13.09.2015, 3084 Zeichen
Wer heimische Aktien bevorzugt, muss sich keine allzu großen Sorgen machen. Doch eine aktuelle Untersuchung von 2,5 Millionen Depots offenbart andere unnötige Risiken, die Kleinanleger eingehen.
Von Ulrich W. Hanke, Chefredakteur boersianer.info – Das digitale Anlegermagazin
Eine Überraschung sieht anders aus. Die vier großen Direktbanken in Deutschland haben die Wertpapierdepots ihrer Kunden ausgewertet und dabei herausgefunden: Deutsche Anleger bevorzugen heimische Aktien. Dieser Effekt trägt seit den 1990er Jahren den Namen Home Bias und ist mit Sicherheit auch in Österreich, der Schweiz und jedem anderem Land zu beobachten. Neun von zehn Lieblingsaktien der deutschen Privatanleger sind im Dax notiert, ergab die Untersuchung von Comdirect, Consorsbank, DAB Bank und ING-Diba (Aktion Pro Aktie). Top-Favorit ist BASF. Darauf folgen Daimler, Allianz und die Deutsche Telekom, die T-Aktie. Auf dem fünften Platz findet sich die einzige nichtdeutsche Aktie in den Top 10: Apple.
Von Januar bis Mai 2015 entfielen 58 Prozent der Käufe und Verkäufe auf deutsche und 42 Prozent auf ausländische Werte, heißt es in der Auswertung weiter. Auch das ist keine Überraschung. Verteufeln sollte man die Bevorzugung heimischer Aktien übrigens nicht. Zwar geht ein Anleger damit ein gewisses Klumpenrisiko ein, statt die Risiken weltweit breit zu streuen. Das ist aber in Zeiten der Globalisierung mehr und mehr zu vernachlässigen – da bin ich mir ziemlich sicher. Viele Unternehmen agieren weltweit, erzielen Teile ihres Umsatzes in Dollar, Euro und anderen Währungen. Und dann hat der Effekt ja auch noch seine guten Gründe: Über heimische Aktien wissen wir unter Umständen nicht nur mehr, wir gehen auch keine Wechselkursrisiken ein, die oft viel der Rendite aufzehren können und wir haben teils auch geringere Transaktionskosten als auf ausländischen Märkten.
Die Untersuchung der rund 2,5 Millionen Depots hat dann aber doch noch etwas durchaus Bemerkenswertes zu Tage gefördert. Privatanleger haben nämlich durchschnittlich nur 5,3 Positionen im Depot. Das ist ganz schön wenig. Zehn wären sicher besser.
Im Schnitt verfügen die Aktienbesitzer über ein Aktienvolumen von 32.872 Euro, sodass sich eine durchschnittliche Aktienpositionsgröße von 6.195 Euro ergibt. Das ist wiederum ziemlich viel je Position und ließe eine Verteilung auf zehn Positionen leicht zu. Auf das Pro und Kontra zur Größe von Depots und die Streuung bin ich übrigens auch in meinem Vortrag bei den Investment & Business Days eingegangen, den Sie via Youtube unter folgender Adresse finden: http://boersianer.info/erfolgreiche-anlagestrategien/. Das Ganze ist aber nur ein Randthema. Im Vortrag, wie auch in dieser Ausgabe von boersianer.info geht es vielmehr um erfolgreiche Anlagestrategien. Davon gibt es meiner Meinung und Erfahrung nach nur zwei: Value-Investing à la Warren Buffett und Benjamin Graham und die Kombination aus Value und Trendfolge nach James O'Shaughnessy.
Ihr Ulrich W. Hanke, Chefredakteur boersianer.info http://www.boersianer.info
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Börsepeople im Podcast S23/18: Christine Catasta
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