18.07.2017, 5198 Zeichen
Gestern hielten sich die Investoren trotz sehr guter Daten aus China zurück, der Empire State Manufacturing Index aus der Region New York fiel leicht unter Erwartungen aus, ansonsten wurden noch die Inflationszahlen der Eurozone für Juni mit +1,3% im Jahresvergleich wie bereits in der ersten Messung bestätigt. Die Daten dämpften auch Erwartungen an eine falkenhaftere EZB, was Aktien von Versicherern und Banken leicht belastete. Gute chinesische Wirtschaftsdaten verhalfen dem Rohstoffsektor dagegen zu einem Plus von 1,0 Prozent. Astrazeneca erholten sich etwas von den jüngsten Verlusten und gewannen 0,8 Prozent. Kurstreiber waren Berichte, wonach CEO Soriot das Unternehmen doch nicht verlassen werde. Überzeugende Absatzzahlen verhalfen Renault zu einem Plus von 1,2 Prozent. Der ATX gewann als europäischer Outperformer 0,6 Prozent. gerkauft wurden conwert (+3,8%), Flughafen Wien (+2,6%) und Post (+2,2%). conwert wurde gekauft, da noch einige mit einem besseren Anbot der Vonovia rechnen als mit derzeit angeboteten Squeeze-Out Preis von 17,08 Euro pro Aktie. Die Aktie der conwert schloss bei 17,835 Euro.
Nach der Rekordjagd der vergangenen Woche haben die Kurse an den US-Börsen auf der Stelle getreten. Im Lauf der Woche werden zahlreiche bedeutende US-Unternehmen ihre Quartalsausweise veröffentlichen, so dass sich Anleger einstweilen zurückhielten. Vermögensverwalter Blackrock hatte Geschäftszahlen vorgelegt, die hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Die Aktie gab um 3,1 Prozent nach. Procter & Gamble standen mit dem Bemühen eines aktivistischen Aktionärs um mehr Einfluss auf den Konzern im Fokus. Die Aktie legte 0,5 Prozent zu. Trotz Bekanntwerden einer Datenpanne legte die Aktie des Medienkonzerns News Corp 0,8 Prozent zu. Bei der Tochter Dow Jones & Co sind bei der Konfiguration eines Cloud-Angebots Nutzerdaten versehentlich offengelegt worden. Die Nachricht vom Verkauf der Hautpflegesparte verhalf der Aktie von Valeant zu einem Plus von 0,8 Prozent. Fedex fielen um 1,6 Prozent. Der Logistikkonzern leidet noch immer unter den Folgen der Petya-Cyberattacke. Lieferungen und Abrechnungen verzögerten sich deshalb. Für Börsenneuling Blue Apron ging es um 10,7 Prozent nach unten. Laut einem Bericht will nun auch Amazon in das Geschäft mit Kochboxen einsteigen und hat dazu Markenschutz für ein entsprechendes eigenes Produkt beantragt. Amazon stiegen um 0,8 Prozent. Die Apple -Aktie gewann 0,4 Prozent auf 149,56 Dollar. Morgan Stanley hatte das Kursziel auf 182 Dollar angehoben. Einzelhandelswerte setzten ihre jüngste Erholung fort. Macy's gewannen 3,1 Prozent und Kohl's 2,7 Prozent.
Am Morgen zieht der Euro im asiatisch geprägten Geschäft weiter an, die Gemeinschaftswährung springt über die kritische Marke von 1,15 Dollar. "Das ist ein Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung seit 2015 und sollte von der Dynamik nicht unterschätzt werden", sagt ein Analyst . Auch zum Yen zeigt der Greenback Schwäche. Der Markt preise eine kurzfristige Zinserhöung in den USA aus, heißt es am Markt. Nach dem Feiertag des Vortages hätten vor allem japanische Marktakteure Dollar veräußert. Es wüchsen die Sorgen über die Fähigkeit von US-Präsident Donald Trump seine Politik durch den Kongress zu bekommen, heißt es im asiatischen Handel. Zwei weitere Senatoren seiner republikanischen Partei kündigten an, gegen seine Gesundheitsreform stimmen zu wollen. Damit verfügt Trump im Senat nicht über die notwendige Stimmenmehrheit für seine Gesundheitsreform. "Sollten sie das nicht hinbekommen, gibt es wenig, was sie überhaupt tun können", sagten Devisenstrategen.
Die Deutsche Lufthansa hat ihren operativen Gewinn im ersten Halbjahr fast verdoppelt und die Jahresprognose für das bereinigte EBIT angehoben. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres um gut 2 Milliarden auf 17 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern sprang auf 1,04 Milliarden Euro nach 529 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Passagierfluglinien im Konzern steigerten ihr bereinigtes EBIT auf 680 Millionen von 352 Millionen Euro. Die Deutsche Lufthansa steht unter Druck, die Kosten zu senken und die Margen zu verbessern. Der harte Wettbewerb drückt auf die Flugscheinpreise und auch im laufenden Jahr rechnet die Deutsche Lufthansa mit einem Rückgang der Einnahmen pro Sitzplatz. Die sogenannten Stückerlöse stiegen im ersten Halbjahr bereinigt um Währungseffekte und Treibstoffkosten um ein halbes Prozent. Getragen wurde das Wachstum vom zweiten Quartal mit einem Anstieg um 1,8 Prozent. Im Gesamtjahr erwartet die Lufthansa nun ein bereinigtes EBIT über dem Vorjahreswert von 1,75 Milliarden Euro. Bislang hatte sie ein operatives Ergebnis leicht unter Vorjahr in Aussicht gestellt. Das erwartete organische Kapazitätswachstum im zweiten Halbjahr beträgt jetzt ca. 4,7 statt 4,5 Prozent.
Vorbörslich sind die europäischen Börsen leicht negativ indiziert. Die asiatischen Märkte schließen mehrheitlich im Minus. Von der Makroseite wird heute noch der ZEW und diverse US-Konjunkturdaten veröffentlicht. Von der Unternehmensseite melden heute noch Bank of America, Goldman Sachs und Johnson & Johnson .
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