13.03.2015, 3857 Zeichen
Jahrelang konnte sich die Aktie der Deutschen Telekom kaum von der Stelle bewegen. Doch der jüngste Erfolg bei der US-Mobilfunktochter T-Mobile US hat die T-Aktie geradezu wachgeküsst. Allerdings bieten sich den Bonnern auch auf dem europäischen Heimatmarkt einige Chancen.
Aus diesem Grund hat der DAX-Konzern bei der Bekanntgabe der Geschäftsergebnisse für das Jahr 2014 am 26. Februar die Losung ausgegeben, die Dividende in den Jahren 2015 bis 2018 jährlich um 10 Prozent zu steigern. Die 2014er-Dividende liegt jedoch noch genau wie in 2013 bei 0,50 Euro je Aktie. Möglich gemacht werden sollen die höheren Ausschüttungen mithilfe eines steigenden Free Cashflow. Allerdings musste die Deutsche Telekom im Geschäftsjahr 2014 beim Free Cashflow im Vergleich zum Vorjahr wegen hoher Investitionen in Netze noch einen Rückgang um 10,1 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro ausweisen. Schon für 2015 stellt das Unternehmen aber wieder einen Zuwachs um rund 5 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro in Aussicht. Daneben soll das bereinigte EBITDA (Betriebsergebnis) um 4 Prozent auf etwa 18,3 Mrd. Euro anwachsen. Darüber hinaus soll das Betriebsergebnis bis zum Jahr 2018 im Schnitt um 2 bis 4 Prozent zulegen. 2014 legte das bereinigte EBITDA noch um 0,8 Prozent auf 17,6 Mrd. Euro zu.
Im Zuge der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftsergebnisse zeigte sich Vorstandschef Tim Höttges vor allem darüber erfreut, dass die Deutsche Telekom zum Abschluss eines erfolgreichen Jahres ein starkes Schlussquartal hinlegen konnte, während der Konzern wieder auf Wachstumskurs gebracht wurde. Im Gesamtjahr 2014 erzielte die Telekom ein Umsatzplus von 4,2 Prozent auf 62,7 Mrd. Euro. Einen großen Anteil an dem Wachstum hatte die US-Mobilfunktochter. Lange Zeit wurde sie als teurer Fehlschlag zum Verkauf angeboten. Doch nun bezeichnet sich T-Mobile US selbst als am schnellsten wachsender Mobilfunkanbieter in den USA. Im Gesamtjahr 2014 begrüßte man 8,3 Millionen neue Kunden. Die Gesamtzahl lag zum Ende des Jahres bei mehr als 55 Millionen. Neben dem starken Wachstum konnte T-Mobile US trotz der anhaltend hohen Marketingaufwendungen auch auf der Ergebnisseite Fortschritte erzielen.
Trotz des jüngsten Erfolgs bei T-Mobile US ist es noch nicht sicher, dass die Sparte nicht doch verkauft wird. Schließlich müsste die Telekom auch in Zukunft viel Geld investieren, um weitere Kunden von den großen Wettbewerbern Verizon Wireless, AT&T und Sprint abzuwerben, während auch Investitionen in den Netzausbau und den Erwerb neuer Funkfrequenzen anstehen. Möglicherweise macht man es wie bei der britischen Tochtergesellschaft der Bonner und ihres französischen Partners Orange. Dabei geht das britische Joint-Venture Everything Everywhere (EE) an die BT Group.
Bei der Deutschen Telekom hat man sich aber auch einiges für den Heimatmarkt vorgenommen. Positiv stimmt der Umstand, dass im vierten Quartal 2014 erstmals seit Bestehen des operativen Segmentes Deutschland, also seit 2009, auf dem Heimatmarkt in einem Quartal ein Umsatzwachstum verbucht werden konnte. Zudem sorgt die Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2) dafür, dass hierzulande eine Marktkonsolidierung stattfindet, während der Wettbewerber Vodafone noch mit der Integration von Kabel Deutschland beschäftigt ist. Als weiteres Wachstumsfeld hat man Osteuropa, wo die Netze derzeit modernisiert werden, auserkoren.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Telekom-Aktie erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DT8HD9) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 3,20, die Knock-Out-Schwelle bei 12,20 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN XM0ZUU, aktueller Hebel 4,05; Knock-Out-Schwelle bei 19,90 Euro) auf fallende Kurse der T-Aktie setzen.
Stand: 12.03.2015
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