13.01.2015, 2592 Zeichen
Mit etwas mehr als 820 Mio. Euro Handelsvolumen war Brokerjet jener Broker, der den grössten Börse Wien Umsatz aller Retailbroker errreichte. Knapp dahinter liegt direktanlage.at auf dem zweiten Rang, dann kommt lange nichts. Die Auswertung erfolgte als Mix aus offizieller Statistik und Rückfrage/Hochrechnung. Denn: In der offiziellen Statistik ist Brokerjet nur bis August vertreten gewesen, der Umsatz lag zu diesem Zeitpunkt bei 570 Mio. Euro. Ab September zählten die Brokerjet-Umsätze bei der Mutter Erste Group, da die Brokerjet in der Erste Bank Österreich zu diesem Zeitpunkt vollintegriert wurde. Auf Fachheft-Anfrage gab Brokerjet für die 4-Monats-Periode ab September noch 253 Mio. Euro Börse Wien Volumen bekannt. Da Brokerjet auch in den ersten 8 Monaten 7x vor direktanlage.at gelegen ist, geht der Number One Award für den umsatzstärksten Retailbroker an der Wiener Börse an Brokerjet.
Ein Blick zurück
Blickt man die vergangenen zehn Jahre zurück, so war Brokerjet (teilweise auch unter dem Namen ecetra) stets die Nr. 1 der Retailbroker gewesen, in den Jahren 2005 bzw. 2009 schaffte man es sogar 2x unter die Top10-Handelsmitglieder eines Jahres. Und 2x gab es auch Gesamtvolumina von knapp mehr als 3 Mrd. Euro in Österreich-Aktien, es waren dies das ATX-Rekordjahr 2007 und das kleine Comeback-Jahr 2009. In den Folgejahren hatten Retailbroker zwar deutlich verloren, aber in Prozent weniger als grosse internationale Player. Der verbliebene Privatanleger ist halt doch eine treue Seele. Die Wertpapier-KESt brachte einen Dämpfer, dann aber wieder etwas Belebung, spielt sie doch den spekulativ agierenden Anlegern eher in die Hände als den langfristig denkenden Value-Investoren. Im Jahr 2014 konnten sowohl Brokerjet (um 16 Prozent) als auch direktanlage.at (um 19,2 Prozent) ihr Aktien-Wien-Volumen deutlich steigern, das Wachstum lag letztendlich aber unter dem Durchschnitt. Wie man hört, sind österreichische Kunden verstärkt auf den zB deutschen oder amerikanischen Markt ausgewichen.
Brokerjet will künftig bei Infrastruktur und Innovationen eine gemeinsame Strategie mit der Erste Bank Österreich verfolgen. Die Marke bleibt unter der Bezeichnung "Brokerjet - der Online Broker der Erste Bank" bestehen, die Geschäftsbedingungen werden an jene der Erste Bank angepasst, viel geändert hat sich für die Kunden nicht. Zum Zeitpunkt der Integration betreute Brokerjet nach eigenen Angaben mehr als 37.000 Kunden und wickelte rund 600.000 Trades pro Jahr ab.
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BörseGeschichte Podcast: Heiko Thieme vor 10 Jahren zum ATX-25er
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