11.03.2026, 3509 Zeichen
Nvidia geht mit einer bemerkenswerten Kombination aus Rekordfinanzen, neuer Softwarestrategie und bevorstehender Entwicklerkonferenz in die nächste Phase. Drei Katalysatoren treffen gleichzeitig aufeinander – und der wichtigste steht erst noch bevor.
Laut einem Bericht des Magazins Wired plant Nvidia die Einführung einer Open-Source-Plattform für KI-Agenten namens „NemoClaw". Das System soll Unternehmen ermöglichen, KI-Agenten einzusetzen, die eigenständig Daten verarbeiten, Workflows steuern und mehrstufige Aufgaben mit wenig menschlicher Aufsicht ausführen. Integrierte Sicherheits- und Datenschutzfunktionen sollen das Vertrauen in solche Systeme stärken – ein direktes Gegenmittel zu den Problemen, die viele verbraucherorientierte Agenten-Tools zuletzt in Verruf gebracht haben.
Bemerkenswert ist der hardware-agnostische Ansatz: NemoClaw soll auf Chips verschiedener Hersteller laufen, also auch auf Prozessoren von Intel oder AMD. Damit öffnet sich Nvidia bewusst über sein proprietäres CUDA-Ökosystem hinaus. Nvidia selbst hat die Plattform bislang nicht bestätigt, und die genannten potenziellen Partner – darunter Salesforce, Cisco, Google, Adobe und CrowdStrike – haben sich nicht geäußert.
Vom 16. bis 19. März findet in San Jose die Entwicklerkonferenz GTC 2026 statt. CEO Jensen Huang hält am 16. März die Keynote, die laut offizieller Ankündigung „offene Modelle, agentische Systeme und physische KI" in den Mittelpunkt stellt. Das Investmenthaus Truist bezeichnete das Event bereits als „Super Bowl of AI" und erwartet positive Impulse für die Aktie.
Erwartet werden unter anderem neue Hardware-Ankündigungen, darunter ein Chip-System für Inferenz-Computing, das auf einem Groq-Prozessor basiert – Nvidia hatte 2025 einen Lizenzvertrag mit dem Startup geschlossen. Zudem ist die Rubin-GPU-Architektur bereits in Vollproduktion; Produkte auf dieser Basis sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 über Partner wie AWS, Google Cloud und Microsoft verfügbar werden.
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Die Kursphantasie rund um GTC und NemoClaw fußt auf einem starken Zahlenwerk. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Nvidia einen Umsatz von 68,1 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs dabei um 75 Prozent auf 62,3 Milliarden Dollar und bleibt der zentrale Wachstumstreiber. Für das Gesamtjahr 2026 summierte sich der Umsatz auf 215,9 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 65 Prozent.
Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Nvidia einen Umsatz von rund 78 Milliarden Dollar. China-Erlöse aus dem Rechenzentrumsgeschäft sind in dieser Prognose bewusst nicht einkalkuliert – ein Hinweis auf die anhaltende Unsicherheit rund um US-Exportbeschränkungen für KI-Chips.
Die Keynote am 16. März wird zeigen, ob Nvidia die Erwartungen an NemoClaw, die Rubin-Roadmap und die weitere KI-Infrastrukturnachfrage konkret untermauern kann.
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