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ATX-Trends: Zögerliche Investoren (Mario Tunkowitsch, Wiener Privatbank)

22.12.2016, 3437 Zeichen
  • Die Investoren agierten gestern zögerlich, auf hohem Kursniveau und kurz vor Weihnachten wird die Luft dünner an den Börsen. Der Bankensektor stand klar im Mittelpunkt des Geaschehens: Die Aktien der Banca Monte dei Paschi zeigten sich extrem volatil. Zunächst brach der Kurs um fast 20% ein, um anschließend wieder ins Plus zu drehen. Am Abend schloss der Kurs 12,1% im Minus. "Die Aktien standen heute enorm unter Druck, nachdem bestätigt worden war, dass die Liquidität nur noch für vier Monate ausreicht", sagte ein Analyst. Das sei erheblich weniger, als ursprünglich angenommen. Auch die spanischen Bankenwerte standen unter Druck, nachdem der Europäische Gerichtshof Rückzahlungen an Hypothekenkunden der Geldhäuser verlangt hatte. Bis zu 5 Milliarden Euro könnten auf Spaniens Banken zukommen. Liberbank brachen um 13,4% ein und Banco Popular verloren 5,8%. BBVA gaben um 0,9% nach und Banco Sabadell um 1,3%. Der europäische Bankenindex verlor dagegen nur 0,3%. Der ATX gewann 0,2%, gesucht waren DO&CO (+3,9%), SBO (+2,8%) und Wienerberger (+2,1%).
     
  • Auch am Mittwoch hat es vorerst nicht geklappt: Die Marke von 20.000 Punkten blieb zunächst unangetastet beim Dow-Jones-Index. Beobachter bleiben aber zuversichtlich. "Wir haben in den letzten Monaten den Brexit, die US-Präsidentschaftswahl und das Italien-Referendum mit überraschenden Ergebnissen überstanden und der Markt zeigt sich dennoch weiterhin mit Aufwärtspotenzial", merkten diverse Analysten an. Die Hoffnung auf staatliche Investitionen, eine Steuerreform und einen Abbau von Regularien nach der Wahl von Donald Trump hätten sich als Katalysator für die Märkte erwiesen. Dazu kamen in dieser Woche der positive Ausblick von US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen und die erstmals seit Mai 2015 wieder etwas positivere Einschätzung der japanischen Wirtschaft durch die Bank of Japan. Die am Mittwoch kurz nach Handelsbeginn veröffentlichten Daten zu den Verkäufen bestehender Häuser für November setzten hingegen keine Akzente, obwohl die Verkaufszahlen im vergangenen Monat etwas stärker als erwartet gestiegen waren.
     
  • Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi scheint auf Staatshilfe angewiesen zu sein. Denn offenbar hat die Bank große Mühe, genügend Abnehmer für ihre neuen Aktien zu finden. Das berichtet eine mit der Situation vertraute Person. Das älteste Geldinstitut der Welt hatte diese Woche eine Kapitalerhöhung begonnen, zudem wurde Anleiheinhabern angeboten, ihre Juniorbonds in Aktien zu tauschen. Damit will Monte dei Paschi 5 Milliarden Euro neues Kapital aufnehmen. Die Aktien waren Mittwoch eingebrochen, nachdem die Bank einräumen musste, dass ihre Liquidität nur für 4 Monate anstelle der zuvor genannten elf Monate reiche. Unter anderem will Monte dei Paschi über den Markt Aktien an einen oder mehrere große Investoren verkaufen, das Angebot läuft bis Donnerstagmittag. Doch bislang hat sich offenbar kein Interessent gemeldet. Das italienische Parlament hat grünes Licht für ein mögliches Bankenhilfspaket der Regierung im Umfang von bis zu 20 Milliarden Euro gegeben. Der Senat und die Abgeordnetenkammer stimmten einer entsprechenden Anfrage der Regierung zu.
     
  • Die europäischen Aktienmärkte sind vorbörslich unverändert indiziert. Die asiatischen Börsen schließen uneinheitlich. Von der Makroseite werden diverse US-Konjunkturdaten gemeldet. Von der Unternehmensseite ist es relativ ruhig.

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