27.07.2022, 2671 Zeichen
Die weltweiten M&A-Aktivitäten waren im 1. Halbjahr 2022 stark rückläufig. Mit 2.274 Deals im Gesamtwert von 2,02 Billionen US-Dollar sind die M&A-Aktivitäten im 1. Halbjahr 2022 zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei der Anzahl um 27 Prozent und beim Volumen um 18 Prozent zurückgegangen, aber im Vergleich zum Durchschnitt des letzten M&A-Zyklus (2015-2019) ist die Anzahl um 35 Prozent und das Volumen um 13 Prozent gestiegen. Die weitere Entwicklung ist aufgrund des Ukraine-Krieges, der verstärkten geopolitischen Spannungen und einer möglichen Rezession zudem ungewiss. wie aus dem M&A-Index von EY hervorgeht.
Die Anzahl der Übernahmen mit österreichischer Beteiligung ist im 1. Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um eine Transaktion von 147 auf 146 gesunken. Die Transaktionsvolumina sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingegen deutlich um 75,6 Prozent von 4,5 Milliarden Euro auf 1,1 Milliarden Euro gesunken. Das Volumen ist laut EY im 1. Halbjahr 2022 allerdings wenig aussagekräftig, da nur bei jedem zehnten Deal das Volumen bekannt gegeben wurde.
Das Volumen wurde im Wesentlichen von einem Inbound-Deal im Immobiliensektor sowie einem Outbound-Deal im Industriesektor getrieben: Den Kauf eines Anteils von 12,7 Prozent an der Immofinanz AG durch die CPI Property Group S.A. um 403,5 Millionen Euro und den Kauf von Essentra Packaging durch die Mayr-Melnhof Karton AG um 363,5 Millionen Euro. Weiters sind folgende Deals unter den fünf größten M&A-Transaktionen mit österreichischer Beteiligung: ECE Real Estate Partners kauften das Haid-Center in Linz für 130 Millionen Euro, die Bawag Group AG übernahm Peak Bancorp Inc. um 57 Millionen Euro und die Boheme Investment GmbH erwarb Anadolu Restoran Isletmeleri Ltd. Sti. um 51,7 Millionen.
„In Österreich hat sich der M&A-Markt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bisher stabil entwickelt. Das derzeitige unsichere wirtschaftliche Umfeld wird allerdings in den nächsten Monaten dazu führen, dass viele Unternehmen ihre Ausrichtung ändern werden oder ihre Strategie neu formulieren müssen. Der Performance- und Margendruck wird sich erhöhen und die verfügbaren freien Mittel für Investitionen womöglich sinken, gerade dann, wenn Investitionen unter anderem in digitale und technische Komponenten so wichtig sind, um weiterhin vorne dabei zu bleiben. Die Entwicklung des M&A-Markts in den nächsten Monaten ist daher noch ungewiss. Doch die aktuelle Anzahl der Outbound-Deals zeigt, dass die österreichischen Unternehmen ihr Portfolio erweitern und wachsen wollen“, so Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin der Strategie- und Transaktionsberatung (Strategy and Transactions) bei EY Österreich.
D&D Research Rendezvous #20: Gunter Deuber sieht Europas Sonderkonjunktur nun at risk - intensiver Blick auf die Aktienmärkte
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„Der Transaktionsmarkt zeigt sich unbeeindruckt vom Abbremsen der Konjunkturentwicklungen, nach wie vor sehen wir global und auch in Österreich eine hohe Aktivität", Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin des Bereichs Transaction Advisory Services bei EY Österreich
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