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Inbox: Deutsche Börse lässt 20 Jahre Xetra revue passieren


DAX Letzter SK:  0.00 ( 1.12%)

21.11.2017

Zugemailt von / gefunden bei: Deutsche Börse (BSN-Hinweis: Lauftext im Original des Aussenders, Titel (immer) und Bebilderung (oft) durch boerse-social.com aus dem Fotoarchiv von photaq.com)

Der mit Abstand größte deutsche Handelsplatz feiert einen runden Geburtstag. Anlass für einen Rückblick, denn mit 90 Prozent Marktanteil ist die Heimatbörse deutscher Aktien und der führende Börsenplatz für ETFs in Europa zu einer tragenden Säule im Wertpapierhandel geworden.

Der vollelektronische Handelsplatz Xetra wird am 28. November 20 Jahre alt. An diesem Tag wurde 1997 der Startknopf gedrückt und es begann eine Erfolgsgeschichte des modernen Handels mit Wertpapieren.

Der Weg zum Start

1990 führt die Deutsche Terminbörse DTB, der Vorläufer der Eurex, den elektronischen Handel in Deutschland ein und schafft damit die technische Grundlage für Xetra. Regulatorisch bedeutet der Europäische Pass, den es seit Anfang der Neunziger gibt, eine wichtige Voraussetzung für ein dezentrales elektronisches Handelssystem. Der Pass ermöglicht, dass Finanzinstitute, die in einem EU-Land eine Zulassung haben, in jedem anderen Mitgliedstaat tätig sein dürfen.

Die Vorläufer

Zusätzlich zum Präsenzhandel vor Ort auf dem Parkett wurde 1989 ein telefonisches Interbanken-System eingeführt, das Geschäfte in den am häufigsten gehandelten Titeln erleichtern sollte. Bereits 1991 löste IBIS den ersten elektronischen Ansatz ab. Die Abkürzung steht für integriertes Börsenhandels- und Informationssystem. Mit der ersten Computer-Börse wurde auch der anonyme Handel eingeführt.

1994 trifft die Deutsche Börse die strategische Entscheidung, den Handel an der Frankfurter Börse auf ein vollelektronisches System umzustellen. Ein Ausbau des Finanzplatzes Frankfurt scheint ansonsten nicht möglich - der Parketthandel ist nicht skalierbar, das IBIS-System ebenso wenig.

Die Vorbereitung bis zum Handelsstart 1997 erfolgt im engen Zusammenspiel mit den Handelshäusern, die sich eine Öffnung des Orderbuchs und damit deutlich mehr Transparenz wünschen, sowie den zuständigen Aufsichtsbehörden. Sie sind Unterstützer dieser technologischen Revolution.

Anfang 1996 startet die technologische Entwicklung des Xetra-Systems - insgesamt dauerte diese 18 Monate.

Seit 1. September 1997 haben die Deutsche Börse und die angebundenen Teilnehmerinstitute für den "X-Day" geprobt. Insgesamt 45 Simulationstage werden zur optimalen Vorbereitung genutzt. Die Simulation wird am 20. November 1997 erfolgreich abgeschlossen, IBIS am 27. November 1997 um 17.00 Uhr abgestellt.

"X-Day": Der erste Handelstag

Am 28. November 1997 feiert die Deutsche Börse gemeinsam mit dem Finanzplatz den "X-Day". Pünktlich um 8.30 Uhr findet die erste Preisfeststellung auf Xetra statt.

222 Handelsteilnehmer sind zu Beginn an das System angeschlossen, darunter neun Institute aus Großbritannien, drei aus den Niederlanden, drei aus der Schweiz, zwei aus Frankreich, und je ein Institut aus Österreich und aus Finnland.

Los geht es mit 109 Aktien - neben den DAX- und MDAX-Werten sind das die zu den DAX -Werten gehörenden Stamm- und Vorzugsaktien sowie die Aktie von ProSieben. Der Medienunternehmen ist im Juli 1997 an die Börse gekommen, die Aktie wird sehr rege gehandelt.

Die Handelszeiten von Xetra sind zunächst von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr - unverändert zum IBIS-System. Der erste Xetra-DAX, der den IBIS-DAX ersetzt, wird um 8.40 Uhr mit 3.966,02 Punkten bestimmt.

Bis 12 Uhr, also in den ersten 3,5 Stunden, werden 3.900 Trades abgeschlossen.

Dabei können zunächst nur Aufträge gehandelt werden, die die Mindestschlussgröße oder ein ganzzahliges Vielfaches davon erreichen. Die Mindestschlussgrößen entsprechen damals denen von IBIS und liegen zwischen 50 und 1.000 Aktien.

Wichtige Schritte .

In der Voraussicht extremer Marktbedingungen sollen Schutzmechanismen in Situationen mit extremen Volatilitäten greifen. Dies kommt insbesondere beim algorithmischen Handel zum Tragen. Das Computer-System wird so ausgelegt, dass automatisch eine Auktion zur maximalen Marktkonsolidierung stattfindet. Die Volatilitätsunterbrechung existiert heute noch und stellt weltweit einen einzigartigen Marktstandard dar, der sich fortlaufend bewährt hat.

Oktober 1998 wird Xetra auf Privatanleger erweitert. Alle Ordergrößen ab einem Stück werden zugelassen. Gleichzeit steigt die Anzahl handelbarer Instrumente. Damit einher geht die Einführung der Designated Sponsors als Liquiditätsspender.

Die IPO-Funktionalität kommt erstmals im Mai 1999 zum Einsatz. Die erste Preisfeststellung nach Börsengang findet über eine Auktion innerhalb einer vorgegebenen Spanne zum Handelsstart statt.

Am 11. April 2000 startet die Deutsche Börse als erste europäische Börse den Handel mit Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Seitdem ist Xetra der führende Handelsplatz für ETFs in Europa.

Mit der Iceberg-Order erhält Xetra Oktober 2000 eine weitere Innovation: Statt das Gesamtvolumen einer Order preiszugeben, wird im Orderbuch für andere Marktteilnehmer nur die festgelegte Spitze sichtbar.

Ab März 2003 tritt der zentrale Kontrahenten im Aktienhandel automatisch als Gegenpartei für Käufer und Verkäufer ein. Für die Marktteilnehmer bedeutet diese Neuerung einen erheblichen Effizienzgewinn.

Die Zertifikatebörse, d.h. der Handel mit strukturierten Produkten und Optionsscheinen wechselt technologisch im April 2008 auf Xetra. Damit wird das Handelsmodell "fortlaufende Auktion mit Spezialist" eingeführt.

Im Mai 2011 migriert der gesamte Parketthandel auf die Xetra-Technologie.

Seit Juli 2017 nutzt der Xetra-Handel das Handelssystem T7, das auch an der Terminbörse Eurex zum Einsatz kommt.

bis heute

Aktuell hat der Handelsplatz Xetra einen Anteil von rund 90 Prozent am gesamten Handelsvolumen aller deutschen Börsen. Im Schnitt werden mit den rund 2.500 liquide handelbaren Wertpapieren, darunter deutsche und internationale Aktien sowie Exchange Traded Products wie ETFs täglich über 5 Milliarden Euro umgesetzt. Xetra ist damit der weltweite Referenzmarkt für deutsche Aktien und der führende Börsenplatz für ETFs in Europa.

Heute wird der Anteil des Ordervolumens von privaten Anlegern auf ca. 10 Prozent geschätzt.

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    1990 führt die Deutsche Terminbörse DTB, der Vorläufer der Eurex, den elektronischen Handel in Deutschland ein und schafft damit die technische Grundlage für Xetra. Regulatorisch bedeutet der Europäische Pass, den es seit Anfang der Neunziger gibt, eine wichtige Voraussetzung für ein dezentrales elektronisches Handelssystem. Der Pass ermöglicht, dass Finanzinstitute, die in einem EU-Land eine Zulassung haben, in jedem anderen Mitgliedstaat tätig sein dürfen.

    Die Vorläufer

    Zusätzlich zum Präsenzhandel vor Ort auf dem Parkett wurde 1989 ein telefonisches Interbanken-System eingeführt, das Geschäfte in den am häufigsten gehandelten Titeln erleichtern sollte. Bereits 1991 löste IBIS den ersten elektronischen Ansatz ab. Die Abkürzung steht für integriertes Börsenhandels- und Informationssystem. Mit der ersten Computer-Börse wurde auch der anonyme Handel eingeführt.

    1994 trifft die Deutsche Börse die strategische Entscheidung, den Handel an der Frankfurter Börse auf ein vollelektronisches System umzustellen. Ein Ausbau des Finanzplatzes Frankfurt scheint ansonsten nicht möglich - der Parketthandel ist nicht skalierbar, das IBIS-System ebenso wenig.

    Die Vorbereitung bis zum Handelsstart 1997 erfolgt im engen Zusammenspiel mit den Handelshäusern, die sich eine Öffnung des Orderbuchs und damit deutlich mehr Transparenz wünschen, sowie den zuständigen Aufsichtsbehörden. Sie sind Unterstützer dieser technologischen Revolution.

    Anfang 1996 startet die technologische Entwicklung des Xetra-Systems - insgesamt dauerte diese 18 Monate.

    Seit 1. September 1997 haben die Deutsche Börse und die angebundenen Teilnehmerinstitute für den "X-Day" geprobt. Insgesamt 45 Simulationstage werden zur optimalen Vorbereitung genutzt. Die Simulation wird am 20. November 1997 erfolgreich abgeschlossen, IBIS am 27. November 1997 um 17.00 Uhr abgestellt.

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