22.06.2016, 4245 Zeichen
Die Fed hebt die US-Leitzinsen vorerst nicht an. Aufgrund der schwächer werdenden Dynamik am US-Arbeitsmarkt, einer anhaltend niedrigen Inflation und der Sorgen vor einer Konjunktureintrübung könnte selbst eine gelpolitische Lockerung auf die Tagesordnung zurückkehren. Dies sollte ganz besonders Goldpreis-Bullen freuen.
Am 14. und 15. Juni kamen die US-Währungshüter zu ihrer jüngsten Notenbanksitzung zusammen. Dabei hatten Fed-Chefin Janet Yellen & Co nicht viel Neues zu berichten. Dass die Fed den Leitzins bei 0,25 bis 0,50 Prozent unverändert lies, hatte gleich mehrere Gründe. Ein wesentlicher Grund dürfte die Abstimmung in Großbritannien über den Verbleib des Königreichs in der Europäischen Union (EU) gewesen sein. Schließlich möchte die Fed nicht auch noch mit höheren Leitzinsen zusätzliches Öl ins Feuer gießen. Immerhin konnte man zuletzt sehr gut beobachten, welch negativen Effekt die „Brexit“-Ängste auf die Finanzmärkte ausüben können. Zumindest wird in dieser Woche in Sachen „Brexit“ endlich Klarheit herrschen.
Es darf jedoch bezweifelt werden, dass endgültig Ruhe einkehrt. Je knapper die Abstimmung in die eine oder andere Richtung ausgeht, desto eher ist damit zu rechnen, dass die Diskussionen weitergehen und sich die „Leave“- sowie „Stay“-Lager weiterhin streiten. Außerdem könnten unabhängig vom Ausgang der Abstimmung in anderen europäischen Diskussionen über einen Austritt aus der Union angestoßen werden. Sollte die Verunsicherung anhalten, dürften Anleger erneut so genannte „Sicher Häfen“ ansteuern. Dazu gehört seit jeher Gold . Dabei konnten Edelmetallinvestoren zuletzt mitansehen, wie schnell „Brexit“-Sorgen oder andere Marktunsicherheiten die Notierungen für das gelbe Edelmetall ansteigen lassen können.
Neben einer möglicherweise anhaltend hohen Nachfrage nach Sicherheitsinvestments könnte dem Goldpreis auch die weitere Geldpolitik der Fed zugutekommen. Während die US-Notenbank die Leitzinsen zuletzt auch aufgrund der „Brexit“-Sorgen nicht angehoben haben dürfte, ist es nicht sicher, dass die Leitzinsen auf der nächsten Sitzung Ende Juli bei einem Verbleib Großbritanniens in der EU automatisch nach oben gehen werden. Die jüngsten Entwicklungen am US-Arbeitsmarkt sowie andere Konjunkturdaten aus der größten Volkswirtschaft der Welt legen den Schluss nahe, dass die Fed den Zeitpunkt für weitere Leitzinserhöhungen verpasst haben könnte.
Damit besteht die Möglichkeit, dass die Ende 2015 vorgenommene Zinserhöhung für eine ganze Weile die letzte Straffung der Geldpolitik vonseiten der Fed gewesen ist. Sollte sich die Wirtschaft in den USA weiter eintrüben, müssten die US-Notenbanker möglicherweise sogar zur Freude der Edelmetall- und Rohstoffinvestoren wieder über eine Lockerung der Geldpolitik nachdenken. Eine Lockerung der Geldpolitik der Fed hätte wiederum das Potenzial, dem Goldpreis kurzfristig zu einem neuerlichen Höhenflug zu verhelfen.
Spekulative Anleger, die steigende Notierungen bei Gold erwarten, könnten mit einem Faktor-Long-Zertifikat mit dem Hebel (Faktor) von 4 der Deutschen Bank (WKN DX4XAU) auf ein solches Szenario setzen. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist und auf fallende Goldpreise setzen möchte, erhält mit einem Faktor-Short-Zertifikat mit dem Hebel (Faktor) 4 der Deutschen Bank (WKN DX4GLD) die Gelegenheit dazu.
Stand: 21.06.2016
© Deutsche Bank AG 2016
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