08.11.2017, 4564 Zeichen
Amazon gestern mit grandiosen Zahlen zum dritten Quartal. 34% mehr Umsatz, die Einnahmen aus Abo-Diensten wie Amazon Prime sogar um knapp 60% gesteigert, dazu ein sehr optimistischer Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft. Kein Wunder, dass die Aktie kräftig zulegen und oberhalb von 1.080 US-Dollar ein neues Allzeithoch markieren konnte.
Investoren feiern disruptives Wachstum
Dass Erlöse von 43,7 Mrd. Dollar in den letzten drei Monaten gerade einmal für 256 Mio. Dollar Gewinn gereicht haben, die Nettoumsatzrendite mithin bei kümmerlichen 0,6% liegt: Who cares!? Was Investoren wollen, ist Wachstum – und die Perspektive, dass das disruptive Potential des E-Commerce-Giganten noch lange nicht ausgeschöpft ist.
Amazon drängt in den Healthcare-Sektor
Dazu passt, was Bloomberg News heute meldet: Bereits in 13 US-Bundesstaaten hat Amazon Lizenzen für den Großhandel mit medizinischen Produkten erhalten. Krankenhäuser, Arztpraxen und Laboratorien könnten sich also künftig bei der Bezos-Firma eindecken – statt bei etablierten B2B-Händlern wie McKesson, AmerisourceBergen oder Cardinal Health, deren Aktien schon seit geraumer Zeit auf der „Death by Amazon“-Liste und dementsprechend unter Druck stehen.
Apothekenkette auf der „Death by Amazon“-Liste!?
Parallel kochen mal wieder Spekulationen hoch, wonach Amazon auch in das B2C-Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten einsteigen will. Darunter leiden würde vor allem CVS Health, mit 10.000 Standorten und 177 Mrd. Dollar Jahresumsatz der größte Apotheken- und Drogerie-Filialist der USA.
CVS Health wird von der Wall Street noch kritischer gesehen als die Großhändler. Gegenüber dem Hoch vom Sommer 2015 hat die Aktie über ein Drittel verloren, das KGV liegt nur mehr bei 12, die Dividendenrendite oberhalb von 3% – obwohl die Firma kerngesunder DividendenAdel ist: Seit über zwei Jahrzehnten wurde die Ausschüttung nicht gesenkt. Und zuletzt gab’s sogar 14 Anhebungen in Folge, wobei die Aktionäre sich jedes Jahr über durchschnittlich 20% Nachschlag freuen durften. Angesichts einer Payout-Quote von gut einem Drittel ist die Dividende obendrein nicht „auf Kante genäht“.
Gesundheitssystem als Markteintrittsbarriere
Doch was nutzt die beste Historie, wenn die Zukunft düster scheint!? Gut möglich allerdings, dass die vom Amazon-Hype besoffenen Börsianer ein bisschen zu schwarz malen. Denn die komplexe Struktur des US-amerikanischen Gesundheitswesens stellt eine nicht zu unterschätzende Markteintrittsbarriere dar – gerade im Hinblick auf das „Pharmacy Benefit Management“-System (PBM), über das CVS Health den Großteil seiner Erlöse erwirtschaftet.
Vorwärtsstrategie Richtung Healthcare-Services
Allerdings hat Amazon in den letzten zwei Jahrzehnten schon ganz andere Märkte aufgebrochen. Umso wichtiger deshalb, dass CVS Health nicht in der Defensive verharrt, sondern offensichtlich eine Vorwärtsstrategie entwickelt hat. Dabei steht insbesondere ein Zusammenschluss mit dem ebenfalls börsennotierten Gesundheitsversicherer Aetna auf der Agenda – wodurch CVS Health die Abhängigkeit vom Apothekengeschäft reduzieren und sich stärker Richtung Healthcare-Services positionieren könnte.
CVS Health prädestiniert für die DAGA-Challenge
Zwar ist der Deal noch lange nicht in trockenen Tüchern. Doch die Ausgangslage ist prädestiniert für die zweite Runde der DAGA-Challenge: DividendenAdel gegen Amazon. Von Zeit zu Zeit wird (wohlgemerkt mit echtem Geld) eine Amazon-Aktie gekauft und parallel derselbe Betrag in ein potentielles Amazon-Opfer gesteckt. Im September war’s der Shopping-Mall-Betreiber Tanger, nun eben CVS Health. Und dann mal schauen, was die Zeit so bringt…
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Der Beitrag CVS Health: Kerngesunder DividendenAdel versus Apotheke Amazon erschien zuerst auf DividendenAdel.
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