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Zahlenspielereien: Der DAX unter der Lupe (Ulrich W. Hanke)

Bild: © Aussender, Die bessere Hälfte des DAX nach EK-Quote und EK-Rendite © boersianer.info

Autor:
Ulrich W. Hanke

Börsenstratege und Herausgeber von www.boersianer.info - Hankes Börsenbrief

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06.03.2016, 6518 Zeichen

Von Ulrich W. Hanke, boersianer.info – Das digitale Anlegermagazin

Der Leitindex ist am Klettern und scheint den Gipfel noch nicht erreicht zu haben. Einige Zahlenspielereien und eine Analyse zum Barometer als auch zu den einzelnen Werten.

Von Ulrich W. Hanke, boersianer.info – Das digitale Anlegermagazin

Als ich diesen Artikel geplant habe, stand der deutsche Leitindex Dax noch bei rund 9.400 Punkten – und viele Anleger gingen von fallenden Kursen aus. Jetzt, eine Woche später, hat sich die Stimmung aufgehellt, schloss das Aktienbarometer die Woche doch mit 9.824 Punkten ab. Das ist ein Plus von gut vier Prozent. Ein gutes Zeichen, ein Kaufsignal, insbesondere wenn es nach der bekannten Vier-Prozent-Regel von Börsenlegende Ned Davis geht. Denn der Trend scheint gedreht zu haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass in der kommenden Woche die Kurse weiter steigen ist nun deutlich höher, als dass sie fallen. Der Dax hat also das Ziel 10.000 Punkte wieder vor Augen. Das bleibt nach Davis' Regel so, bis der Index um vier oder mehr Prozent fällt. Auch unsere Börsenampel signalisiert grünes Licht für Käufe (siehe http://www.boersianer.info). 

Charttechniker wären jetzt wohl noch vorsichtiger, hat der Dax zwar seinen kurzfristigen 38-Tage- Durchschnitt hinter sich gelassen (9.478 Punkte), aber notiert noch deutlich unter seinem 200-Tage- Mittel von 10.487 Punkten. Wäre der Dax jedoch fair bewertet, müsste er meinen Berechnungen zufolge aktuell bei 10.016 Punkten liegen. Beim derzeitigen Stand von 9.824 Punkten, also noch zwei Prozent höher. In der Kolumne "Hankes Five" beim Internetsender Wirtschaft TV am 17. Februar sprach ich noch von einem fairen Wert von 9.994 Punkten und konnte ein Nummernschild mit dem Kennzeichen DAX 9999 in Bild halten, welches noch aus meiner Düsseldorfer Zeit stammt (siehe: http://boersianer.info/hankes-five-folge-9/). 

Ein Blick auf den VDax (aktueller Stand: 21,8 Prozent) und den VDax new (23,8 Prozent), die beide auf etwas unterschiedliche Art die Schwankungen am Aktienmarkt messen (Volatilität), verdeutlicht: Die Nervosität der Dax-Anleger hat deutlich abgenommen. Der Volatilitäts-Dax von 23,8 Prozent drückt aus, dass die Marktteilnehmer in den nächsten 30 Tagen mit einer Schwankungsbreite von 9.630 bis 10.020 Punkten rechnen. Das wäre am oberen Ende ziemlich genau der faire Wert, der sich aus Durchschnittswerten der vergangenen 20 Jahre und einem Berichtigungsfaktor berechnen lässt.

Ein Stückweit neu gemischt werden die Dax-Karten schließlich am 21. März. Dann wird der Düngemittelhersteller K+S durch den Medienkonzern ProSiebenSat1 ausgetauscht. Das ist das erste Mal, dass ein Medienunternehmen im Dax aufgenommen wird. Die Aktie von ProSiebenSat1 ist schon im Vorfeld der Bekanntgabe durch die Deutsche Börse (Fast Exit-Regel) am vergangenen Donnerstag gestiegen und war längere Zeit als Aufstiegskandidat gehandelt worden. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 3,1 auf Basis des Umsatzes 2015 ist die ProSieben-Aktie alles andere als ein Schnäppchen, doch die Aufnahme in den Leitindex wird Käufe der Indexfonds nach sich ziehen und die Aufmerksamkeit erhöhen.

Die Deutsche Börse sorgt unterdessen selbst gerade für Schlagzeilen. Eine Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) schein wirtschaftlich sinnvoll. Die Synergieeffekte sind groß. Bis 22. März muss nach britischem Recht ein bindendes Angebot zur Fusion vorliegen. Der Deal sieht offenbar den Sitz in London vor und als Chef der gemeinsamen Börse den Deutschen Carsten Kengeter. Dass die Idee eines Zusammenschlusses gerade jetzt aufpoppt, ist vermutlich kein Zufall. Bei einem Brexit (Ausstieg von Großbritannien aus der EU; siehe auch aktuelle boersianer.info-Ausgabe #50-51) wäre die Londoner Börse schnell im Abseits. Eigentlich müsste die Deutsche Börse die Bedingungen daher diktieren können. Kommt es zum Zusammenschluss wäre das neue Unternehmen im Dax gelistet.

Der scheidende Adidas-Chef Herbert Hainer legte unterdessen zum Abschluss eine gute Bilanz vor. Für 2015 soll es deshalb 1,60 Euro Dividende je Aktie (Vorjahr: 1,50 Euro) geben. 2015 setze Adidas 16,9 Milliarden Euro um – ein Plus von 16 Prozent. Der Gewinn stieg sogar um fast 30 Prozent auf rund 634 Millionen Euro. 2016 visiert der Sportartikelhersteller nun 800 Millionen Euro Gewinn an, bei einem Umsatzplus von zehn bis zwölf Prozent. Die Fußball-Europameisterschaft und nicht zu vergessen auch die Olympischen Spiele sind die Treiber des Jahres.

Bei der Vorstellung des Geschäftsberichts von BASF war für mich besonders interessant, der Ölpreis mit dem der Chemieriese für die Zukunft rechnet: 40 Dollar je Barrel. Die Ergebnisse für 2015 waren wie erwartet nicht berauschend. Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 70,5 Milliarden Euro und der Gewinn (Ebit) um 18 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Aktionäre können sich immerhin über eine um zehn Cent höhere Dividende von 2,90 Euro freuen. BASF erwägt einigen Medienberichten zufolge gerade ein Gegenangebot für die Übernahme von DuPont. Das Unternehmen will sich Dow Chemical einverleiben. Zusammen wären DuPont und Dow Chemical größer als BASF. Eine Fusion mit BASF muss kritisch beleuchtet werden, falls es dazu kommt und der Preis bekannt ist.

Gut fielen zuletzt die Zahlen der Deutschen Telekom aus. Der Umsatz stieg 2015 um 10,5 Prozent auf 69,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn legte um 13,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro zu. Der Bonner Konzern gibt den fast komplett weiter. Um zehn Prozent auf 55 Cent je Aktie soll die Dividende angehoben werden. Nach weiteren Zahlen von Bayer, Beiersdorf, Daimler, Deutsche Börse, Fresenius, FMC, Henkel, Infineon und ThyssenKrupp kommen nun in den nächsten Tagen und Wochen der Rest der Dax-Unternehmen mit ihren Geschäftsberichten heraus (siehe Termine bei boersianer.info). Darum ist es eigentlich zu früh, schon eine Neubewertung aller Dax-Titel vorzunehmen. Aber der Blick auf die einzelnen Titel gehört meiner Meinung nach hier dazu. Also wähle ich einmal eine andere Herangehensweise. Wer besser als der Dax abschneiden will, der wählt einfach seine bessere Hälfte und gewichtet die 15 Titel mit je 1/15. Zur besseren Hälfte gehören nach jetzigem Stand: Adidas, BASF, Bayer, BMW, Continental, Daimler, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Fresenius, FMC, Henkel, K+S (oder ab 21. März ProSiebenSat1), Merck, Siemens und Vonovia.

Ihr Ulrich W. Hanke, boersianer.info

Chefredakteur von boersianer.info

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(06.03.2016)

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    Ein Blick auf den VDax (aktueller Stand: 21,8 Prozent) und den VDax new (23,8 Prozent), die beide auf etwas unterschiedliche Art die Schwankungen am Aktienmarkt messen (Volatilität), verdeutlicht: Die Nervosität der Dax-Anleger hat deutlich abgenommen. Der Volatilitäts-Dax von 23,8 Prozent drückt aus, dass die Marktteilnehmer in den nächsten 30 Tagen mit einer Schwankungsbreite von 9.630 bis 10.020 Punkten rechnen. Das wäre am oberen Ende ziemlich genau der faire Wert, der sich aus Durchschnittswerten der vergangenen 20 Jahre und einem Berichtigungsfaktor berechnen lässt.

    Ein Stückweit neu gemischt werden die Dax-Karten schließlich am 21. März. Dann wird der Düngemittelhersteller K+S durch den Medienkonzern ProSiebenSat1 ausgetauscht. Das ist das erste Mal, dass ein Medienunternehmen im Dax aufgenommen wird. Die Aktie von ProSiebenSat1 ist schon im Vorfeld der Bekanntgabe durch die Deutsche Börse (Fast Exit-Regel) am vergangenen Donnerstag gestiegen und war längere Zeit als Aufstiegskandidat gehandelt worden. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 3,1 auf Basis des Umsatzes 2015 ist die ProSieben-Aktie alles andere als ein Schnäppchen, doch die Aufnahme in den Leitindex wird Käufe der Indexfonds nach sich ziehen und die Aufmerksamkeit erhöhen.

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