09.11.2015, 2669 Zeichen
Vonovia (WKN A1ML7J) findet offenbar so viel Gefallen an den jüngsten Übernahmen, dass das Unternehmen einfach weiter damit macht und nun den ganz großen Wurf landen möchte. Am 30. November sollen die Vonovia-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung beschließen. Diese wäre für die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen AG notwendig. Dabei strebt der größte deutsche Immobilienkonzern eine Elefantenhochzeit an.
Schließlich ist die Deutsche Wohnen die Nummer zwei am Markt und kommt aktuell auf 140.000 Wohnungen, während es beim Marktführer 370.000 Wohnungen sind. Das Übernahmeangebot beläuft sich auf umgerechnet 25,86 Euro je Deutsche Wohnen-Aktie, was einem Transaktionswert von etwa 14 Mrd. Euro entspricht. Ursprünglich wollte die Deutsche Wohnen die LEG Immobilien AG übernehmen. Doch als Vonovia seinerseits um die Ecke kam und ein Angebot für die Deutsche Wohnen abgab, wurde der geplante Zusammenschluss der beiden MDAX-Unternehmen abgeblasen.
Wie gut Vonovia zuletzt mit Übernahmen gefahren ist, zeigte sich an den 2015er-Neunmonatszahlen. Das Unternehmen profitierte ganz besonders von der Übernahme des Konkurrenten GAGFAH. Laut Vorstandschef Rolf Buch ist man bei der Integration der GAGFAH sogar dem eigenen Zeitplan voraus. Daher wurde die Prognose für die in der Branche entscheidende Kennzahl FFO I (Funds from Operations) für das Gesamtjahr von 560 bis 580 Mio. Euro auf nun 590 bis 600 Mio. Euro angehoben. 2016 soll der Wert noch einmal auf 690 bis 710 Mio. Euro zulegen. Nach neun Monaten in 2015 lag das operative Ergebnis (FFO I) bei 432 Mio. Euro und damit 111 Prozent höher als im Vorjahr. Zudem verspricht das Management den Anteilseignern für 2015 weiterhin einen Dividendenanstieg um 27 Prozent auf 0,94 Euro je Aktie.
Mit der Übernahme der Deutsche Wohnen erhofft man sich bei Vonovia ähnlich positive Effekte. Dass ein Deal zustande kommt ist jedoch alles andere als sicher. Neben dem Widerstand des Deutsche Wohnen-Managements ist auch das Übernahmeangebot nicht gerade als großzügig zu bezeichnen. Die Prämie in Bezug auf den letzten Kurs der Deutsche Wohnen-Aktie vor Bekanntwerden des Übernahmeinteresses liegt bei rund 9,8 Prozent und im Vergleich zum Durchschnittskurs in den letzten drei Monaten bei etwa 11 Prozent. Eine Aufstockung des Angebots könnte notwendig werden. Auch deshalb bleibt der Übernahmepoker am deutschen Immobilienmarkt spannend. Anleger, die überproportional und schon mit kleinen Geldbeträgen von steigenden Kursen der Vonovia-Aktie profitieren möchten, könnten auf einen Open End Turbo Bull der Citigroup (WKN CC6LQ1) setzen.
Bildquelle: Pressefoto Vonovia SE
Wiener Börse Party #1155: ATX unverändert, mit Wienerberger / Verbund zwei Dauer-ATXler vorne, Frequentis 18/70 und Rheinmetall/Ritschy
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Vonovia SE
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