04.06.2015, 2654 Zeichen
Bayer ist durch den Kursanstieg der Aktie in den vergangenen Jahren zum wertvollsten Unternehmen im DAX geworden. Geschätzt ein Drittel des Kurswerts von Deutschlands führendem Aktienindex entfallen auf den Leverkusener Konzern. Der Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers hat vor fünf Jahren den Konzern übernommen und begann mit der Umstrukturierung. Zuerst wurden die Kosten gesenkt und neben Investitionen in Forschung und Entwicklung auch kleinere Zukäufe getätigt. Der Abgang des Konzernlenkers im nächsten Jahr könnte jedoch für die weitere Ausrichtung des Pharmakonzerns aus Leverkusen zum Risiko werden.
Vor der Abspaltung und dem Börsengang bekommt die Kunststoffsparte des Bayer-Konzerns einen neuen Namen. Statt Material Science, soll die Konzerntochter ab dem 1. September Covestro heißen. Spätestens Mitte 2016 will Bayer die konjunkturanfällige Kunststoffsparte an die Börse bringen und sich ganz auf seine Hauptgeschäftsbereiche Gesundheit und Pflanzenschutz konzentrieren. Covestro könnte hinter BASF, LyondellBasell und Evonik der viertgrößte Anbieter von Kunststoffen in Europa werden. Allein im vergangenen Jahr setzte die Sparte über 11,6 Milliarden Euro um. Die neue Eigenständigkeit könnte laut dem designierten CEO dem Unternehmen eine größere Flexibilität bei der Verfolgung seiner Ziele verschaffen.
Durch diesen Schritt legt Bayer den Fokus auf seine beiden umsatzstärksten Standbeine. Bayer hofft dabei auf gute Absätze mit in Zukunft auf den Markt gebrachten Medikamenten. Da der Entwicklungsprozess bei Medikamenten finanziell aufwendig und mit einem hohen Risiko der Marktzulassung verbunden ist, können geplante Einnahmen nicht als garantiert angenommen werden. Nachdem sich in den letzten Jahren Gerinnungshemmer und Augenmedikamente gut verkauft haben, liegen bei Bayer die Hoffnungen auf neuartigen Krebsmedikamenten.
Neben Investitionen in seine Pharmasparte, hat Bayer auch seine Agrarsparte ausgebaut. Der Konzern, der auch in den Breiten-und Spitzensport investiert, hat einen Vertrag über den Kauf eines indischen Saatgutunternehmens unterschrieben. Bayer versucht dadurch seine Markstellung in Indien bei Saatmitteln auszubauen. Der Gedanke dahinter ist, dass Indien bis 2028 China als bevölkerungsreichstes Land der Welt ablösen könnte und damit die Nachfrage nach bezahlbaren Nahrungsmitteln rapide ansteigen könnte.
Da der weitere Kursverlauf von Bayer von einer Vielzahl konzernpolitischer und ökonomischer Faktoren abhängig ist, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen können jederzeit anders verlaufen als Anleger es erwarten, wodurch Verluste entstehen können.
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