29.06.2015, 3187 Zeichen
Die Telekom bietet in Europa und den USA Telekommunikationsdienste im Fest- und Mobilnetz und entsprechende IT-Dienste an. In Deutschland hält das Unternehmen 36% am Umsatz mit Mobildienstleistungen und 43% am Breitbandmarkt und ist damit die Nummer eins vor Eplus, Vodafone und O2. Für ihren neuen Tarif für Festnetz, Mobilfunk- und Internet hat der größte deutsche Telekommunikationsanbieter bisher mehr Kunden überzeugen können als erwartet. Nachdem der Konzern gemäß Analystenberichten rund eine Million Kunden für ihren neuen Tarif gewonnen haben, können "MagentaEINS"-Kunden in Zukunft nun auch eine "EU-Flat" hinzubuchen. Durch den Tarif sollen Anrufe, SMS und Surfen im Ausland abgedeckt sein. Für die "EU-Flat" werden im Monat 10 Euro zusätzlich fällig, bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr.
Nachdem die Telekomtochter T-Mobile US in den letzten Jahren das Sorgenkind des Telekommunikationsanbieters war, entwickelt sich die USA-Sparte immer mehr zum Wachstumstreiber. Dank neuer günstiger Tarife und hoher Investitionen in den Netzausbau konnte T-Mobile US im ersten Quartal 1,8 Millionen neue Kunden, davon 1,1 Millionen Vertragskunden gewinnen. Damit ist T-Mobile US mit nun 56,8 Millionen Kunden per Ende März sogar am Mitbewerber Sprint vorbeigezogen und hinter AT & T und Verizon die Nummer 3 auf dem US-Markt. Die US-Tochter möchte in diesem Jahr noch weiterwachsen und peilt das Ziel von drei bis 3,5 Millionen neuen Vertragskunden an. Damit könnte auch das bisher ausgegebene Ziel übertroffen werden. Um das hohe Wachstum aufrechtzuerhalten sind aber auch weiterhin hohe Investitionen in die Infrastruktur nötig, da im nächsten Jahr neue Mobilfunkfrequenzen versteigert werden. Aktuell profitiert das Unternehmen bei ihren Geschäften im US-Markt vom starken US-Dollar. Die Entwicklung der USA Sparte der Telekom ist auch großen US-Konzernen nicht verborgen geblieben. Nachdem im Jahr 2011 der US-Telekommunikationskonzern AT&T mit seinem Übernahmeversuch am Widerstand der Regulierungsbehörden gescheitert war, versucht es möglicherweise nun der US-Bezahlfernsehanbieter Dish mit einer Übernahme.
Anders sieht der Fall bei T-Systems aus. Laut Telekom Vize Reinhard Clemens soll der Bereich nicht verkauft werden, da man ihn für die Umsetzung der Wachstumsstrategie im Geschäftskundenbereich benötigen würde. Im Cloud Segment sollen die aktuellen Erlöse von derzeit rund 1 Mrd. Euro jährlich bis Ende 2018 mehr als verdoppelt werden. Darüber hinaus hielt Telekom Chef Höttges Wort, kleinere Übernahmen zu forcieren. Die Bonner übernahmen die restlichen 49 Prozent von Slovak Telekom. Die Telekom war bereits mit 51 Prozent an dem mit 2,2 Millionen Mobilfunkkunden und 900.000 Festnetznutzern größten Telefonkonzern des osteuropäischen Landes beteiligt und könnte sich mit der Akquisition im zentral- und osteuropäischen Raum gut positioniert haben.
Da der weitere Kursverlauf von der Deutschen Telekom von einer Vielzahl konzernpolitischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.
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