02.10.2015, 2320 Zeichen
Börsianer neigen gerne Mal zu Übertreibungen. Gerade wurden Milliarden bei Volkswagen (WKN 766403) an Börsenwert im Zuge des Skandals um manipulierte Abgaswerte in den USA vernichtet. Zuvor wurden die Versorgerwerte RWE (WKN 703712) und E.ON (WKN ENAG99) regelrecht verprügelt. Doch noch scheint ein Umdenken eingesetzt zu haben.
Am Freitag gehörten die Papiere von RWE und E.ON zu den Top-Performern im DAX, nachdem „Bloomberg“ berichtet hatte, dass sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel für staatliche Hilfen für die mit der deutschen Energiewende kämpfenden Versorger ausgesprochen hatte. Eine von „Sell“ auf „Hold“ erhöhte Einschätzung für die RWE-Aktie vonseiten der Analysten bei der Société Générale hatte auch nicht geschadet. Zwar wurde das Kursziel für die Aktie der Essener von 12,50 auf 10,00 Euro gesenkt, allerdings ist man auf Analystenseite der Ansicht, dass die Diskussion um die Rückstellungen für den Atom-Ausstieg für die deutschen Versorger womöglich gut ausgehen sollte.
Als Dividendenpapiere haben RWE & Co zuletzt sogar an Attraktivität gewonnen. Wenn man nur auf die Dividendenrenditen schaut, dann sind diese im Zuge der jüngsten Kursstürze geradezu in die Höhe geschossen. Wer freut sich nicht über 7 Prozent, wenn die Renditen für Tages- oder Festgeld nach Abzug der Inflation sogar negativ ausfallen. Es gilt aber auch die Risiken wie wegbrechende Geschäfte in der konventionellen Stromerzeugung und die Unsicherheiten bei den Regulierungsvorschriften mit zu bedenken. Anleger, die von steigenden Kursen der RWE-Aktie ausgehen, könnten sich das Hebelprodukt mit der WKN CW4HR6 ansehen. RWE-Pessimisten könnten derweil auf das Produkt mit der WKN CW4ARX setzen.
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Wiener Börse Party #1202: ATX unverändert, der IPO-Index trudelt und ist die Addiko-Geschichte wirklich schon gegessen?
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