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DAX-Chartanalyse: Die beste Woche des Jahres (Andreas Mueller, Marc Schmidt)

Bild: © diverse photaq, Deutschland DAX steigt bullish

Autor:
Marc Schmidt

Die Börsenblogger ist das einfache und direkte Sprachrohr von Journalisten und deren Kollegen, die teils schon mit jahrzehntelanger Arbeits- und Börsenerfahrung aufwarten können. Auch als professionelle Marktteilnehmer. Letztlich sind wir alle Börsenfans. Aber wir vertreten in diesem Blog auch eine ganz simple Philosophie: Wir wollen unabhängig von irgendwelchen Analysten, Bankexperten oder Gurus schreiben, was wir zum aktuellen (Börsen-)Geschehen denken, was uns beschäftigt. Das kommt Ihnen, dem Leser, zu Gute.

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12.12.2016, 5884 Zeichen

Man kann – nein, man muss von einer perfekten Woche sprechen. Aus Sicht der Anleger und Investoren, also allen long engagierten Marktteilnehmern, war es nicht zu übersehen. Denn der Deutsche Aktienindex konnte jeden Handelstag der vergangenen Woche im Gewinn beenden und eine beeindruckende Wochenbilanz von 6,5 Prozent vorzeigen. Statistisch kommt diese Zahl der durchschnittlichen Jahresperformance des Aktienbarometers sehr nah. Entsprechend beeindruckend ist das Chartbild, was ich im folgenden Absatz darstelle und als Grundlage für meine Prognose der kommenden Woche verwende.

Der Ausbruch im großen Chartbild

So eine Bewegung von rund 800 Punkten ist im Chartbild natürlich sofort sichtbar. Rückblickend auf die vergangenen 2 Jahre kann man dies im Stundenchart somit sehr deutlich sehen:

Die Dynamik baute sich in den vergangenen Wochen bereits auf, denn wir erinnern uns sicherlich noch an die sehr lang anhaltende Range der Vorwochen. Im Rückblick auf die Analyse der Vorwoche kam es hierbei zu einem zögerlichen Ausbruch auf der Unterseite. Die Vorboten des Italien-Referendums sorgten für Unsicherheit bei den Anlegern und damit für ein erstes Verlassen der Range auf der Unterseite. Ich füge das Chartbild hier noch einmal ein:

Mit meiner Aussage:
„Rein aus Sicht der Charttechnik ist nun wichtig, ob der DAX erneut in die Range eintaucht. Überschreitet er die 10.600 und damit die anfangs und seit Wochen dargestellte „Unterstützungszone“, dann ist ein Lauf bis zur oberen Range-Kante bei 10.800 sehr wahrscheinlich.“

skizzierte ich in der Vorwoche auf DIE BÖRSENBLOGGER unter:
http://dieboersenblogger.de/85145/2016/12/dax-range-verlassen-mit-italien-impuls/

die Möglichkeit einer bullischen Bewegung. Abhängig von der Rückeroberung der Range-Kante und mit der Option auf ein Durchlaufen durch diese Range. Es dauerte keinen ganzen Handelstag, bis der DAX sich in diese Richtung aufmachte. Bereits am Montagabend stand er genau in der Range-Mitte und schickte sich am Dienstag an, die obere Begrenzung zu testen.

Sie hielt nicht wirklich stand, denn Mittwoch übersprang er mit den ersten Kursen zur XETRA-Eröffnung die obere Range-Begrenzung. Ab da gab es kein Halten mehr bzw. Zurückschauen. Ein neues Jahreshoch war zu begutachten und hier auch für die Nachwelt abgelegt:

Entsprechende Stopps der letzten Bären im Markt wurden ausgelöst und ließen unseren DAX dann bereits am Mittwochabend nachbörslich die runde Marke von 11.000 Punkten erklimmen. So eine runde Marke wird in der Regel auch noch ein wenig getestet, was für mich aber dann auf Grund der Dynamik des Aufwärtsimpulses nur einen Einstieg im Trend long rechtfertigte. Gezeigt auf nextmarkets und meinem Facebook-Kanal:

Im Verlauf des Donnerstags kam es dann zu einem weiteren Kaufimpuls. Mit der Veröffentlichung der EZB-Marktmeinung und einer Erweiterung des Anleihekaufprogramms setzte sich die Euphorie am Markt weiter fort. Zumindest kurzfristig, denn ob diese Politik von dauerhaftem Erfolg gekrönt ist, kann man schon heute stark anzweifeln.

Implikationen für die kommende Woche

Aus dem ersten großen Chartbild heraus ist der Ausbruch aus der Range gut erkennbar. Und daraus entstand auch der Druck, welcher die starke Kursbewegung verursachte. Denn große Signale auf Tagesbasis locken die großen Investoren an und erzeugen damit eine hohe Nachfrage, die sich in der Regel über Tage und Wochen in den Markt hineinzieht. Aus diesem Grund ist auch nicht immer sofort mit einer Korrektur zu rechnen und Bären sollten hier ein entsprechendes Signal abwarten.

Die bullische Ausdehnung kann sich, basierend auf dem Stundenchart seit Januar 2015, bis 11.400/500 vollziehen. Denn hier gab es einen Schnittpunkt mit dem Abwärtstrend ab Allzeithoch und hier lag das Dezemberhoch 2015.

Schauen wir zudem auf die anderen internationalen Märkte wie bspw. den Dow Jones, so lockt dort vermutlich die runde Marke von 20.000 Punkten und kann somit das internationale Börsenwetter weiter sonnig gestalten.

Zoomen wir den Chart ein wenig auf, ist die Range auch nach wie vor gut erkennbar. Jedoch sehr weit weg, um als Ziel einer Bewegung für die nächsten Tage in Betracht zu kommen:

Ich füge diesem Chartbild somit noch einen steilen Aufwärtstrend hinzu, der als Unterstützung in der visuellen Darstellung dient.

Dieses Tempo und damit die Neigung kann sicherlich so nicht weiter gehalten werden. Eine Konsolidierung ist mehr als gesund, jedoch kann diese auch einfach seitwärts (wie Donnerstag und Freitag am Morgen gesehen) verlaufen. Ein Bruch dieser Linie ist für mich somit nicht gleich ein Verkaufssignal. Dieses würde ich als Trigger erst unter 11.150 Punkten (Verlaufstief der letzten Konsolidierung) ansehen und davor eher nach einem Einstieg im Trend Ausschau halten.

In der kommenden Woche wird die Sitzung der US-Notenbank FED im Fokus der Marktteilnehmer stehen und am Freitag natürlich der Verfallstag. Dazu kann es im Vorfeld sicherlich wieder volatil werden. Wie man genau darauf reagiert und welche Trading-Chancen sich intraday abzeichnen, gibt es dann wie gewohnt von mir auf den diversen Kanälen zu lesen.

Herzlichen Dank für Eure Unterstützung und viel Erfolg im Eigenhandel wünscht Andreas Mueller (Bernecker1977)

Ein Beitrag von Andreas Mueller

Andreas Mueller ist unter dem Pseudonym „Bernecker1977“ als Trader, Referent und Coach seit 2001 aktiv. Er handelt seit rund 20 Jahren Indizes, Devisen und Rohstoffe an der Börse mit Futures, Derivaten und CFDs. Dabei basiert sein Trading auf Sentimentdaten und Charttechnik. Als studierter Diplom-Kaufmann streut Andreas Mueller seine Erfahrungen u.a. auf wallstreet-online seit dem Jahr 2005 in den „Tages-Trading-Chancen“ ein und ist dort Ansprechpartner für alle börsenrelevanten Fragen. Auf dieboersenblogger.de analysiert er den DAX mit Hilfe der Charttechnik. Weitere Informationen erhalten Sie in seinem Facebook-Kanal und auf seinem Blog www.bernecker1977.de

 


(12.12.2016)


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    Mit meiner Aussage:
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