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Gewinnwertpapiere, BWT und Franz Klammer (Christian Drastil)


Autor:
Christian Drastil

Der Namensgeber des Blogs. Ich funktioniere nach dem Motto "Trial, Error & Learning". Mehrjährige Business Pläne passen einfach nicht zu mir. Zu schnell (ver)ändert sich die Welt, in der wir leben. Damit bin ich wohl nicht konzernkompatibel sondern lieber ein alter Jungunternehmer. Ein lupenreiner Digital Immigrant ohne auch nur einen Funken Programmier-Know-How, aber - wie manche sagen - vielleicht mit einem ausgeprägten Gespür für Geschäftsmodelle, die funktionieren. Der Versuch, Finanzmedien mit Sport, Musik und schrägen Ideen positiv aufzuladen, um Financial Literacy für ein grosses Publikum spannend zu machen, steht im Mittelpunkt. Diese Dinge sind mein Berufsleben und ich arbeite gerne. Der Blog soll u.a. zeigen, wie alles zusammenhängt und welches Bigger Picture angestrebt wird.
Christian Drastil

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24.08.2006, 1771 Zeichen
Die Katze ist aus dem Sack (siehe WirtschaftsBlatt bzw. Venture Woche): Die Gewinnwertpapiere sind - leider - in die Kategorie "History" umzureihen.

Warum "leider"? Weil ich solche Baskets (und es waren ja zuletzt nur noch Baskets) im Grunde gut finde. Für die kapitalsuchenden Unternehmen und die Anleger.

Der Grund, warum die Gewinnwertpapiere abgeschafft wurden, war in erster Linie Desinteresse, während die "alten" Genussscheine (nicht zu verwechseln mit den Genussscheinen, wie sie zB AvW anbietet) eher an ihrer steuerlichen Attraktivität gescheitert waren. Sie wurden dem Staat einfach zu teuer.

Rückblick in die Achtziger: Die im Jahr 1982 geschaffen Genussscheine nach BfG brachten mehr als 200 heimischen Wachstumsunternehmen frisches Kapital, darunter auch zB der heutigen BWT oder der Franz Klammer-Bekleidungslinie.

Das Kapital stand den Unternehmen zeitlich befristet zur Verfügung, die Fonds wurden nach zehn Jahren und neun Monaten wieder abgeschichtet.

Die Konzeption war denkbar einfach. Die fünf (bankennahen) Beteiligungsfondsgesellschaften vergaben das aufgelegte Genussscheinkapital breit gestreut an heimische Wachstumsunternehmen.

Spitzenverdiener konnten mit den - im Rahmen der Sonderausgaben absetzbaren und von der Einkommens- und Kapitalertragssteuer befreiten - Papieren eine Nettorendite von bis zu 19 Prozent erzielen.

Mit der Steuerreform '88 wurden diese Vorteile allerdings weitgehend abgeschafft, die Genussscheinfonds verschwanden nach und nach von der Bildfläche.

Insgesamt wurden zwischen 1982 und 1992 Genussscheine um ca. 1 Mrd. Euro gezeichnet. Laut Steuerpolitischer Abteilung des Finanzministeriums betrug der Steuerausfall jährlich rund 75 Mio. Euro.

Stay tuned, wenngleich sowas wie in den Achtzigern nie wieder kommen wird.
(24.08.2006)

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