26.08.2017, 2946 Zeichen
Gerade als es in der Stahlsparte von thyssenkrupp (WKN: 750000 / ISIN: DE0007500001) etwas besser lief, intensivierte der DAX-Konzern die Suche nach einer langfristigen Lösung für das langjährige Sorgenkind. Schließlich werden die Probleme der Branche wie Überkapazitäten nicht von heute auf morgen komplett verschwinden. Allerdings steht noch lange nicht fest, wohin die Reise gehen soll.
Lange Zeit galt es als ausgemacht, dass thyssenkrupp sein europäisches Stahlgeschäft mit den Stahlaktivitäten von Tata Steel (WKN: A0X9h6 / ISIN: US87656Y4061) aus Indien bündeln würde. Die Aussicht auf eine solche Fusion ist ein wichtiger Grund für die Erholung der thyssenkrupp-Aktie. Seit Jahresbeginn 2017 ging es um mehr als 10 Prozent nach oben. Allerdings sorgte das zuletzt von Unsicherheiten geprägte Gesamtmarktumfeld dafür, dass die Erholungsrallye nicht mehr vom Fleck kam. Auch in einem anderen Punkt zeigten sich Investoren enttäuscht.
In einem „Handelsblatt“-Bericht kam nun das Thema „Deutsche Stahl AG“ wieder ganz groß auf. Demnach gebe es Überlegungen für einen Zusammenschluss der Stahlgeschäfte von thyssenkrupp, der Stahlgruppe Georgsmarienhütte und der Salzgitter AG (WKN: 620200 / ISIN: DE0006202005). Während Anleger nicht gerade erfreut auf solche Spekulationen reagierten, räumen die Commerzbank-Analysten der Gründung der „Deutschen Stahl AG“ ohnehin keine allzu großen Chancen ein. Dort setzt man eher auf einen Deal mit Tata Steel, weshalb sowohl das „Buy“-Rating als auch das Kursziel von 29,00 Euro für die thyssenkrupp-Aktie bestätigt wurden.
FAZIT: Die Erholung am europäischen Stahlmarkt sollte der thyssenkrupp-Aktie kurzfristig noch einiges an Potenzial verleihen. Hilfreich ist auch die anstehende Konsolidierung in der Branche, unabhängig davon, welche Lösung für das Stahlgeschäft (Fusion mit Tata Steel, „Deutsche Stahl AG“, Abspaltung und Börsengang) gefunden wird. Als Alternative zum Direktinvestment bietet sich ein Long Mini Future auf thyssenkrupp (WKN: VN5FXU / ISIN: DE000VN5FXU5) an.
Auf der anderen Seite gilt es herauszustellen, dass die thyssenkrupp-Aktie bereits eine beachtliche Erholungsrallye hinter sich gebracht hat. Das 2018er-KGV von 15 ist recht moderat. Der DAX-Wert ist alles andere als überteuert. Schnäppchenjäger dürften sich jedoch bereits nach Alternativen umsehen. Außerdem könnten die Unsicherheiten rund um die Lösungsfindung in Bezug auf das Stahlgeschäft die Kurse belasten. Ganz zu schweigen vom schwächelnden Gesamtmarktumfeld. Wer sich daher auf der Short-Seite positionieren möchte, kann mithilfe entsprechender Hebelprodukte (WKN: VL2C7J / ISIN: DE000VL2C7J9) sogar überproportional von fallenden Kursen profitieren.
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