06.10.2015, 3534 Zeichen
In den letzten Wochen schwächelte die Aktie des kanadischen Goldminenbetreibers Barrick Gold. Die verschobene Zinserhöhung der Fed hatte bisher noch keine gravierenden Auswirkungen auf den Kurs.
Angesichts eines enttäuschenden US-Arbeitsmarktberichts für den Monat September könnte sich die Zinswende jedoch sogar bis zum nächsten Jahr hinziehen. Dies könnte auch aller Voraussicht nach den Aktienkurs der Kanadier ankurbeln.
Wie andere Rohstoffe und Edelmetalle wird auch Gold an den Weltmärkten hauptsächlich in US-Dollar gehandelt. Eine anhaltend lockere Geldpolitik der US-Notenbank hat somit das Potenzial, den Goldpreis und letztlich die Geschäfte sowie den Aktienkurs beim weltweiten Marktführer unter den Goldminenbetreibern anzukurbeln. An sich bewegte sich die Fed zuletzt schnurstracks in Richtung höhere Zinsen. Allerdings hat der am 2. Oktober veröffentlichte Arbeitsmarktbericht einige Fragen aufgeworfen.
Laut Angaben des Arbeitsministeriums stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft lediglich um 142.000. Darüber hinaus wurden die beiden Vormonatswerte teilweise deutlich nach unten korrigiert. Es bleibt abzuwarten, ob das ausreichen wird, Janet Yellen und ihren Kollegen bei der Fed von einer ersten Leitzinserhöhung nach fast zehn Jahren noch in 2015 abzubringen. Goldminenbetreiber und Edelmetallinvestoren müssen jedoch nicht nur auf die Fed schauen. Der Blick richtet sich vor allem nach China.
Die Turbulenzen rund um den weltgrößten Rohstoffhändler Glencore haben erneut gezeigt, welche Auswirkungen die zuletzt auf breiter Front gesunkenen Rohstoffpreise auf die gesamte Branche haben. Nach Jahren des chinesischen Wirtschaftsbooms und des wachsenden Rohstoffhungers wird man nun wohl kleinere Brötchen backen müssen. Schließlich nimmt die Wachstumsdynamik der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt immer weiter ab. Auf dem Goldmarkt versucht sich Barrick Gold nun schon seit geraumer Zeit auf die neue Situation einzustellen, da der Goldpreis seit seinem Rekordhoch bei etwas unter 2.000 US-Dollar pro Feinunze im Herbst 2011 in den vergangenen Jahren deutlich gefallen ist.
Bei Barrick Gold reagierte man zuletzt mit Kostensenkungen und Verkäufen von Beteiligungen. Dadurch soll die Bilanz gestärkt und das Unternehmen für eine Welt mit niedrigeren Goldpreisen fitgemacht werden. Auch wenn das Unternehmen bei seinen Einsparmaßnahmen zuletzt gut vorangekommen ist, wurde die Quartalsdividende am 5. August mehr als halbiert. Zudem wurde mit einem Minus von 9 Mio. US-Dollar im zweiten Quartal 2015 ein weiterer Verlust eingefahren. Bis zuletzt konnte Barrick Gold wenigstens die Goldproduktion relativ hoch halten. Allerdings musste im Zuge der Berichterstattung zum zweiten Quartal angesichts der verschiedenen Anteilsverkäufe zur Schuldenreduzierung das Produktionsziel für das Gesamtjahr 2015 von 6,2 bis 6,6 Millionen Unzen auf 6,1 bis 6,4 Millionen Unzen gesenkt werden. Es bleibt jedoch immer noch die Hoffnung auf die Fed und höhere Goldnotierungen.
Spekulative Anleger, die steigende Kurse bei der Aktie von Barrick Gold erwarten, könnten mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN XM5RPL) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 2,90, die Knock-Out-Schwelle bei 4,75 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN XM60CR), aktueller Hebel 4,14; Knock-Out-Schwelle bei 8,05 US-Dollar) auf fallende Kurse bei der Barrick-Gold-Aktie setzen.
Stand: 06.10.2015
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