12.05.2015, 3512 Zeichen
Der DAX konnte den Schwung vom letzten Freitag nicht in die neue Woche retten, denn in Europa bremste einmal mehr die drohende Griechenland-Pleite die Euphorie. Dazu kommen verunsichernde Turbulenzen am Anleihemarkt. Der DAX prallte am Widerstand bei 9.700 Punkten ab und gab wieder nach.
Unsicherheit vor der Zinserhöhung in den USA
Kein Zweifel: Die Unsicherheit an den Märkten hat zugenommen. Das ist typisch in den Monaten vor einer geldpolitischen Wende. Eine solche steht zwar nicht in Europa bevor – noch längst nicht – dafür aber in den USA. Tatsächlich zeichnet sich immer mehr ab, dass die US-Notenbank im September den Leitzins erstmals anhebt. Noch scheinen die Akteure an der Wall Street die Zinserhöhung gelassen zu sehen. Während es in Europa an den Börsen deutliche Gewinnmitnahmen gab, stehen die Aktienkurse in den USA schon wieder in der Nähe ihrer Allzeithochs.
Warnschuss der Fed-Chefin
Die Chefin der US-Notenbank Janet Yellen sieht das offenbar mit Sorge und würde eine Korrektur an den Börsen wohl begrüßen. In der letzten Woche warnte Sie davor, dass die Aktienbewertungen „ziemlich hoch“ seien. Daraufhin bekamen einige Anleger kalte Füße und verkauften lieber ein paar Aktien. Allerdings wurde die Warnung von Yellen schnell wieder beiseiteschoben. Trotzdem: Die Zinserhöhungen könnten die Rallye an der Wall Street stoppen. Das sehen auch die Experten der Investmentbank Goldman Sachs so. Im Analystendeutsch endet mit dem Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung ihrer Ansicht nach die „Expansion der Aktienbewertungen.“ Mit anderen Worten: Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse steigen nicht mehr weiter.
Steigen die Aktienbewertungen bald nicht mehr?
Seit der Rezession des Jahres 2009 wurde der enorme Kursanstieg an den Börsen nicht nur von der Konjunkturerholung und von wieder steigenden Unternehmensgewinnen getrieben, sondern auch von einer Höherbewertung der Aktien. Die Grafik zeigt, dass sich das KGV (nach Robert Shiller) am US-Aktienmarkt von seinem Tief bei 13,3 im Jahr 2009 bis heute mehr als verdoppelt hat. Diese Phase dürfte enden, wenn die Fed in den Zinserhöhungszyklus einsteigt. Davon geht jedenfalls Goldman Sachs aus und auch wir halten dies für plausibel. Weitere Kurssteigerungen an der Börse müssten dann von Zuwächsen bei den Unternehmensgewinnen getrieben werden. Das ist durchaus möglich, denn die Wirtschaft in den USA wächst ja. Allerdings werden die Kursgewinne an der Wall Street sehr viel bescheidener ausfallen als bisher.
Europa hat noch mehr Potenzial
Für Europas Börsen trifft das (noch) nicht zu. Die EZB hat mit ihrer expansiven Geldpolitik gerade erst so richtig begonnen und das dürfte die Aktienbewertungen weiter nach oben treiben. Die gedämpften Aussichten für die US-Börse könnten sich sogar positiv auswirken, denn es dürfte zu weiteren Kapitalumschichtungen von der Wall Street an die Börsen in Europa kommen.
Fazit
In dieser Woche geht die Quartalssaison in Deutschland in die letzte große Runde, neben fünf DAX-Konzernen legen viele Unternehmen der zweiten Reihe Zahlen vor. Auch gibt es am Mittwoch aus Europa die BIP-Daten für das erste Quartal. Doch all das wird derzeit von der Angst vor dem Grexit in den Hintergrund gedrängt. Charttechnisch hat sich der DAX trotz der aktuellen Schwäche stabilisiert, auch wenn es für eine Entwarnung zu früh ist.
Erfolgreiche Investments,
Ihr Stefan Böhm
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