08.03.2026, 2658 Zeichen
Ferrexpo steht vor einer schwierigen operativen Phase. Gezielte Angriffe auf das ukrainische Stromnetz und steigende Logistikkosten durch hohe Ölpreise setzen dem Bergbauunternehmen massiv zu. Wie stark belasten diese externen Faktoren die langfristige Produktionsfähigkeit?
Gestern führten Raketen- und Drohnenangriffe in mehreren Regionen, darunter die Oblast Poltawa, zu flächendeckenden Stromausfällen. Der Netzbetreiber Ukrenergo bestätigte Notabschaltungen und Verbrauchseinschränkungen für industrielle Großanlagen.
Zwar verbesserte die Wiederanbindung des Kernkraftwerks Saporischschja an eine 330-kV-Reserveleitung vorgestern die Netzstabilität geringfügig, doch das System bleibt hochgradig anfällig. Die Abhängigkeit von diesen provisorisch reparierten Leitungen verdeutlicht die unsichere Stromverfügbarkeit für industrielle Produzenten in der Region.
Zusätzlich zum Infrastrukturrisiko belasten neue EU-Regulierungen das Umfeld. Seit Januar 2026 erhöht der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) den Kostendruck auf Exporteure. Dass Wettbewerber wie ArcelorMittal Kryvyi Rih bereits Anlagen aufgrund hoher Stromkosten und logistischer Hürden schließen mussten, illustriert den Ernst der Lage für die gesamte Branche.
Gleichzeitig verteuert der Ölpreis von rund 94 US-Dollar pro Barrel die Logistikketten im gesamten Sektor. Bergbauwerte im FTSE 100 verzeichneten in der vergangenen Woche deutliche Kursabschläge, da Anleger auf die steigenden Kostenstrukturen und den allgemeinen Ausverkauf bei Industrieaktien reagierten.
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Trotz der Wiederherstellung von 3,5 GW an Kraftwerkskapazität seit Ende 2025 bleibt das strukturelle Energiedefizit in der Ukraine der entscheidende Risikofaktor. Die fortwährende Bedrohung wichtiger Infrastrukturanlagen verhindert eine stabile Produktionsplanung.
Ferrexpo muss den Ausstoß in einem Umfeld steuern, das von knapper Energieversorgung und sich verschärfenden europäischen Handelsregeln geprägt ist. Die Sicherung stabiler Energiequellen bleibt für die Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe in den kommenden Monaten essenziell.
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