16.07.2015, 3403 Zeichen
Ich habe heute begonnen, meine Position in der Do&Co AG (AT0000818802) zu reduzieren. Etwas mehr als ein Drittel des Bestandes hat mich heute zu 91 Euro je Stück verlassen. Über die Gründe möchte ich in diesem Artikel kurz berichten.
Zur Vorgeschichte: ich habe meine Anteile an Do&Co im September 2013 zu einem Preis von ungefähr 32 Euro je Stück erworben. Darüber habe ich noch unter meinem Usernamen „hobbyanalyse“ im Forum des Börseexpress ausführlich berichtet (der Link zu diesem Forum findet sich im Musterdepot). Die Situation bei Do&Co war damals jene, dass die Gesellschaft eine enorme Wachstumsdynamik aufwies, eine extrem stabile finanzielle Position hatte (mit einer Eigenkapitalquote von gut 55%, einem Net Cash von 60 MEUR und relativ wenig Goodwill). Außerdem ist das Management rund um den Gründer Attila Dogudan durch seinen beeindruckenden langfristigen Track Record keinen Beweis seiner Kompetenz mehr schuldig. Der Markt hatte damals Angst vor der politischen Krise in der Türkei und Do&Co macht ungefähr ein Drittel seines Umsatzes dort. Das hatte zur Folge, dass die Gesellschaft abzüglich Net Cash ungefähr um das 11-fache des aktuellen Jahresgewinnes gehandelt wurde, obwohl man durchaus das „Zeug“ zu zweistelligen Wachstumsraten in der Zukunft hatte. Der Enterprise Value lag damals also bei ungefähr 250 MEUR. Obendrein versprach die angekündigte Absicht, einen umfangreichen Corporate Bond zu attraktiven Konditionen zu begeben, zusätzliches Wachstumspotenzial.
Was seither geschah: Do&Co war eine der stärksten Aktien am Wiener Markt. Der Kurs konnte sich inklusive Dividenden fast verdreifachen und die Gesellschaft steht ante portas zum Milliardenkonzern. Der Umsatz wurde innerhalb von zwei Geschäftsjahren von 576 auf 795 MEUR gesteigert. Das EBITDA stieg von 58 auf 80 MEUR, das EBIT von 41 auf 53,5 MEUR und der Jahresüberschuss nach Minderheiten von 22,8 MEUR auf 34,8 MEUR, wobei hier ein Sondereffekt beinhaltet ist. Obendrein wurde um gut 100 MEUR mit dem „Haas-Haus“ am Wiener Stephansplatz eine der besten Immobilien in der Bundeshauptstadt Österreichs erworben. Gleichzeitig sank die Eigenkapitalquote auf 41%, und die Net Cash Position schlug um in ein Net Debt von ungefähr 125 MEUR. Der Enterprise Value liegt bei gut 1 Mrd. EUR. Durch diese Entwicklung wurde das Unternehmen am Wiener Markt also zu einer Art „hot stock“, wie auch die nachfolgende Tabelle zeigt:
| Kennzahl | 2012/13 | 2014/15 |
| KGV (ex net cash) | 11 | 25 |
| KBV | 1,6 | 4,4 |
| EV/EBITDA | 4,3 | 12,5 |
| EV/EBIT | 6,1 | 18,7 |
Egal, nach welchem Maßstab ich das Unternehmen beurteile, es zeigt sich auch bei Fortschreibung einer extremen Wachstumsdynamik eine sehr „fürstliche“ Bewertung, weshalb ich mich dazu entschlossen habe, die Position zu reduzieren. Es kommt nämlich, wie zuvor erwähnt, noch dazu, dass erstens das aktuelle Jahresergebnis einen Sondereffekt aus einer geglückten Swap-Transaktion beinhaltet, der das Finanzergebnis schönt. Zweitens ist die Lage in der Türkei heute meines Erachtens nicht sicherer als vor zwei Jahren. Drittens profitiert Do&Co derzeit sehr stark von den gesunkenen Ölpreisen, da man sehr viel Geld im Airline Catering verdient und das wird meiner laienhaften Ansicht nicht immer so bleiben. Viertens wird es zunehmend schwerer, diese Wachstumsraten auch in Zukunft fortzusetzen, wenn man mal ein Milliardenkonzern geworden ist.
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Wiener Börse Party #1113: ATX spürbar schwächer, ytd wieder nur noch knapp im Plus, gute Sager von Christoph Boschan und Walter Oblin
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