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IFRS - ein Rückschritt (Wilhelm Rasinger)


Autor:
Wilhelm Rasinger

ist Präsident des IVA, Honorarprofessor für Betriebswirtschaft und Aufsichtsrat bei Wienerberger, Erste Group Bank AG und S IMMO AG.

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21.06.2017, 1327 Zeichen

In letzter Zeit ändern viele Unternehmen ihre Dividendenpolitik. Statt eines Prozentsatzes vom Gewinn je Aktie orientieren sich Unternehmen immer mehr am (Free) Cash Flow oder am EBITDA. Argument ist immer wieder, dass der Gewinn zu sehr von Bewertungen, die keine Auswirkungen auf Finanzströme haben, beeinflusst wird. Einmal geht es rauf, dann wieder runter. Besonders verzerrend ist die Veränderung der Firmenwerte und der latenten Steuern. Es werden aufwändig Berechnungen (Impairment-Tests) durchgeführt, die nur für die damit unmittelbar beschäftigten Experten einsichtig und nachvollziehbar sind. Für die Adressaten - Investoren und Anleger - sind die Ergebnisse unverständlich. Durch IFRS wurde das so wichtige Prinzip der kaufmännischen Vorsicht verdrängt. Es ist zu hoffen, dass durch den BREXIT der angelsächsische Einfluss auf die Rechnungslegung zurückgedrängt wird. Firmenwerte sollten auf zehn bis zwanzig Jahre abgeschrieben werden und nur in Spezialfällen soll es außerordentliche Wertberichtigungen geben. Die latenten Steuern sollten in den Erläuterungen (Notes) beschrieben, aber nicht im Jahresabschluss selbst dargestellt werden. 

Ein Jahresabschluss sollte dem Leser ohne übertriebene Spezialkenntnisse einen Einblick in die Vermögens- und Ertragslage eines Unternehmens vermitteln und kein Mysterium sein.


(21.06.2017)

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