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Der Trading-Key und das Warum: Ein unglaublicher Schadensfall (Christian Drastil)


Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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13.03.2008, 1492 Zeichen
Liebe Leser,

heute hab ich mit einem Banker aus Deutschland gesprochen; über den Markt generell, über Broker und Trading Keys im Besonderen.

Wieso denn ein Tradingpasswort unsicher sei und es nun unbedingt bei vielen Brokern dieser Trading-Key sein muss, lautete eine meiner Fragen. Schliesslich könne man mit dem Tradingpasswort nur innerhalb der Kontoverbindung jonglieren, ein "Tradingpasswort-Dieb" könnte also nichts von unserem Verrechnungskonto auf seines überweisen.

"Nein, kann er nicht, indirekt aber schon ...", lautete die Antwort. Und dann wurde mir von folgendem Schadensfall berichtet, der sich in Deutschland wirklich zugetragen haben soll.

Schritt 1: Man "phisht" das Tradingpasswort, kann sich also in ein fremdes Konto einloggen.
Schritt 2: Man verkauft die Gesamtbestände, erhält so z.B. 500.000 Euro auf das Verrechnungskonto.
Schritt 4: Man kauft z.B. irgendeine Minenaktie, die im Pennybereich notiert, brutal "market" (bestens) und investiert so das durch die Verkäufe gewonnene fremde Geld.

Da fehlt Schritt 3, stimmt. Und dieser passiert ausserhalb des "gephishten" Kontos. Denn: Logischerweise hat sich der "Phisher" selbst über irgendeinen weit entfernten Broker zuvor mit diesen "Minenaktien, die im Pennybereich notieren" eingedeckt. Mit guter Kenntnis des Orderbuchs und einem potenten "gephishten" Käufer kann man hier mehrere 100 Prozent machen.

Das Phishing-Opfer sitzt dann auf den "Minenaktien, die sicher bald wieder im Pennybereich notieren".

Man lernt nie aus.

(13.03.2008)

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