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18.01.2017, 5040 Zeichen

 Finanzvorstand Ales Starek ist erst kurz im Amt - dennoch will er für Stabilität im Unternehmen sorgen. Ein neuer CEO soll bald präsentiert und der Bereich Interiors profitabel gemacht werden.

Mit dem Investor Relations Chef Manuel Taverne und Finanzvorstand Ales Starek waren es gleich zwei Vertreter, die FACC dem Publikum bei der BSN Roadshow #65 im Dezembber näher bringen wollten. Starek hat sein Amt erst am 1. Oktober 2016 übernommen. Der gebürtige Tscheche war bereits in Deutschland, China, Japan und Korea tätigt. Seine Ausbildung absolvierte er teilweise in den USA.

Leichtbaukomponenten

Bei FACC geht es im Grunde genommen um genau eine Sache. Und zwar um Leichtbaukomponenten für Flugzeuge. Genauer gesagt ist das Unternehmen „führend in der Entwicklung und Produktion von Komponenten und Systemen aus Composite-Materialien“. Damit erwirtschafteten die weltweit 3200 Mitarbeiter des Unternehmens im Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro. 

In Österreich befinden sich vier Werke und zwei Entwicklungszentren. Zu den Kunden gehören die Riesen der Branche, das sind Boeing und Airbus. Aber auch Vertreter aus der zweiten Reihe, wie Embraer, Bombardier und Rolls Royce werden beliefert.

Ökonomische Nachhaltigkeit

Der Fokus liegt bei FACC bei der okönomischen Nachhaltigkeit. Heißt: „Deutliches Wachstum in allen Segmenten des Konzerns“. Diese Segmente heißen „Aerostructures“, „Engine & Nacelles“ und „Interiors“. 

„Wir wollen das Theman Nachhhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Nachhaltiges Wachstum in allen Segmenten und auch Nachhaltigkeit in Bezug auf die Ergebnisse“, erklärt CFO Starek.

Es gibt drei Segmente. Der Ist-Zustand zeigt folgendes: „Der Bereich Aerostructures ist den anderen Bereichen ein bisschen voraus. Das Produktportfolio ist ein bisschen älter und ein bisschen weiter im Lebenszyklus, der sich allerdings auf 20 bis 30 Jahre erstreckt“, erläutert Starek. 

„Die anderen beiden Segmente haben ein jüngeres Portfolio und sind hauptsächlich noch in den Ramp-Up-Phasen. Aber auch da müssen wir zu einer Nachhaltigkeit in der Ergebnissituation kommen.”

CEO gesucht

Starek ist sich der Herausforderung seiner Arbeit bewusst: „Stabilität im Unternehmen fängt im Vorstand an. Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Sowohl der Herr Machtlinger als auch ich stehen für diese Stabilität. Wir werden in absehbarer Zeit auch eine Entscheidung über den CEO vom Aufsichtsrat hören.“ Zur Erinnerung: Anfang des Jahres hat der Fake President Incident dem Unternehmensgründer und langjährigen FACC-Chef Walter Stephan überraschend den Sessel als Vorstandsvorsitzender gekostet. Die Aufarbeitung dieses Vorfalls schlägt sich auch auf die Zahlen nieder. „Das ist einfach so. Die Aufarbeitung kostet Geld und das müssen wir investieren, um dieses Thema sauber abzuschließen. Anders geht es nicht”, gibt sich Starek pragmatisch.

 Im GJ 2014/15 lag das EBIT bei einem Minus von 14,5 Mio. Euro. Ein Jahr später erzielte man ein Plus von 6 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr liegt das Plus mit 4,6 Millionen Euro deutlich darunter. „Wir würden uns aber im Bereich des Vorjahres bewegen, wenn nicht zusätzliche Kosten angefallen wären, die mit den Themen und Schwierigkeiten zusammenhängen, die wir Anfang des Jahres hatten.“ 

Innovation 

„Innovation ist sehr wichtig für uns. Wir müssen am Ball bleiben. Wir müssen unsere Innovationen vorantreiben“, gibt der Finanzvorstand die Devise vor. Hier ist zum Beispiel die „wirklich bahnbrechende“ thermografische Inspektionsmethode zu nennen. „Das Team hat fast zehn Jahre an dieser Technologie gefeilt“, ist Starek stolz. „Im Endeffekt heißt das, dass wir jetzt in der Lage sind, viel schneller und viel zuverlässiger eventuelle Strukturschäden in den Teilen zu erkennen. Früher hat man das mit Ultraschall gemacht - das hat lange gedauert. Man musste das Teil aus dem Produktionsprozess rausnehmen und untersuchen. Mit diesem neuen Verfahren können wir das in der Produktion direkt messen. Und damit sparen wir Zeit.”

Das Sorgenkind

In allen drei Bereichen gab es zum Halbjahr deutliche Umsatzsteigerungen, insgesamt stieg der Umsatz im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres um 22 Prozent. Die Interiors haben aufgrund des Ramp-Ups das stärkste Wachstum gezeigt. „Wir haben in diesem Halbjahr über 300 Millionen umgesetzt und so gesehen gehen wir davon aus, dass wir auf das Geschäftsjahr gesehen etwas mehr als 600 Millionen Euro umsetzen können“, so Starek. 

Die Aerostructures sind der größte EBIT-Bringer mit 14,2 Millionen Euro zum Halbjahr 2016/17. Die EBIT-Marge liegt hier bei rund 10 Prozent. Engines & Necalles schlug mit einem Minus von 3,7 Millionen Euro zu Buche. “Die haben im 2. Quartal allerdings eine Null geschrieben. Heißt: Die haben wir in die Plus-Zone gehoben”. „Das Sorgenkind sind die Interiors, die Innenaustattungen“, bringt es Starek auf den Punkt. Hier lag das Minus bei 5,9 Millionen Euro. „Da hatten wir signifikante Produktionsanläufe. Das hat sich entsprechend auf das Ergebnis niedergeschlagen.“

Aus dem Fachheft 51c, "Roadshow #65".



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Bildnachweis

1. Peter Heinrich (BRN), Manuel Taverne (FACC), Aleš Stárek (FACC) , (© Martina Draper/photaq)   >> Öffnen auf photaq.com

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    18.01.2017, 5040 Zeichen

     Finanzvorstand Ales Starek ist erst kurz im Amt - dennoch will er für Stabilität im Unternehmen sorgen. Ein neuer CEO soll bald präsentiert und der Bereich Interiors profitabel gemacht werden.

    Mit dem Investor Relations Chef Manuel Taverne und Finanzvorstand Ales Starek waren es gleich zwei Vertreter, die FACC dem Publikum bei der BSN Roadshow #65 im Dezembber näher bringen wollten. Starek hat sein Amt erst am 1. Oktober 2016 übernommen. Der gebürtige Tscheche war bereits in Deutschland, China, Japan und Korea tätigt. Seine Ausbildung absolvierte er teilweise in den USA.

    Leichtbaukomponenten

    Bei FACC geht es im Grunde genommen um genau eine Sache. Und zwar um Leichtbaukomponenten für Flugzeuge. Genauer gesagt ist das Unternehmen „führend in der Entwicklung und Produktion von Komponenten und Systemen aus Composite-Materialien“. Damit erwirtschafteten die weltweit 3200 Mitarbeiter des Unternehmens im Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro. 

    In Österreich befinden sich vier Werke und zwei Entwicklungszentren. Zu den Kunden gehören die Riesen der Branche, das sind Boeing und Airbus. Aber auch Vertreter aus der zweiten Reihe, wie Embraer, Bombardier und Rolls Royce werden beliefert.

    Ökonomische Nachhaltigkeit

    Der Fokus liegt bei FACC bei der okönomischen Nachhaltigkeit. Heißt: „Deutliches Wachstum in allen Segmenten des Konzerns“. Diese Segmente heißen „Aerostructures“, „Engine & Nacelles“ und „Interiors“. 

    „Wir wollen das Theman Nachhhaltigkeit in den Vordergrund stellen. Nachhaltiges Wachstum in allen Segmenten und auch Nachhaltigkeit in Bezug auf die Ergebnisse“, erklärt CFO Starek.

    Es gibt drei Segmente. Der Ist-Zustand zeigt folgendes: „Der Bereich Aerostructures ist den anderen Bereichen ein bisschen voraus. Das Produktportfolio ist ein bisschen älter und ein bisschen weiter im Lebenszyklus, der sich allerdings auf 20 bis 30 Jahre erstreckt“, erläutert Starek. 

    „Die anderen beiden Segmente haben ein jüngeres Portfolio und sind hauptsächlich noch in den Ramp-Up-Phasen. Aber auch da müssen wir zu einer Nachhaltigkeit in der Ergebnissituation kommen.”

    CEO gesucht

    Starek ist sich der Herausforderung seiner Arbeit bewusst: „Stabilität im Unternehmen fängt im Vorstand an. Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Sowohl der Herr Machtlinger als auch ich stehen für diese Stabilität. Wir werden in absehbarer Zeit auch eine Entscheidung über den CEO vom Aufsichtsrat hören.“ Zur Erinnerung: Anfang des Jahres hat der Fake President Incident dem Unternehmensgründer und langjährigen FACC-Chef Walter Stephan überraschend den Sessel als Vorstandsvorsitzender gekostet. Die Aufarbeitung dieses Vorfalls schlägt sich auch auf die Zahlen nieder. „Das ist einfach so. Die Aufarbeitung kostet Geld und das müssen wir investieren, um dieses Thema sauber abzuschließen. Anders geht es nicht”, gibt sich Starek pragmatisch.

     Im GJ 2014/15 lag das EBIT bei einem Minus von 14,5 Mio. Euro. Ein Jahr später erzielte man ein Plus von 6 Mio. Euro. Im laufenden Geschäftsjahr liegt das Plus mit 4,6 Millionen Euro deutlich darunter. „Wir würden uns aber im Bereich des Vorjahres bewegen, wenn nicht zusätzliche Kosten angefallen wären, die mit den Themen und Schwierigkeiten zusammenhängen, die wir Anfang des Jahres hatten.“ 

    Innovation 

    „Innovation ist sehr wichtig für uns. Wir müssen am Ball bleiben. Wir müssen unsere Innovationen vorantreiben“, gibt der Finanzvorstand die Devise vor. Hier ist zum Beispiel die „wirklich bahnbrechende“ thermografische Inspektionsmethode zu nennen. „Das Team hat fast zehn Jahre an dieser Technologie gefeilt“, ist Starek stolz. „Im Endeffekt heißt das, dass wir jetzt in der Lage sind, viel schneller und viel zuverlässiger eventuelle Strukturschäden in den Teilen zu erkennen. Früher hat man das mit Ultraschall gemacht - das hat lange gedauert. Man musste das Teil aus dem Produktionsprozess rausnehmen und untersuchen. Mit diesem neuen Verfahren können wir das in der Produktion direkt messen. Und damit sparen wir Zeit.”

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    In allen drei Bereichen gab es zum Halbjahr deutliche Umsatzsteigerungen, insgesamt stieg der Umsatz im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres um 22 Prozent. Die Interiors haben aufgrund des Ramp-Ups das stärkste Wachstum gezeigt. „Wir haben in diesem Halbjahr über 300 Millionen umgesetzt und so gesehen gehen wir davon aus, dass wir auf das Geschäftsjahr gesehen etwas mehr als 600 Millionen Euro umsetzen können“, so Starek. 

    Die Aerostructures sind der größte EBIT-Bringer mit 14,2 Millionen Euro zum Halbjahr 2016/17. Die EBIT-Marge liegt hier bei rund 10 Prozent. Engines & Necalles schlug mit einem Minus von 3,7 Millionen Euro zu Buche. “Die haben im 2. Quartal allerdings eine Null geschrieben. Heißt: Die haben wir in die Plus-Zone gehoben”. „Das Sorgenkind sind die Interiors, die Innenaustattungen“, bringt es Starek auf den Punkt. Hier lag das Minus bei 5,9 Millionen Euro. „Da hatten wir signifikante Produktionsanläufe. Das hat sich entsprechend auf das Ergebnis niedergeschlagen.“

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