13.10.2015, 3691 Zeichen
Früher boten die Aktien von Stromerzeugern attraktive Renditen. Doch momentan scheint das einfache Geschäftsmodell dieser Unternehmen unter Druck zu geraten. "Grüne Energien" werden immer präsenter in unserem Alltag. Deshalb sind sowohl Wind- als auch Sonnenenergie große Themen. Sie machen mittlerweile circa 27,8% des Bruttostromverbrauchs in Deutschland aus. Laut einer Analyse der Citibank könnte sich der Zielmarkt für Stromversorger durch neue Technologien und Maßnahmen für Energieeffizienzen in den nächsten 20 Jahren halbieren. Ganz ohne Stromnetz wird es aber auch dann nicht gehen. Investitionen in intelligente Netze, sogenannte Smart Grids, könnten sich lohnen. Die Umstellung auf diese Netze ist zwar vorerst mit enormen Kosten verbunden, doch die dadurch langfristig erzielten Einsparungen könnten fast doppelt so hoch sein, sagen Analysten der Bank J. Safra Sarasin. Da dies noch eine relativ neue Sparte ist, sind die darauf bereits spezialisierten Unternehmen noch jung und ihre Aktien können oft schwankungsanfälliger sein. Ein Blick in die USA gibt Auskunft über die Bedeutung dieser neuen Sparte. Eine Analyse von DOE, die die jährlichen Störungsfälle der Elektrizität darstellt, zeigt, dass Stromausfälle in den USA immer häufiger werden. Diese werden vor allem durch die immer extremer werdenden Wetterbedingungen ausgelöst. Im Jahr 2012 waren zum Beispiel weite Teile des Landes von einem Stromausfall, der durch den Hurricane Sandy ausgelöst wurde, betroffen. Hinzukommt immer häufiger werdender Vandalismus an Stromnetzen. Die Ausfälle vervierfachten sich circa alle fünf Jahre. Als Lösungsansatz wurde ein Smart Grid Investment Grant gegründet. Elektrizitätswerke und andere Organisationen investierten gemeinsam 8 Mrd. USD in Smart Grids. So wurden zum Beispiel neue Operatoren angeschafft und neue Verteilungstechnologien eingebaut um die Stromnetze stabiler gegen Wetterbedingungen zu machen. DOE stellte einen kausalen Zusammenhang zwischen diesen Investitionen und der geringeren Dauer der Stromausfälle in den Folgejahren fest. Der monetäre Effekt auf Unternehmen und Konsumenten in der langen Frist muss jedoch noch ausgewertet werden. SMA Solar könnte als Hersteller von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen in den Betrachtungsraum für Smart Grid fallen. Die Aktie des Unternehmens legte in den letzten Wochen eine gute Wertentwicklung hin. Nach dem vergleichsweise schwachen September stieg die Aktie in den letzten zehn Tagen um gut 40% und zählt damit zu den Top-Performern im TecDAX. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie einen Zuwachs von 170% verzeichnen. Die Umsatzprognosen sind auf 850 bis 900 Millionen EUR gestiegen. Das Unternehmen hatte in den letzten zwei Jahren stark zu kämpfen, weil der Markt in Deutschland aufgrund gesunkener Solarförderung drastisch kleiner geworden ist. Als Konsequenz musste das Unternehmen um die 1.600 seiner Mitarbeiter entlassen. Ein anderer Name der in diesem Zusammenhang nicht unbekannt sein dürfte ist Itron Inc., das ein weltweit führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen zur Messung von Verbrauchsdaten im Elektro-, Gas- und Wasserbereich ist. Neuerdings erweiterte es sein OpenWay RIVA Partnerprogramm. Dieses schließt die Entwicklung zwei simultan verwendbarer Kommunikationstechnologien ein und eröffnet so neue Smart Grid Anwendungen. Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können. Mit freundlichen Grüßen Ihr Vontobel Zertifikate-Team
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BörseGeschichte Podcast: Wolfgang Aubrunner vor 10 Jahren zum ATX-25er
SMA Solar
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