23.03.2026, 3799 Zeichen
Der deutsche Wohnimmobilienmarkt festigt seinen Erholungskurs. Die Preise sind das vierte Quartal in Folge gestiegen, wie aktuelle Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) zeigen. Damit setzt sich der Aufwärtstrend aus dem gesamten Jahr 2025 fort.
Nach einer Phase des Preisrückgangs 2023 und Anfang 2024 hat sich der Markt stabilisiert. Der VDP meldete für 2025 einen durchschnittlichen Preisanstieg von 4,2 Prozent. Allein im vierten Quartal legten die Preise um 1,0 Prozent zum Vorquartal zu. Die Talsohle scheint durchschritten.
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Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Häuser lag im ersten Quartal 2026 bei 3.197 Euro. Eigentumswohnungen kosteten im Schnitt 2.703 Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stiegen die Hauspreise um 1,6 Prozent, die für Wohnungen um 2,4 Prozent.
Die Erholung verläuft regional höchst unterschiedlich. In wirtschaftsstarken Metropolen und ihrem Umland steigen die Preise deutlich stärker als im Bundesschnitt. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln).
In den sieben Top-Metropolen – Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart – stiegen die Preise im vierten Quartal 2025 im Schnitt um 4,7 Prozent. Frankfurt führte mit einem Plus von 5,7 Prozent an. Ganz anders sieht es in strukturschwächeren Regionen aus: Im Saarland, in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Preise rückläufig.
Zwei Hauptfaktoren stützen den Markt: der massive Wohnraummangel und stabilisierte Finanzierungskosten. Deutschland fehlen Hunderttausende Wohnungen. Die Neubautätigkeit liegt bei rund 200.000 Einheiten pro Jahr – der Bedarf wird auf das Doppelte geschätzt. Eine Entspannung ist vor 2030 nicht in Sicht.
Gleichzeitig haben sich die Bauzinsen nach den Erhöhungen von 2022 beruhigt. Die Europäische Zentralbank senkte den Leitzins zuletzt im Juni 2025 auf 2,15 Prozent. Die Finanzierungskosten sind damit planbarer geworden und beleben die Nachfrage.
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Für Käufer und Verkäufer verschieben sich die Prioritäten. Immobilien mit guter Energiebilanz und geringem Sanierungsbedarf erzielen deutlich höhere Preise. Unsanierter Bestand hingegen verliert an Attraktivität. Käufer rechnen die künftigen Sanierungskosten immer öfter direkt in ihr Budget ein.
Auch der Mietmarkt bleibt angespannt. Das Angebot geht zurück, die Mieten steigen – wenn auch moderater als die Kaufpreise. Für Eigentümer bieten sich in Top-Lagen weiterhin gute Vermietungsperspektiven.
Führende Institute wie Dr. Klein, LBBW und der Bundesverband der Volksbanken (BVR) prognostizieren für 2026 einen weiteren Preisanstieg von 3 bis 4 Prozent. Das IW Köln rechnet bis 2035 mit einem realen jährlichen Plus von etwa einem Prozent.
Die regionale Spreizung wird sich fortsetzen. Metropolregionen profitieren von Zuzug und stabiler Nachfrage. Ländliche, strukturschwache Gebiete könnten hingegen stagnieren oder sogar verlieren. Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele lebendig – der Markt bietet trotz aller Herausforderungen weiterhin Chancen.
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