17.08.2015, 3208 Zeichen
Hautpflege könnte ein immer wichtigeres Thema in unserer Gesellschaft werden. Die steigende Nachfrage nach Produkten lockt immer mehr Wettbewerber in den Markt, unter anderem auch aus der Nahrungsmittelindustrie. So sind zum Beispiel Unilever und Nestlé zu namenhaften Mitbewerbern geworden. Der Konzern Coty übernahm den Beauty Bereich von Procter & Gamble, da diese sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren wollen.
Die Marktgröße dieses Sektors ist unter anderem aufgrund keiner klaren Abgrenzung zur Pharmaindustrie schwierig zu schätzen. Die Vermutung allein für das Premiumsegment für Körperpflege liegt von den Beobachtern von Euromonitor bei circa 100 Mrd. USD. Davon macht "Skincare", die Hautpflege, mit einem jährlichen Wachstumspotential von 6%, 35% aus. In Westeuropa sind besonders die Premiumprodukte begehrt. Japan, Brasilien, Frankreich und die USA geben pro Kopf am meisten für Beauty-Produkte aus, wobei Japan und Brasilien die prozentual höchsten Anteile aufweisen.
Der Brasilianische Markt bleibt somit trotz Rezession attraktiv für L'Oréal. Das Unternehmen legt ein besonderes Gewicht auf Active Cosmetics, denn jung wirkende und gesunde Haut gehört zum Brasilianischen Schönheitsbild. Die Active Cosmetics-Marken des Beauty-Konzerns wie La Roche Posay und Vichy haben ein Umsatzwachstum von 7,1% wobei der Konzernweite Umsatzwachstum bei nur 3,8% liegt.
Diesen attraktiven Markt möchte auch Nestlé sich nicht entgehen lassen und baute den Geschäftsbereich "Nestlé Skin Health" auf. Die dazugehörige Marke Galderma, die der Konzern 2014 vollständig von L'Oréal übernommen hat, setzte über die Hälfte mit rezeptpflichtigen Produkten um. Analysten der Bank Berenberg sagen für diesen Geschäftsbereich bis 2020 ein Wachstum von 12% voraus.
Die Grenze zwischen Pharmaindustrie und Körperpflege verwischt durch solche neuen Produktsparten immer mehr. Das macht es sowohl für die Forschung, die Produktsicherheit, den Vertrieb als auch für das Marketing schwierig den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Laut der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" dürften Nestlé und L'Oréal in Bezug auf ihre finanzielle Kraft ähnlich aufgestellt sein. Gegenüber seinem Mitbewerber hätte L'Oréal aber mehr Erfahrung in diesem Geschäftsbereich und somit auch im Vertrieb und in der Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern.
LÓréal machte im ersten Halbjahr diesen Jahres einen Umsatz von 12,82 Milliarden EUR, 14,7% mehr als im Vorjahr. Den Gewinn konnte der Konzern um 10% steigern. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel der Aktie von L'Oréal allerdings von 202 auf 183 Euro gesenkt, denn die Branche würde durch die nachlassenden Wachstumsraten in den Schwellenländern und der Konkurrenz des Online-Handels belastet werden. Dasselbe gälte auch für den Konzern Nestlé, dessen Kursziel die Investmentbank von 67 auf 63 herabsetzte. Nestlé konnte im ersten Halbjahr ein Wachstum von 4,5% verzeichnen.
Da der weitere Kursverlauf der Aktien von einer Vielzahl konzernpolitischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.
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