenen Dienstag ihre Long-Positionen auf die amerikanische Ölsorte WTI, die sich ähnlich lethargisch wie Brent entwickelte, um 9,1% gesenkt.
Die tief stehenden Ölpreise haben zu einer kräftigen Reduktion der Zahl aktiver Bohrtürme auf dem amerikanischen Festland geführt. Vor allem jene Ölbohrtürme mit geringer Effizienz und entsprechend hohen Betriebskosten seien in den vergangenen Monaten außer Betrieb genommen worden, sagt Stanzl.
Der US-amerikanische Ölausrüster Baker Hughes meldete am Freitag einen weiteren Rückgang der aktiven Bohrtürme um 26 Türme. Jetzt seien nunmehr 62% weniger Türme als im Oktober 2014 aktiv. Damals wurde ein Rekordstand von 1609 aktiven Anlagen gemessen.
"Es wird damit wahrscheinlicher, dass eine geringere Zahl aktiver Bohrtürme final auch zu einer sinkenden Ölproduktion führen wird", sagt Gene McGillian, ein Analyst bei Tradition Energy, der im "Wall Street Journal" zitiert wurde.
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