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WKÖ-Kopf: Jetzt richtige Weichen für Arbeitsmarkt stellen

02.03.2021
Wien (OTS) - „Der Trend geht in die richtige Richtung, die Öffnungsschritte im Handel und bei den körpernahen Dienstleistern haben für einen merklichen Rückgang der Arbeitslosen gesorgt“, kommentiert Karlheinz Kopf, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die aktuellen Arbeitsmarktdaten. Gleichzeitig zeigt die Zahl von erstmals seit Weihnachten wieder weniger als 500.000 Arbeitslosen, dass Öffnungsschritte eine Grundvoraussetzung für die Erholung am Arbeitsmarkt sind. „Erst nach weiteren Öffnungen wird es uns gelingen, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit nachhaltig zurückzudrängen“, sagt Kopf.
Solange aber noch einige Branchen im Lockdown sind, wird es weiterhin kurzfristig wirksame Maßnahmen wie die Kurzarbeit und den Neustartbonus brauchen. „Und die Erholung geht auch danach nicht von heute auf morgen. Für eine raschere Belebung des Arbeitsmarktes sollten wir daher den Neustartbonus verlängern“, fordert der WKÖ-Generalsekretär. Das wäre eine rasch umzusetzende Maßnahme, die gerade in Zeiten des Wiederhochfahrens der Wirtschaft sehr hilfreich ist. Denn der Neustartbonus erleichtert es den Unternehmen durch einen Art Kombilohn, Mitarbeiter auch dann aufzunehmen, wenn der Betrieb noch nicht voll ausgelastet ist. Eine Verlängerung um ein Jahr, also bis 30.6.2022, wäre ohne budgetäre Mehrkosten möglich: Da aufgrund des neuerlichen Lockdowns ab November der Neustartbonus nur wenig zum Einsatz kam, sind die zur Verfügung stehenden Mittel von 30 Millionen Euro noch lange nicht ausgeschöpft.
Neben kurzfristigen Kriseninstrumenten braucht es Kopf zufolge aber auch grundlegende Reformen des Arbeitsmarktes: „Erst kürzlich hat der EY-Mittelstandsbarometer ergeben, dass selbst in der Krise 76 Prozent der Unternehmen unter Fachkräftemangel leiden. Dieser Mangel wird sich in den nächsten Jahren, wenn die Babyboomer in Pension gehen, noch verschärfen“, warnt Kopf.
Zwtl.: Jobchancen sichtbar machen und bedarfsgerecht qualifizieren
Ziel des WKÖ-Generalsekretärs ist es daher, bestehende Jobchancen besser sichtbar zu machen. „Es gibt sogar derzeit österreichweit rund 40 Mangelberufe – vom Elektroinstallateur über den Techniker im Maschinenbau bis hin zu vielen IT- und Gesundheitsberufen. Das müssen wir stärker aufzeigen, damit sich mehr Menschen für diese Berufe entscheiden“, so Kopf. Dies beginnt damit, die Offenheit bei jungen Leuten für zukunftsträchtige Lehrberufe zu fördern und reicht bis zur stärkeren bedarfsgerechten Qualifizierung durch das AMS.
Diese Weiterbildungsmaßnahmen sollten vorwiegend in Form sogenannter AQUA-Ausbildungen (arbeitsplatznahe Qualifizierungen) geschehen. Denn diese haben höhere Erfolgsquoten als andere Schulungsmaßnahmen. Zusätzlich müsse die Mobilität am Arbeitsmarkt erhöht werden.
„Wichtig ist jedenfalls, die Reformen rasch anzugehen und jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen“, resümiert Kopf. Nur so wird einerseits eine Verfestigung der Arbeitslosigkeit verhindert und andererseits dem Fachkräftemangel von morgen vorgebeugt. (PWK108/DFS)
 

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