13.10.2015, 2842 Zeichen
Was wurde nicht alles spekuliert. Gehen E.ON und RWE pleite, weil sie nicht genug Rücklagen für den Atomausstieg haben? Die Aktienkurse der Versorger wurden tief nach unten gedrückt. Jetzt hat das Wirtschaftsministerium die Stresstests vorgelegt und welch Wunder: E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW haben angeblich genügend Substanz, um den Atomausstieg ohne Staatshilfen und Kapitalerhöhungen zu bezahlen. Nicht auszudenken, wie die Anleger reagiert hätten, wenn der Stresstest zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre. So jedoch können die gebeutelten E.ON- und RWE-Aktien stark aufholen. Seit ihren Tiefstkursen Ende September legten beide Werte immerhin wieder um mehr als 30 Prozent zu!
Wunschdenken oder Realität?
Doch wie realistisch sind die Annahmen im Stresstest eigentlich? Der Abriss der Kernkraftwerke und die Endlagerung kosten laut Gutachten 47,5 Mrd. Euro. Da drängt sich schon die Frage auf, wie die Gutachter das berechnen konnten, wo doch nicht einmal der Ort der Endlagerung feststeht. Die Rücklagen der Versorger betragen außerdem nur 38,3 Mrd. Euro. Die Lücke, so die Gutachter, könnten die Versorger aus ihrer Substanz finanzieren. Das ist schon eine verwegene Annahme, die mit den Grundsätzen ordentlicher Buchführung nur wenig zu tun hat. Denn spätestens seit dem Desaster um den Berliner Flughafen muss man annehmen, dass jedes staatliche Großprojekt deutlich teurer wird, als prognostiziert – insbesondere eines mit so vielen Unbekannten wie der Atomausstieg. Allein schon weniger optimistische Annahmen über die Zinsentwicklung können die Kosten leicht um viele Milliarden steigen lassen.
Die Aktien bleiben unattraktiv
Ein Kauf von E.ON- und RWE-Aktien drängt sich aber auch aus anderen Gründen nicht auf, zumindest nicht für langfristige Investoren: Immer noch rätseln alle, wie denn die neue Geschäftsstrategie der Versorger zukünftig aussehen soll? Es gibt viele Baustellen, aber nur wenige Antworten. Die Vorstände suchen weiterhin nach einer Strategie, haben aber bisher keine Antwort auf die Branchenkrise als Einsparungen und den Verkauf von Unternehmensteilen. Sicher ist, dass die goldenen Zeiten der Versorgeraktien vorbei sind, ebenso die Zeiten der hohen und sicheren Dividenden.
Fazit
Wer jetzt eine RWE- oder eine E.ON-Aktie kauft, kann vielleicht einen kurzfristigen Kursgewinn realisieren, aber ein Witwen- und Waisenpapier, das man bedenkenlos auch unerfahrenen Anlegern empfehlen kann, sind die Versorgeraktien nicht mehr. Für valueorientierte Anleger sind und bleiben die Aktien unattraktiv – auch nach dem Stresstest.
Erfolgreiche Investments,
Ihr Stefan Böhm
P.S. Wenn Sie keine meiner Analysen verpassen möchten, tragen Sie sich kostenfrei unter www.dax-strategie.de ein und erhalten Sie wöchentlich meine kostenfreien Einschätzungen. Als Willkommens-Geschenk gibt es das E-Book „Die 3 besten DAX-Aktien“!
Private Investor Relations Podcast #24: Veronika Rief in der Philosophie-Viertelstunde über Nachhaltigkeitsberichterstattung im Finanzwesen
DAX Letzter SK: 0.00 ( -0.72%)
E.ON
Uhrzeit: 19:15:32
Veränderung zu letztem SK: -2.65%
Letzter SK: 17.95 ( -0.08%)
RWE
Uhrzeit: 19:14:55
Veränderung zu letztem SK: -2.47%
Letzter SK: 53.78 ( -1.28%)
Bildnachweis
1.
E.ON, EON, 360b / Shutterstock.com , 360b / Shutterstock.co
, (© www.shutterstock.com) >> Öffnen auf photaq.com
Aktien auf dem Radar:AT&S, OMV, Lenzing, Amag, EuroTeleSites AG, Zumtobel, Österreichische Post, DO&CO, Josef Manner & Comp. AG, Rath AG, RBI, Semperit, Warimpex, Telekom Austria, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Austriacard Holdings AG, Agrana, CA Immo, EVN, Flughafen Wien, Frequentis, CPI Europe AG, Verbund.
Random Partner
Schwabe, Ley & Greiner (SLG)
Das Unternehmen SLG wurde 1988 gegründet und ist spezialisiert auf die Beratung im Bereich Finanz- und Treasury-Management.
Wir sind Marktführer im gesamten deutschsprachigen Raum und verfügen über einen soliden Partnerkreis. Diesen haben wir zur Stärkung des Unternehmens kontinuierlich erweitert.
>> Besuchen Sie 59 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Österreich-Depots: Rekord (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 5.2.: Wolfgang Eder, Polytec (Börse Geschichte) (BörseGe...
» Nachlese: Wolfgang Matejka (audio cd.at)
» Wiener Börse Party #1088: ATX heute schwächer, Addiko Bank gesucht, Edi ...
» PIR-News: Research zu Semperit, Post eröffnet in Linz, Erste Group finan...
» Schnellster Runder-Marken-Sprung im ATX TR finished (Christian Drastil)
» Wiener Börse zu Mittag leichter: Addiko Bank und FACC gesucht
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. ATX TR 14.000, BASF, Brenntag, Wolfgang...
» ATX-Trends: AT&S, Erste Group, OMV, Lenzing ...
» Österreich-Depots: Wieder Rekord (Depot Kommentar)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wie Rath AG, Semperit, Josef Manner & Comp. AG, W...
- Wie RBI, Verbund, Bawag, voestalpine, SBO und Len...
- Strabag erhält Straßenbau-Aufträge in Polen im We...
- Österreich-Depots: Rekord (Depot Kommentar)
- Börsegeschichte 5.2.: Wolfgang Eder, Polytec (Bör...
- EZB lässt Leitzins bei 2 Prozent
Featured Partner Video
BörseGeschichte Podcast: Christian-Hendrik Knappe vor 10 Jahren zum ATX-25er
Der ATX wurde dieser Tage 35. Rund um "25 Jahre ATX" haben wir im Dezember 2015 und Jänner 2016 eine grossangelegte Audioproduktion mit dem Ziel einer Fest-CD gemacht, die auch auf Audible als Hörb...
Books josefchladek.com
Michael Rathmayr
Remedy
2025
Nearest Truth
Léon-Paul Fargue & Roger Parry & Fabian Loris
Banalité
1930
Librairie Gallimard
Helmar Lerski
Köpfe des Alltags
1931
Hermann Reckendorf
Tehching Hsieh
One Year Performance 1978–1979
2025
Void
Pedro J. Saavedra
Donde el viento da la vuelta
2023
Self published
