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Deutsche Post: Eine fast schon herzerwärmende Geschichte (Christian-Hendrik Knappe)

16.08.2017, 4716 Zeichen

Die Deutsche Post konnte Anleger zuletzt überzeugen, nicht nur als Paket- und Briefzusteller, sondern auch als Autohersteller. Die Aktie kletterte auf einen neuen Rekordstand. Es bleibt jedoch die Frage, ob der Bonner DAX -Konzern langfristig im Autosektor mithalten kann. Zudem könnte für die Deutsche-Post-Aktie nach einer ausgedehnten Kursrallye die Zeit für eine Korrektur gekommen sein.

Wer hätte vor Jahren noch gedacht, dass die Deutsche Post ganz groß in das Automobilgeschäft einsteigen würde. Der Megatrend Elektromobilität und die jüngsten Diesel-Skandale haben die Spielregeln geändert. Es ist fast schon eine herzerwärmende Geschichte: Als die Deutsche Post bei den großen Automobilkonzernen angefragt hatte, um gemeinsam einen rein elektrisch fahrenden Transporter zu bauen, haben diese abgewunken. Also musste man den StreetScooter selbst entwickeln und in Eigenregie produzieren.

Der ehemalige Staatskonzern vergrößert seine emissionslose Flotte von Lieferfahrzeugen immer weiter. Bis 2050 sollen Pakete und Briefe sogar völlig emissionsfrei an den Mann gebracht werden. Inzwischen muss nicht nur der Eigenbedarf an kleinen E-Transportern gedeckt werden. Die Diskussionen um mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in deutschen Innenstädten bescheren der Deutschen Post neue Kunden aus dem Handwerk oder den Kommunen.

Die Deutsche Post macht derzeit jedoch nicht nur eine gute Figur als Autohersteller. Das eigentliche Kerngeschäft lief zuletzt rund. Dazu trägt dank des boomenden Online-Handels insbesondere das Paketgeschäft bei. Das Wachstum kam im zweiten Quartal vor allem aus dem europäischen Paketgeschäft. Dort lag das Umsatzplus laut Konzernangaben vom 8. August bei 61,5 Prozent. Wachstumstreiber war in erster Linie die Übernahme von UK Mail. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse im Juni-Quartal bei 14,8 Mrd. Euro – ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) stieg um 11,8 Prozent auf 841 Mio. Euro.

Dank der starken operativen Performance legte die Deutsche Post das beste zweite Quartal der Unternehmensgeschichte hin. Und dies nachdem zu Jahresbeginn 2017 bereits das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte gefeiert wurde. Zudem wurde das 2017er-Jahresziel mit einem Anstieg des Konzern-EBIT auf rund 3,75 Mrd. Euro vonseiten des Managements bestätigt. Genauso wie das Ziel, den operativen Gewinn im Zeitraum 2013 bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent pro Jahr zu steigern. Somit ist es wohl kein Wunder, dass die Aktie der Deutschen Post nach Bekanntgabe der neuesten Zahlen auf ein neues Rekordhoch kletterte.

Für die Deutsche-Post-Aktie geht es seit mehr als einem Jahr fast ununterbrochen nach oben. So langsam könnte die Zeit für eine Korrektur gekommen sein. Allein schon wegen möglicher Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt erreichten Rekordhoch. Außerdem hat sich das Gesamtmarktumfeld jüngst ziemlich schwach gestaltet (siehe Nordkorea-Krise). Darüber hinaus garantiert der Ausflug in den Automobilsektor nicht auf Dauer Erfolge. Um langfristig mithalten zu können, sind hohe Investitionen vonnöten, während insbesondere die innovativen deutschen Konkurrenten Rückstände in der Entwicklung von kleinen und möglicherweise irgendwann auch größeren E-Transportern schnell aufholen könnten.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Deutsche-Post-Aktie erwarten, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DL9J6U) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,13, die Knock-Out-Schwelle bei 27,95 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DM3VGL, aktueller Hebel 5,30; Knock-Out-Schwelle bei 39,55 Euro) auf fallende Kurse der Deutsche-Post-Aktie setzen.

Stand: 15.08.2017

© Deutsche Bank AG 2017Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung.Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Weitere, ausführlichere Angaben zu den Wertpapieren einschließlich der Risiken sind den jeweiligen Basisprospekten, nebst etwaiger Nachträge („Basisprospekte“) sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen zu entnehmen. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Anleger können die Basisprospekte nebst den jeweiligen Endgültigen Bedingungen bei der Deutsche Bank AG, Mainzer Landstraße 11-17, 60329 Frankfurt am Main (Deutschland) kostenlos in Papierform und deutscher Sprache erhalten und unter www.xmarkets.de herunterladen.

Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.


(16.08.2017)

© Deutsche Bank AG -
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