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Bernhard Hummel fährt einen Tesla und hat Tesla-Aktien (Günter Luntsch)

Bernhard Hummel fährt jetzt einen Tesla. Ich fahre keinen Tesla und frage ihn daher, wie das so ist, einen Tesla zu fahren, Interview ist vom 1.12.2019.

"Schön ist er ja. Was hat er denn gekostet?
Das hängt natürlich stark von Modell und Ausführung ab. Ich habe mich für das derzeit günstigste Modell, das Model 3, entschieden, aber in der stärksten und besten Ausführung. Also den Long Range Performance mit Premium Ausstattung, Autopilot etc. Dieser hat mich etwa 74.000€ gekostet. In diesem Video zeige ich die genaue Bestellung und alle nötigen Vorbereitungen, bis hin zur Starkstromsteckdose in der Garage und Ladekabel: https://youtu.be/Ej3Tc2n1OPI

Wie weit kommst Du damit? Was, wenn in St. Pölten keine Steckdose öffentlich zugänglich ist? Flitzt der Kia Picanto dann an Dir vorbei?
Ca. 500 km Reichweite sind realistisch. Nein, die Infrastruktur ist überhaupt kein Problem. Gerade bei Tesla gibt es ja auch noch das eigene Supercharger Netz mit mehr als ausreichend Ladestellen. Dort kann man auch in wenigen Minuten wieder voll laden, was grundsätzlich aus meiner Erfahrung nicht viel länger dauert, als ein Tankstopp mit Klo- und Kaffeepause. Meine Tankstelle ist jetzt dort, wo eine Steckdose ist.

Wie schnell fährt er? Und was ist für Dich die optimale Geschwindigkeit?
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 261 km/h, von 0-100 km/h geht es in 3,4 Sekunden. Zur zweiten Frage: Ich halte mich da eigentlich immer an eine angepasste Geschwindigkeit unter zusätzlicher Berücksichtigung der jeweiligen Geschwindigkeitsbeschränkungen. Mit anderen Worten, wenn es in Österreich passt, dann fahre ich auch die erlaubten 130km/h auf der Autobahn, in den 140er Abschnitten mal die 140, oder eben in der Schweiz die 120 km/h, in Deutschland auch mal zügiger. Ich fahre wegen des Elektroautos also grundsätzlich keine anderen Geschwindigkeiten, als ich sie mit einem Verbrenner auch fahren würde. Vielleicht fährt man allgemein einen Tick gemütlicher und entspannter. Auch die Pausen beim Supercharger sind in der Regel sehr angenehm - wenngleich ich wahrscheinlich auch mit einem Verbrenner nicht weniger Pausen machen würde - so haben doch die Supercharger in der Regel eine anspruchsvollere Umgebung als eine herkömmliche Raststation und sind sauberer. Da gibt es oft auch Lounges für Tesla-Fahrer etc. Dort finden meist sehr angeregte Gespräche mit anderen Tesla-Fahrern bzw. -Fahrerinnen statt. Gerade auch in Aktionärskreisen sind Tesla durchaus beliebt, und es findet sich meist schnell ein gemeinsames Interesse, über das man sich austauscht und gegenseitig lernt.

Wie siehts aus mit Reparaturen? Hast Du für alle Probleme eine Werkstätte und Ersatzteile greifbar?
Das nächste Tesla-Servicecenter ist ca. 10 Minuten von meiner Heimatadresse entfernt, allerdings braucht man dieses als Teslafahrer sehr selten. Es gibt keinen Ölwechsel mehr oder sonst etwas. Man muss halt Sommer- und Winterräder tauschen, ab und an mal Scheibenwaschwasser auffüllen und nach ca. 200 000 km mal die Bremsbeläge tauschen, sowie natürlich alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit. Die Innenraumfilter von der Klimaanlage sollten auch noch alle 2 Jahre getauscht werden. Sonst ist eigentlich kein Service mehr nötig bei solchen Autos. Bei der Auslieferung wurde irgendwie der rechte Scheinwerfer beim Beladen etwas zerkratzt, was ich bei der Übergabe natürlich bemängelte. Sofort tauschte man diesen aus, was ca. 5 Minuten in Anspruch nahm. Man hat so ziemlich alle Teile lagernd, und aufgrund der Bauweise ist eine mögliche Reparatur nach einem Unfall in der Regel sehr schnell erledigt. Sieht man sich so ein Servicecenter von innen an, gleicht dieses eher einer Raumstation als einer herkömmlichen Werkstatt. Es gibt ja auch keinen Schmutz mehr durch Öl, Benzin, Abgase etc. Auch auf Reisen steht ein dichtes Netz an originalen Tesla Servicecentern zur Verfügung, neben dem mobilen Service, wie auch bei anderen Marken üblich. Bis dato hatte ich aber keinerlei Probleme auf meinen Reisen!

Was macht der denn für Geräusche? Kavaliersstart oder ganz leise?
Beim Anfahren de facto keine! Erst ab 20-30km/h hört man dann langsam die Abrollgeräusche der Reifen, wie bei anderen Fahrzeugen auch. Ich habe letztens mit einem Akustiker des “AIT - Austrian Institut of Technology” ein Video zum Thema Verkehrslärm gedreht, wo all die Geräusche, die durch ein Auto bei der Fahrt entstehen genauer erläutert werden: https://youtu.be/KYMrvUd8rCM Der lautlose Start birgt aber durchaus auch Gefahrenpotential in sich! Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer hören das Auto nicht, bis zu eben genannter Geschwindigkeit. Daher müssen neue Fahrzeugtypen seit 1.7.2019 auch in der EU mit einem sogenannten AVAS ausgerüstet sein. Dieses steht für “Acoustic Vehicle Alerting System” und ist ein System für künstliche Fahrgeräusche für Elektrofahrzeuge. Mein Tesla wurde zwar erst Ende September zugelassen, aber die Fahrzeugtype “Model 3” wurde schon vorher genehmigt, daher habe ich mir dieses Geräusch noch erspart. Auch dazu habe ich ein Video mit dem Akustiker des AIT gedreht, wo wir genauer auf Bedeutung und Regelung des Systems eingehen: https://youtu.be/A_nWtp_kGWE

Wie lange fährst Du ihn jetzt schon? Würdest Du ihn weiterempfehlen?
Das Auto wurde Ende September - ca. 4 Wochen nach meiner Bestellung - ausgeliefert. Da ich dann aber einige Zeit für meine Investments mit meinem Kollegen und Freund Aleks Bleck von “Northern Finance” in Spanien war (mehr dazu hier: https://www.youtube.com/playlist?list=PLHXKvjMmLqg_BItHFd109W_dZ1GYE5G0R ), konnte ich eigentlich erst seit Mitte Oktober meine ersten Erfahrungen sammeln. Diese waren dann aber echt mehr als überzeugend! Letztens bin ich damit von Wien zum “Swissquote Trading Day” in Zürich gefahren. Ich hatte zwei kurze Stopps zum Laden gemacht, wenngleich auch einer gereicht hätte, da ich ohnedies Pausen gebraucht habe. Man muss ja auch mal essen etc. Wahrscheinlich war ich sogar schneller als mit einem Verbrenner am Ziel, da ich mich nicht an die 100km/h IG-L Beschränkung halten musste, mit dem Elektroauto. In dieser Videoserie teile ich meine Erfahrungen im Rahmen meines ersten größeren Tesla Road Trips mit der Community, sodass sich jeder seinen eigenen Eindruck machen kann: https://www.youtube.com/playlist?list=PLPnBToyR2x7qd-EX41w--pOfTpP8shoD2 Bis dato bin ich also absolut überzeugt, aber ca. 6 Wochen sind natürlich noch nicht sehr lange, und wir werden in den nächsten Wochen und Monaten sehen, ob meine Begeisterung anhält. Ich sehe neue Dinge durchaus immer kritisch!

Meinst Du, haben andere Autohersteller gute Chancen, aufzuholen, oder wird Tesla an der Spitze der Elektromobilität sein?
Das ist eine gute Frage. Da bin ich mir sehr unsicher. Was ich dazu sagen kann, ist, dass ich eigentlich bis vor kurzem dachte, immer - nach Möglichkeit - deutsche Premiumfahrzeuge fahren zu wollen. Das auch als Aktionär von BMW, Daimler und Co. Ich war überzeugter BMW Fahrer! Dieses Frühjahr kaufte ich mir noch mit großer Erwartung einen neuen BMW X4, nachdem mein geliebtes 1er BMW Cabrio (Bj 2008) nach vielen Jahren auf der Autobahn, nahe dem Genfer See zu später Stunde nach der Nestle GV (http://www.bernhardhummel.at/hauptversammlungen/2019/nestle.pdf), am Weg zur Engelberg-Trübsee-Titlis AG Generalversammlung (https://bernhardhummel.at/hauptversammlungen/2019/engelberg.pdf) mit einem defekten Automatikgetriebe mehrfach liegen geblieben war und nur noch sehr unzuverlässig nach Neustarts zu fahren war. So kaufte ich mir im Frühjahr einen neuen BMW X4 in Topausstattung. Mein Händler konnte genau bei diesem Modell für mich als Youtuber und Unternehmer (bin auch Veranstalter für Fahrsicherheitstrainings etc.) einen besonders guten Preis anbieten. 35% auf einen neuen X4 konnten mich überzeugen. So sollte einem auch der leidige Wertverlust einige Zeit erspart bleiben bzw. zumindest geringer ausfallen. Dieses sollte mich bereits einige Monate später vor einem großen Verlust bewahren, was ich zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet hatte. Ich, als überzeugter BMW-Fahrer, war mit dem Auto nach und nach nur unzufrieden. Unterwegs fielen plötzlich alle Bildschirme aus. Was auf der Autobahn bedeutete, dass man einige Minuten, bis sie wieder starteten, ohne Tacho etc. fahren musste, da ja alles nur noch auf Bildschirmen angezeigt wird. Die Automatik war eine Katastrophe, vom Schaltverhalten und Tempo, das Auto fühlte sich richtig träge an etc. Ich kürze jetzt ab - nach ein paar Monaten war für mich klar, dass ich bei diesem Auto nicht bleiben würde. Währenddessen überzeugten mich Freunde aus unserer Aktionärscommunity immer mehr vom Tesla Model 3, bis ich dann mit Thomas Schönenbergers Model 3 eine weitere Probefahrt machte, die mich final überzeugt hatte: https://youtu.be/WBg0-PIsP70 Zum Glück konnte ich meinen X4 ohne nennenswerten Verlust wieder verkaufen, was mir bei den BMW-Aktien nicht ganz gelungen ist. Ich verkaufte nämlich aufgrund dieser Erfahrungen auch gleich die Hälfte meiner BMW-Aktien und ersetzte somit meinen BMW X4 durch das Tesla Model 3 und die BMW Aktien durch Tesla Aktien. Nunja, die Aktien sind seit dem Kauf zum Zeitpunkt des Interviews um 50% gestiegen, der Wagen hat mich überzeugt, und im Gegensatz zu BMW habe ich nun keinerlei Probleme und wesentlich mehr Freude am Fahren. Klar, die Aktien sind sehr volatil, und keiner kann sagen, wie es da weitergeht, auch mit der Frage über die Entwicklung der deutschen Automobilindustrie. Sehr interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Aufzeichnung der letzten Hauptversammlung von Tesla auf deren eigenen YT-Channel, insbesondere die Abschnitte wo Elon Musk spricht: https://youtu.be/Va5i42D13cI Ich meine, wenn man hinter die Kulissen manch durch die deutsche Automobillobby gefärberter Medienberichte sieht und mit tatsächlichen Tesla Fahrern über deren Erfahrungen spricht, dass sich die deutsche Automobilindustrie sehr anstrengen muss, da noch aufzuholen.

Auf meine kurzen Fragen so ausführliche Antworten, danke! Zusammenfassend: Du bist - jedenfalls zur Zeit - ein Fan des Tesla und der Tesla-Aktie. Ich sehe Deine Ausführungen aber positiv für die Elektromobilität insgesamt, weil Du vermittelst, dass ein Elektroauto nicht so sein muss, wie sich der Laie oft ein Elektroauto vorstellt, also nur für die Stadt, kurze Reichweite, mühsames Aufladen. Der Tesla-Chart ist ja wirklich unglaublich, aber zu aktuellen Kursen möcht ich nicht kaufen, das ist mir jetzt zu schnell gegangen. Vielleicht um ein Drittel billiger.
Tesla ( Akt. Indikation:  389,45 /389,85, 2,61%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 27.12.)

(27.12.2019)

 

Bildnachweis

1. Bernhard Hummel   >> Öffnen auf photaq.com



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Bernhard Hummel


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