04.07.2015, 5420 Zeichen
Vorbemerkungen von Daniel Koinegg: Heute gibt es ein besonderes Gustostückerl, nämlich einen Gastartikel von meinem Freund und Namensvetter Stefan Koinegg, der sich die jüngst abgehaltene Hauptversammlung der Do&Co AG “gegeben” hat. Vielen Dank an dieser Stelle für diesen tollen Bericht.
Kleiner Erfahrungsbericht zur ordentlichen Do&CO Hauptversammlung 2015
Recht entspannt konnten die Vorstände der Do&Co AG der 17. ordentlichen Hauptversammlung am 2.Juli im Im Platinum, UNIQA Tower, entgegenblicken. Das Unternehmen konnte im Geschäftsjahr 2014/15 eine außerordentlich gute Performance hinlegen und in allen drei Geschäftsbereichen (Airline Catering, Event Catering, Restaurants&Hotels) sowohl Umsatz als auch Gewinn steigern. Auseinandersetzungen mit den Aktionären waren nach diesen Ergebnissen eher nicht zu erwarten.
Der Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr durch den Vorstandsvorsitzenden Attila Dogudan war auch durchwegs positiv und als dieser sich bei allen Mitarbeitern weltweit dafür bedankte, dass sie ein solches Ergebnis ermöglichten, gab es einhelligen Applaus von Seiten aller Versammlungsteilnehmer.
Umsatz steigt, Margen stabil
Am stärksten fiel das Umsatzwachstum mit 66,2% in der Division International Event Catering aus – was vor allem auf die Akquisition der Arena One GmbH in München zurückzuführen ist. Beeindruckender aus meiner Sicht jedoch ist, dass in der Division Airline Catering trotz schwieriger Marktbedingungen ein Wachstum von 17,9% erzielt werden konnte.
Obwohl viele Airlines unter großem Kostendruck stehen und deshalb vor allem in der Economy Class auf kürzeren Strecken beinahe schon gänzlich auf Essensangebote verzichtet wird, schafft man es im Gegensatz zu den Konkurrenten zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen. Dies liegt zum einen am qualitativ hochwertigen Angebot von Do&Co, welches als deutliches Abgrenzungsmerkmal von anderen Anbietern dient, aber auch die Tatsache, dass man sich nicht nur auf das Airline Catering spezialisiert, schafft Vorteile. Während sich Konkurrenten nur auf das Airline Catering konzentrieren, nutzt Do&Co seine Küchen, um verschiedene Geschäftsbereiche zu beliefern. Dies erleichtert es, neue Küchen zu eröffnen, die von Anfang an gut ausgelastet sind und auch Nachfrageschwankungen in bestimmten Segmenten können durch andere Geschäftsfelder leichter ausgeglichen werden. Dieses Konzept – mehrere Bereiche aus denselben Küchen zu beliefern – bezeichnete Dogudan als den großen Marktvorteil seines Unternehmens. Es ist auch der Grund, warum Do&Co es schafft, konstant über alle Bereiche höhere Margen zu erzielen als unmittelbare Konkurrenten. Dass die Entwicklung der Margen trotz des rasanten Wachstums beinahe gehalten werden konnte (EBITDA-Marge von 10,4% auf 10,2%), ist sicher beeindruckend. Dogudan wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass vor allem auf sinnvolles Wachstum geachtet wird, also die Margen-Entwicklung wichtiger ist als die Umsatz-Entwicklung. Ein noch schnelleres Wachstum wäre seiner Aussage zufolge zwar möglich, jedoch nur auf Kosten der Margen, was nicht erstrebenswert ist. Selbst die Tatsache, dass die Margen vergangener Zukäufe (Area One, Hediard) zum Zeitpunkt der Akquisition immer unter jenen von Do&Co lagen, hatte gesamt gesehen keine großen negativen Einflüsse. Mithilfe von Neustrukturierungen und anderen Anpassungen schafft man es im Laufe der Zeit, sie an jene der anderen Do&Co Bereiche heranzuführen und somit die attraktiven Margen zu erhalten.
Neben dem positiven Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr war auch der Ausblick auf das Folgende durchwegs positiv. Zahlreiche Großevents, sowie neue Küchen sollten weiterhin für steigenden Umsatz sorgen.
Keine Ermächtigung zum Erwerb und zur Veräußerung eigener Aktien
Etwas überraschend fiel die Abstimmung zum siebenten Tagesordnungspunkt aus, der den Vorstand ermächtigen sollte, in Zukunft Aktien im Ausmaß von bis zu 10% des Grundkapitals zu erwerben beziehungsweise zu veräußern. Nachdem die bislang bestehende Ermächtigung im Zuge des Unicredit-Deals im Vorjahr umgesetzt wurde und deshalb nicht mehr gültig ist, wollte sich der Vorstand erneut von der Hauptversammlung dieses Recht erteilen lassen.
Für mich etwas verwunderlich konnte die notwendige Dreiviertelmehrheit jedoch nicht erreicht werden, womit es vorerst zu keinem Ankauf eigenen Aktien kommen kann.
Auch wenn ein Ankauf eigener Aktien zum aktuellen Preis von über 80€ wohl nicht sinnvoll ist, hat der Vorstand in der Vergangenheit bewiesen, diese Maßnahme zum Wohl der Aktionäre einsetzen zu können. Es wäre also durchaus verständlich gewesen, ihm die notwendigen Rechte zu geben, um ‚zuschlagen‘ zu können, falls sich wieder einmal eine solche Möglichkeit auftut, wie es bei der Swap-Transaktion mit der Unicredit der Fall war. Ich persönlich hätte dem Vorstand im Vertrauen darauf, dass er sehr gut entscheiden kann, wann er von diesem Recht Gebrauch machen soll und wann nicht, diese Option offen gelassen.
Nach Beendigung der recht zügig durchgeführten Versammlung – viele Fragen waren recht oberflächlich und wurden deshalb auch sehr schnell abgehandelt – konnte man sich an einem ausgiebigen Buffet noch von den kulinarischen Fähigkeiten des Unternehmens überzeugen lassen. Für viele Anwesenden mit nur einer einzigen Do&Co Aktien im Portfolio wohl der wichtigste Tagesordnungspunkt.
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