09.06.2017, 3380 Zeichen
Erbschaften werden zum Massenphänomen in Deutschland: Mehr als jeder dritte Erwachsene hat mindestens schon einmal geerbt – bei den über 55-Jährigen sogar mehr als die Hälfte. Damit findet auch eine neue Art der Umverteilung statt – aber nicht unbedingt im Sinne linker Verteilungspolitiker. Bleibt die Frage: Wohin mit der Erbschaft?
Bayern vererben viel. Regionale Spitzenreiter sind die Bayern (38 Prozent), Schlusslichter die Bewohner von Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern (31 Prozent). Große Erbschaften gab es bisher am häufigsten in Hessen, wo jeder vierte Erbe mindestens 100.000 Euro vererbt bekam, gefolgt von den Bundesländern Bayern und Hamburg. Das zeigt eine aktuelle Erhebung der Quirin Privatbank.
Große Erbschaften. Zukünftig werden Erbschaften in diesem Umfang in Deutschland aber immer wahrscheinlicher. Vier von zehn Deutschen, die selbst etwas vererben wollen, schätzen den Wert der Erbmasse auf mindestens 100.000 Euro, jeder fünfte sogar auf mehr als eine Viertelmillion Euro. Wesentlicher Grund dafür sind Immobilien, die künftig wahrscheinlich schon in mehr als jedem zweiten Erbe enthalten sein werden, so die Untersuchung weiter.
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Selbstbestimmt. Jeder zweite Erwachsene in Deutschland hat vor, etwas zu vererben. Am häufigsten in Baden-Württemberg (55 Prozent), am seltensten in Sachsen (40 Prozent). Nur jeder achte Deutsche findet es dabei wichtig, die Verteilung einer Erbschaft zuvor mit allen Beteiligten zu besprechen. Die exakt gleichmäßige Verteilung unter den Erben hält die Hälfte der Deutschen für gerecht. Jeder Fünfte findet es aber auch gerecht, wenn Menschen, die es nötig haben, mehr bekommen als andere oder sogar alles.
Immobilen werden bei Erbschaften immer bedeutender. Bisher waren laut der Quirin-Privatbank-Studie Häuser, Grundstücke oder Wohnungen bundesweit in jedem dritten Erbe (34 Prozent) enthalten. Das dürfte sich künftig ändern: Jeder zweite Befragte, der eine Erbschaft vergeben will, also auch jeder zweite, der eine Erbschaft erwartet, geht davon aus, dass Immobilien zur Erbschaft gehören werden. In der Vergangenheit, so die Erkenntnis der Quirin-Privatbank-Studie, haben bundesweit allerdings nur etwa ein Viertel der Erben die geerbte Immobilie selbst bezogen. Das heißt, dass in naher Zukunft das Angebot an Immobilien zunehmen wird – bleibt die Frage, ob diese dann auch die passenden Käufer finden, denn die Nachkriegsbauten stehen nicht gerade hoch im Kurs bei den Käufern. Die kommenden Jahre werden also spannend werden.
Wohin mit dem Geld? Für Erben, die Geld erhalten oder ihre ererbte Immobilie veräußert haben, stellt sich die Frage, wohin mit dem Geld? Untersuchungen haben oft gezeigt, dass ererbtes Geld leicht in Konsum fließt. Aber vielleicht sollte jeder Erbe einmal darüber nachdenken, das Geld in seine eigene Altersvorsorge zu stecken. Aktien bieten sich im aktuellen Umfeld einfach an. Und wenn das Erbe groß genug ist, reicht die Dividende zum Leben und man kann statt Barem auch Aktien vererben.
In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage
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Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt
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