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MAI: Neue Betrachtungsweise nötig (Christian Drastil)


Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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16.11.2007, 2515 Zeichen
Wie angekündigt hier eine tiefere Betrachtung zu MAI nach dem Türkei-Deal. Auf den ersten (und eigentlich auch auf den zweiten) Blick negativ ist die Tatsache, dass MAI den TAV-Einstieg deutlich über dem Börsekurs durchgezogen hat. Natürlich liegt es nahe, dass man hier eine Verlegenheitsaktion hineininterpretiert. Und das ist auch nicht ausgeräumt.

Allerdings: Im internationalen Airport Bidding geht es äusserst kompetitiv zu. Um überhaupt ernst genommen zu werden und bei Ausschreibungen zugelassen zu werden, muss man Kompetenz bei der Betreibung von Flughäfen nachweisen. Zur Erinnerung: Selbst der Fraport (5,1 Mrd. Market Cap) ist in der Türkei nur innerhalb eines Konsortiums angetreten.

Der Markt hat sich innerhalb weniger Monate gewandelt: Die Probleme grosser internationaler Finanzinvestoren haben die Flughäfenbesitzer bewogen, auf ein spezielles "Betreiber-Knowhow" wieder das Hauptaugenmerk zu legen. So gesehen, ist TAV ein sinnvolles Investment, da sonst die Möglichkeit, Flughäfen zu ergattern, nahe null wäre. Das war zum Zeitpunkt des IPO noch anders. Und dafür können Meinl und MEL nichts.

Für uns steht fest: Die Probleme der MEL und der Meinl Bank haben diese MAI-Kurse "gemacht". Die Ängste in Bezug auf eine gewisse "Gruppenhaftung" (ohne, dass man das jetzt näher ausführen muss) waren gross. Die Ausrichtung auf die Türkei und Russland (da erwarten wir weiteren Newsflow), sollte eine Abkehr von der Analyse via Cash-Quote bringen.

Fazit: Wir bleiben mit dem Musterdepot long. Das Unternehmen ist jetzt nicht mehr "nur Reissbrett", sondern hat in kurzer Zeit einen Dealflow geliefert und sich damit als "eigenständig" positioniert. Ein Kursziel würden wir ob der Chancen, der Bewertung Cash + TAV (da gibt es ja einen Börsekurs) + Ulan Ude unter normalen Umständen ca. beim Emissionspreis ansetzen. Aus den bekannten Gründen muss man aber wohl noch Abschläge einkalkulieren, daher 8 Euro als Ziel. MAI wäre mit der aktuellen Bewertung auch ein witziges Target für TAV-Interessierte.

Abschliessend muss gesagt werden, dass das MAI-Management aus unserer Sicht bisher keinen Fehler gemacht hat, die kursmässige Abstrafung erfolgte "gruppendynamisch" bzw. auch Kreditkrisen-bedingt. Aus heutiger Sicht ist es natürlich positiv, dass man nicht im Private Equity-Boom des ersten Halbjahrs zu überteuerten Preisen zugeschlagen hat.

Und das Signal, das von Meinl kommen sollte: Verzicht auf die Zahlungen für die Verwendung der Marke Meinl. Das ist der Mininum-Beitrag, den man erwarten kann.
(16.11.2007)

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