22.05.2017, 6287 Zeichen
Die gute Nachricht vorweg: Der DAX bewegt sich wieder. Als Kehrseite dieser Volatilität brachte er jedoch nicht für alle Marktteilnehmer die richtigen Impulse. Dies ist an der Börse jedoch normal und wie im privaten Umfeld kann der DAX es eben nicht allen gleichzeitig Recht machen. Ein kurzer Rückblick und die folgende DAX-Chartanalyse soll Ihnen nun den Sonntag und später den Handelsstart in die neue Woche versüßen.
Volatilität endlich angesprungen
Nach der „extrem langweiligen Vorwoche“ (siehe Vorwochenanalyse hier im Blog) startete der DAX zunächst positiv und bereits über der Vorwochen-Zone, die ich dort markiert hatte:
Ein erster Ausbruchsversuch war damit gegeben, verlief jedoch schon nach den ersten Handelsminuten rückläufig. Das GAP war etwas zu groß und so bot sich gleich ein GAP-Trade an:
Erst bei 12.730 Punkten kam der Markt schließlich zum Stehen und lockte neue Käufer an. Diese kamen dann jedoch sehr massiv in der zweiten Tageshälfte und schafften sogar einen Schlusskurs über 12.800 Punkten und damit ein Tages-Reversal.
In der Bandbreite zwischen Vorwochen-Hochs und Montagseröffnung spielte sich der DAX am Dienstag ein. Er versuchte erneut auf der Oberseite auszubrechen, wie hier (und im Forum) zu sehen war:
Mit Kursen von 12.841 Punkten markierte er am Dienstag zwar ein neues XETRA-Allzeithoch, hielt dies jedoch nicht bis zum Feierabend durch. Und dann kam der Mittwoch….
Bereits zur Eröffnung gab es im Markt Verkaufsdruck, der aus den USA herrührte. Denn dort nahm die Unsicherheit über den US-Präsidenten Trump und etwaigen Verbindungen zu Russland zu. Beeinflussung von FBI-Chef Comey, dessen Entlassung und brisante Gesprächsprotokolle könnten im Extremfall sogar zu einem Amtsenthebungsverfahren führen.
Doch was hat dies mit der Börse zu tun?
Die Antwort ist recht naheliegend: Eine so große Wirtschaftsmacht wie die USA ohne Führungsrolle UND ein Wegfall der Versprechungen wie Steuerreform und Infrastrukturinvestitionen wären für die US-Wirtschaft ein harter Schlag. Und damit auch für die börsennotierten Unternehmen, die letztlich AUCH wegen dieser Phantasien im vergangenen halben Jahr so stark gelaufen waren. Es entstand dabei übrigens der größte Tagesverlust im Dow Jones seit dem Amtsantritt von Donald Trump! Und dies am Geburtstag der Wall Street, die 225 Jahre alt wurde.
Der DAX ging somit bereits am Morgen in Deckung und legte ein mögliches Mehrfach-Hoch frei:
Parallel dazu gab es im Gold (immer wieder als „Krisenwährung“ benannt) ein Kaufsignal:
Das hatte ich als News HIER abgelegt und entsprechend gehandelt: http://www.trading-treff.de/trading-an-der-boerse/trading-signal-im-gold Das Kursziel wurde übrigens einen Tag später schon erreicht.
Der Druck im DAX führte ihn unter die Marke von 12.600 und sorgte auch im weiteren Verlauf am Donnerstag für anhaltende Unsicherheit. Es hatte sich ein starker Trend für die Bären herausgebildet:
welcher direkt zur Unterstützung bzw. einem noch offenen GAP vom 04. Mai führte:
Wer hier nicht auf der bärischen Seite positioniert war, war gut beraten, nicht in das fallende Messer zu greifen. Denn anders als noch seit Wochen gewohnt, kam nicht bereits nach 50 oder 100 Punkten ein V-Reversal mit schnellem Richtungswechsel. Es musste auf ein entsprechendes Signal gewartet werden. Ein solches lag erst am Nachmittag vor, wie ich ebenfalls auf nextmarkets vorstellte:
Es führte letztlich zur Eindämmung der Wochenverluste, jedoch nicht mehr an die Hochpunkte heran. Am Ende blieb ein Minus auf Wochenbasis von genau einem Prozent im DAX. Kein Grund für eine Panik, aber doch ein Wachrütteln für die Bullen.
DAX-Chartanalyse für die neue Handelswoche
Greifen wir das Chartbild (Stundenchart) aus der Vorwoche mit der sehr geringen Volatilität und der Trendlinie ab Frankreich-Wahl noch einmal auf:
Hier wurde der gezeigte Trend klar gebrochen, zur Verdeutlichung erfolgt nun eine Umschaltung auf 4 Stunden Chart:
Das Ende dieser Bewegung und damit die Unterstützung im Markt fand sich bei knapp unter 12.500 Punkten und damit den Hochs aus Ende April:
Von hier gelang ein dynamischer Anstieg von in der Spitze 170 Punkten. Eine Trendwende ist dies jedoch, wie im Forum bereits vermerkt, nicht. Für das kommende Signal ist vielmehr der Bereich von 12.600 bis 12.650 relevant.
Aus diesem Grund habe ich in dieser DAX-Chartanalyse den Bereich einmal im Stundenchart gelb markiert. Er erstreckt sich mit mehreren Berührungspunkten seit Monatsbeginn nun durch die Chartlandschaft:
Basierend auf dieser Einstellung ist ein Ausbruch für mich ein jeweils prozyklisches Signal. Konkret: Kurse über 12.650 sind ein Long-Signal und Kurse unter 12.587 (Tiefpunkt von Mittwoch) das entsprechende Short-Signal. Im Chart verortet sehen diese beiden Trigger wie folgt aus:
An Terminen neben „Donald Trump“, dem ein eigener Dauertermin eingeräumt werden sollte, steht am Mittwoch das Notenbankprotokoll FOMC um 20 Uhr als wichtigster Termin an.
Doch soweit ist es noch nicht und wir sollten nach dieser DAX-Chartanalyse die ersten Kurse zum Wochenstart abwarten und dann erst entsprechend reagieren. Weitere Analysen gibt es natürlich HIER
Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg und verbleibe mit den besten Grüßen,
Andreas Mueller – Bernecker1977
Ein Beitrag von Andreas Mueller
Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de
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