07.03.2026, 2520 Zeichen
US-Finanzminister Scott Bessent hat am Freitag die größte Bank des Landes scharf attackiert. JPMorgan habe mit einer aktuellen Analyse zum staatlichen Ölversicherungsprogramm "schreckliche" und "völlig unverantwortliche" Arbeit abgeliefert, so Bessent im Interview mit Fox Business. Die Aktie verlor daraufhin 2,15 Prozent.
Im Zentrum steht die Development Finance Corp. (DFC), die im Auftrag der Regierung Notfallversicherungen für Öltanker in der Persischen Golfregion bereitstellen soll. JPMorgan-Analysten um Natasha Kaneva hatten am Mittwoch vorgerechnet, dass die DFC nur noch über rund 154 Milliarden Dollar Kreditspielraum verfüge. Dem stünden aber 352 Milliarden Dollar an benötigten Versicherungsleistungen gegenüber, die private Märkte nicht mehr abdecken – Fazit: "zu klein für das Risiko".
Bessent wies diese Einschätzung als "völlig fehlerhaft" zurück. Die Analysten hätten übersehen, dass die DFC-Deckung nur während der Passage durch die Straße von Hormus und die Golfregion greife. Danach würden die Tanker wieder auf normale private Versicherungen umsteigen. Die Berechnung gehe also von falschen Annahmen aus.
Der öffentliche Schlagabtausch kommt nur Tage, nachdem Präsident Donald Trump die DFC angewiesen hatte, die Handelsströme nach der Operation "Epic Fury" gegen den Iran zu stabilisieren. Am Freitag legte die Regierung nach und kündigte ein Rückversicherungsprogramm über 20 Milliarden Dollar an, um den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wiederzubeleben.
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Für Marktteilnehmer zeigt die Auseinandersetzung zwischen Finanzministerium und Wall Street deutlich, wie angespannt die Lage ist. Jede Unsicherheit über die staatliche Absicherung könnte den Angebotsschock verschärfen – der Brent-Ölpreis notiert aktuell nahe der 90-Dollar-Marke pro Barrel. Dass der Finanzminister eine JPMorgan-Analyse öffentlich zerpflückt, ist jedenfalls ungewöhnlich und unterstreicht die politische Brisanz der Energieversorgung.
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