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Deutsche Bank: Aufgehellte Lage (Michael Vaupel, Marc Schmidt)

Autor:
Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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19.10.2016, 2439 Zeichen

Es ist erst wenige Wochen her, als der Kurs der Deutsche Bank -Aktie (WKN: 514000 / ISIN: DE0005140008) damit kämpfte, nicht einstellig zu werden. Schon war von einer drohenden Kapitalerhöhung oder gar Zahlungsunfähigkeit des Bankhauses die Rede, da Milliardenzahlungen für offene Rechtsstreitigkeiten drohen und dafür die Rückstellungen nicht ausreichen. Inzwischen hat sich die – gefühlte – Stimmungslage deutlich aufgehellt.

Deutsche-Bank-Chart: finanztreff.de

Deutsche-Bank-Chart: finanztreff.de

Der Aktienkurs steht wieder gut 20% über der 10-Euro-Marke, und auch die Nachrichtenlage hat sich etwas aufgehellt. So konnte die Deutsche Bank auf „Nebenkriegsschauplätzen“ punkten. Ein Beispiel: Das Bankhaus meldete, vom „Asia Risk Magazine“ zur „Renminbi-Bank des Jahres“ gewählt worden zu sein. Und die chinesische Währung soll demnach bis 2020 die am drittmeisten gehandelte Währung werden. Eine starke Positionierung bei Cross Currency- und Devisen-Swaps mit Renminbi könnte sich da durchaus auszahlen. Allerdings:

Mögliche Zahlung in den USA weiter entscheidend

Bis dahin kann noch viel passieren, und es gibt mindestens einen Punkt, der kurzfristig bedeutend wichtiger für die Entwicklung der Deutschen Bank ist: Die Höhe der Zahlung, die ans US-Justizministerium gehen wird! Noch immer ist offen, auf welche Zahlung sich das Bankhaus mit der Behörde einigen wird. Die Deutsche Bank setzt darauf, die Zahlung auf Werte möglichst unter 5 Mrd. Dollar zu drücken, denn das würde noch gerade durch die Rückstellungen abgedeckt.

Doch was, wenn nicht? Derzeit offen! Das hängt weiter wie ein Damoklesschwert über dem Aktienkurs, „Renminbi-Bank des Jahres“ hin oder her. Und Hand aufs Herz: Wer mag wirklich genau einzuschätzen, wie hoch das Netto-Risiko beim Derivate-Portfolio der Deutschen Bank ist? Ich jedenfalls nicht: Dessen Volumen soll mehr als eine Billion (!) betragen.

Und hier noch das Zitat zum Tag:

„Baue den Brunnen, wenn du Kraft hast, nicht, wenn du Durst hast.“ – Chinesisches Sprichwort

Ein Beitrag von Michael Vaupel

Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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(19.10.2016)

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