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Volkswagen: Wenn Dummheit weh tut (Stefan Böhm)

Autor:
Stefan Böhm

Mein Name ist Stefan Böhm und ich bin Börsianer mit Leib & Seele. Einer meiner größten Erfolge war die punktgenaue Warnung vor der Finanzkrise im Jahr 2007, die meinen Lesern Gewinne von rund +400% gebracht hat.

Trading ist meine Leidenschaft und ich möchte möglichst vielen Anlegern mit meinem Erfahrungsschatz weiterhelfen. Deshalb biete ich Ihnen kostenfrei die hochwertige Wissensplattform Böhms DAX-Strategie.

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22.09.2015, 2170 Zeichen

Wahrscheinlich haben Sie sich auch schon mal darüber gewundert, warum Ihr Benzinverbrauch höher ist als die Herstellerangaben. Solches „Schönen“ von Zahlen ist in der Autobranche gang und gäbe. Doch was sich Volkswagen nun geleistet hat, ist eine andere Dimension. Es wurden gezielt Manipulationen an der Software vorgenommen, um in den USA vorgeschriebene Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen zu erreichen. So zumindest der Vorwurf der US-Aufsichtsbehörde. Das wäre glasklarer Betrug.

VW wusste lange Bescheid

Besonders dämlich: Volkswagen weiß bereits seit einem Jahr über die Vorwürfe Bescheid, hat aber letztlich nichts geändert. Massive Kosten rollen nun auf den Konzern zu. Neben dem Rückruf von einer halben Millionen Fahrzeuge droht auch eine Strafe in Höhe von bis zu 18 Milliarden US-Dollar. Etwa in dieser Größenordnung brach auch der Börsenwert der Aktie heute ein, Der Kursverlust der Aktie belief sich auf 20 Prozent. Das ist schlimm, aber es könnte noch schlimmer kommen, denn nun prüfen auch die europäischen Behörden, ob die Abgastests hierzulande ebenfalls manipuliert wurden. Allerdings liegen die Richtwerte etwas höher als in den USA. Überall wird nun genau hingeschaut. Schwer vorstellbar, dass dabei nicht weitere Manipulationen zum Vorschein kommen. Eventuell haben sich auch andere Hersteller dieses Tricks bedient. BMW und Daimler wiesen solche Vorwürfe aber eilig von sich.

Aus der Traum?

Ebenfalls schwer vorstellbar, dass der teuerste Fehler der langen VW-Firmengeschichte ohne personelle Konsequenzen bleibt. Wie gesagt, waren die Vorwürfe lange bekannt und es ist kaum anzunehmen, dass der Vorstand nicht darüber informiert war, wie man die Abgaswerte zu erreichen gedachte. Ob allerdings der Imageschaden für VW und Audi wirklich so groß ist, wie viele Experten nun behaupten, werden erst die nächsten Jahre zeigen. Möglicherweise messen die Käufer der Einhaltung von Abgasvorschriften keine so hohe Bedeutung bei wie die Umweltverbände. Aber weder das Unternehmen noch die Aktie werden sich von diesem Debakel so schnell erholen. Der Traum vom größten Autobauer der Welt ist erst einmal ausgeträumt.

Beste Grüße,

Ihr Stefan Böhm

www.dax-strategie.de


(22.09.2015)

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