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ams: Spekulationen belasten (Christian Scheid, Marc Schmidt)

Bild: © Aussender, ams ProductSelector, austriamicrosystems (Bild: ams)

Autor:
Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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15.12.2015, 2627 Zeichen

Erinnern Sie sich noch? Im Sommer hatten wir über den Halbleiterhersteller ams (WKN A118Z8) berichtet. Aufgrund von Berichten über den Verlust eines Großauftrags durch Apple (WKN 865985) war die Aktie des an der Schweizer Börse gelisteten Konzerns erheblich unter Druck geraten. Trotz der Beteuerungen seitens des Unternehmens, weiterhin auf Wachstum eingestellt zu sein, kam die Aktie seither – abgesehen von zwischenzeitlichen Erholungsbewegungen – nicht mehr richtig auf die Beine. Vom Jahreshoch bei 58,72 Franken ist nur noch etwa die Hälfte übrig.

Nun sorgt erneut ein Bericht in der Online-Ausgabe der Zeitung Finanz und Wirtschaft für Turbulenzen. Dieses Mal geht es um den angeblichen Verlust eines Apple-Auftrags als Zulieferer für Mikrofone. Zudem werde eine fest eingeplante Bestellung für Ladegeräte verschoben. Im Bereich optische Sensoren hole Apple nun Angebote von Rivalen ein. Beide Male soll die ams-Führung mit überzogenen Preisvorstellungen die Apple-Einkäufer vor den Kopf gestoßen haben. Es soll sich insgesamt um ein gefährdetes Auftragsvolumen von deutlich mehr als 100 Mio. Euro handeln. Das wäre ein Fünftel des ams-Umsatzes und würde den Konzern empfindlich treffen.

Das Unternehmen reagierte auf den Bericht mit einem Dementi: „ams kann den in dem Presseartikel gemachten Aussagen nicht folgen und weiß nicht, woher diese Behauptungen stammen.“ Es gebe „keine Ergänzungen zu den veröffentlichten Geschäftserwartungen sowie der veröffentlichten Erwartung eines fortgesetzten Wachstums.“ Dennoch kommen die neuen Spekulationen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Denn erst vor wenigen Tagen hatten Anleger wieder ein wenig Vertrauen gefasst, als ams die Übernahme des belgischen Bildsensoren-Anbieters CMOSIS meldete. Die Analysten der Raiffeisen Centrobank haben den Titel daraufhin auf „Kaufen“ herausgestuft.

Chart: Guidants

Chart: Guidants

Doch nur Spekulanten setzen jetzt noch mittels eines Mini Future Bull-Zertifikats (ISIN DE000HU00KY7) von UniCredit onemarkets auf eine Kurswende. Das Papier hebelt mögliche Kursgewinne der ams-Aktie mit einem Hebel von knapp 2,8. Wahrscheinlicher ist – auch aus charttechnischer Sicht – eine Fortsetzung der Talfahrt. Darauf können risikobereite Anleger mit einem Turbo-Short-Zertifikat (ISIN DE000SE2MQ52) von Société Générale setzen.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

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