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Weltfrauentag: Junge Bäuerinnen als Mutmacherinnen in der Landwirtschaft

04.03.2024, 8759 Zeichen
Graz (OTS) - Anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentags ruft Vizepräsidentin Maria Pein die heimischen Bäuerinnen auf, „ihre Leistungen, ihr Können und ihre Kompetenzen nicht unter den Scheffel zu stellen und diese selbstbewusst innerhalb der Landwirtschaft und in der Öffentlichkeit herzuzeigen.“ Schließlich schaffen Bäuerinnen vielfach neue Betriebsstandbeine und sind zumindest für die Hälfte des Betriebserfolgs auf den Höfen mitverantwortlich. Ohne Gleichstellung droht die Gefahr, dass durch die Mehrfachbelastungen der Bäuerinnen die Höfe in eine Schieflage geraten. Die Vizepräsidentin betont: „Dieses Ausverhandeln der gleichberechtigten Rollen und Selbstermächtigung ist vielfach nicht einfach, erfordert Mut und Zähigkeit, ist durchaus auch mit Rückschlägen verbunden, aber zur Erreichung der Gleichstellung extrem wichtig.“ Vor allem junge Bäuerinnen, die vielfach auch Quereinsteigerinnen sind, sind diesbezüglich wichtige Mutmacherinnen, weil sie entschlossen althergebrachte Rollenstereotype in der Landwirtschaft aufbrechen und abschütteln.
Push-Faktoren: Bäuerinnen und Frauen brauchen Entlastungen und eine gute Infrastruktur am Land. Um Bäuerinnen und Frauen am Land auf ihrem Weg zu mehr Gleichstellung gut zu unterstützen, ist eine Aufwertung des ländlichen Raums besonders wichtig. „Die Bäuerinnen und Frauen brauchen verlässliche institutionelle Entlastungen bei der Kinderbetreuung und Altenpflege, sie müssen auch eine gut funktionierende digitale Infrastruktur mit schnellem Internet, eine gute ärztliche Versorgung auch in Form von Ärztezentren, soziale Angebote sowie Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten vorfinden“, unterstreicht Vizepräsidentin Maria Pein. Und weiter: „Für eine Rückkehr gut ausgebildeter Frauen auf den Bauernhof sowie das ´Dableiben am Land´ sind diese Voraussetzungen unabdingbar. Ich wünsche mir, dass die Frauen diesbezüglich von den Kommunen noch besser gehört werden.“
Landesbäuerin Viktoria Brandner: Soziale Absicherung darf nicht auf der Strecke bleiben. Im Zuge der Herbstkampagne macht die Bäuerinnenorganisation heuer die soziale Absicherung der Bäuerinnen unter dem Motto „Plötzlich Bäuerin – was jetzt?“ zum Thema. Dazu Landesbäuerin Viktoria Brandner: „Nichts ist im Falle eines Schicksalschlags schlimmer als zu bemerken, dass das soziale Fangnetz teilweise oder sogar zur Gänze fehlt. Wir wollen bei zahlreichen Veranstaltungen vor allem junge Bäuerinnen und Quereinsteigerinnen ansprechen und gemeinsam rechtliche und sozialrechtliche Bestimmungen erörtern.“ Außerdem wird eine Broschüre die rechtlichen und sozialrechtlichen Vorschriften und Druckstellen zusammenfassen und Ansprechstellen sowie Ansprechpartner:innen auflisten. Im Sinne von Empowerment setzt sich die Bäuerinnenorganisation für mehr Frauen in den bäuerlichen Gremien ein. Brandner: „Wir fordern, dass die agrarischen Gremien mit einem Frauenanteil von 30 Prozent besetzt werden.“ Rund 30.000 Frauen üben in der Steiermark den Beruf Bäuerin aus, etwa 38 Prozent davon sind auch Betriebsführerinnen.
Durchstarterin: Hofübernehmerin und Agrarpädagogin mit Power. Elisabeth Flucher (26), Untergiem 24, 8330 Feldbach: Empowerment ist für Elisabeth Flucher, die im August 2024 den elterlichen Hof übernehmen wird, nicht nur ein Stichwort, sondern für die junge Bäuerinnen-Generation ein Muss. Um den auf Tierhaltung mit Mangalitza-Schweinen, Legehennen, Ziegen sowie Brotgetreideanbau ausgerichteten Direktvermarktungsbetrieb weiterführen und um neue Standbeine erweitern zu können, gestaltet sie die Spielregeln am Hof neu. Wichtig sind ihr neben dem wertschätzenden Miteinander von Jung und Alt vor allem eine angemessene Work-Life-Balance mit Freizeit und Urlaub, „um den Kopf wieder frei zu kriegen“, was aber Ersatzarbeitskräfte erfordert. Besonderen Wert legt sie auch auf ihre psychische und physische Gesundheit und wird sich in diesen Bereichen kontinuierlich weiterbilden. Entscheidend für eine gute Lebensqualität und erfolgreiches Wirtschaften sind für sie auch ein schnelles Internet, gute Aus- und Weiterbildungs-möglichkeiten sowie eine gute ärztliche Versorgung. Erleichterungen erwartet sich Elisabeth Flucher vom Wulst der Bürokratie, der durch detailgenaue Aufzeichnungspflichten und die vielen Kontrollen die zeitlichen Grenzen sprengt. Die junge Hofübernehmerin, für die „der Beruf Bäuerin sehr erfüllend ist“, plant die Hoftüren für die Bevölkerung zu öffnen. Einerseits will sie durch offene Türen die verzerrten Bilder über die Landwirtschaft zurechtrücken – Schülern und Familien wird sie auf ihren Äckern zeigen, wie Landwirtschaft in der Realität funktioniert. Ebenso wird sie Interessierte einladen, um gemeinsam Lebensmittel oder Fleischdauerwaren herzustellen und so den Wert der Lebensmittel und Transparenz zu verdeutlichen.
Rückkehrerin und Brückenbauerin mit Doppelstudium, Beate Horvatek (33), Thonebenstraße 20, 8102 Semriach, bricht Klischees auf. Sie hat zwei Studien – Universität für Bodenkultur und Lehramt für Geographie und Kroatisch – hinter sich, arbeitet als Lehrerin und schupft einen Bauernhof mit Mutterkühen, Ziegen, Legehennen, Gänsen und Direktvermarktung. „Als Betriebsführerin kann ich meine eigene Chefin sein“, sagt die Mutter einer Tochter, die sich bewusst für den Beruf Bäuerin am Schusterhanshof entschieden hat. Durch Empowerment bricht sie herkömmliche Klischees auf und erhält vom Bürgermeister ihrer Gemeinde tatkräftige Unterstützung. Sie ist treibende Kraft, wenn es darum geht, eine Entlastung in der Haushaltsführung zu bekommen, auch wenn dies häufig auf staunende Gesichter in der Umgebung stößt. Beate Horvatek ist in drei Vereinen in der Gemeinde tätig, lässt sich aber von ihrem Engagement als Bäuerin und Lehrerin nicht abbringen, auch wenn sie immer wieder mit Fragen wie „Warum tust du dir das an?“ konfrontiert ist. Im Gegenteil: der Powerfrau geht es darum, dass Bäuerinnen ihre Leistungen und Kompetenzen selbst wertschätzen, vermehrt herzeigen und dadurch auch besser sichtbar und gehört werden. Aktuell errichtet Beate Horvatek gerade einen Tierwohlstall für ihre Rinder, Ziegen und Schweine sowie einen Verarbeitungsraum, um Kindergartenkindern, Schülern und Familien zu zeigen wie Joghurt, Käse und Fleischprodukte hergestellt werden und Brot gebacken wird. Kleineren Gruppen an Urlaubsgästen und Tagesgästen wird sie künftig Frühstück anbieten, somit eine Brücke zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft schlagen und gleichzeitig ihr Ernährungswissen weitergeben. Horvatek sagt: „Mir geht es darum, dass die Bevölkerung wieder mit der Landwirtschaft in Verbindung kommt.“
Rückkehrerin mit Urbanität und Landwirtschaft im Gepäck. Martina Kiefer (30), Dietmansdorf 2, 8543 St. Martin im Sulmtal. „Ursprünglich komme ich von einem Bio-Milchviehbetrieb aus Murau. Ich bin dann vor fast zehn Jahren für’s Studieren an der Universität für Bodenkultur nach Wien gegangen, wo ich als Diplomingenieurin der Agrar- und Ernährungswirtschaft abschließen durfte. Parallel zum Studium hatte ich Jobs als Pressesprecherin der bäuerlichen Interessenvertretung und später als Chefin vom Dienst bei der größten Agrarzeitung Österreichs. Trotz attraktiver Jobangebote und einem großen Freundeskreis in Wien habe ich mich für die Rückkehr aufs Land entschieden. Ausschlaggebend dafür war einerseits mein Mann, mit dem ich gemeinsam auf einem Ackerbau- und Forstbetrieb im Sulmtal leben und arbeiten darf. Andererseits sind es die direkten öffentlichen Zugverbindungen nach Graz, eine Homeoffice-Möglichkeit im Job und eine respektvolle Familie sowie Dorfgemeinschaft, die mich sehr herzlich aufgenommen haben." Und weiter: "Ich bin überglücklich, heute mit meinem Mann auf einem Hof zu wohnen und gemeinsam Projekte in der Landwirtschaft zu realisieren."
Quereinsteigerin und Hofmanagerin, Jenifer Pöschl (32), Hoheneggerhof, Holzmannsdorfberg 20, 8323 St. Marein/Graz. Als ausgebildete Diplomkrankenschwester, Ernährungspädagogin und Ernährungstrainerin hat sich Jeni Pöschl bewusst für die Landwirtschaft entschieden, um die Vorzüge von regionalen und saisonalen Lebensmitteln an die Bevölkerung weiterzutragen. Die vielfach fehlende Wertschätzung, die Wetterabhängigkeit und die geringen Produktpreise trotz enormer Arbeitsleistung, sind für sie als Bäuerin besonders große Herausforderungen. „Ich wünsche mir mehr Wertschätzung für unsere Lebensmittel und hoffe, dass dadurch ihr Wert steigt und faire Preise bezahlt werden“, so Pöschl. Und weiter: „Wir brauchen ein entsprechendes Einkommen, um als Familienbetrieb unser Auskommen zu finden.“ Zu groß seien der wirtschaftliche Druck und die harte Arbeit in der Landwirtschaft. Um die Herausforderungen besser bewältigen zu können, ist Jeni Pöschl der Austausch mit Berufskolleginnen und Berufkollegen sehr wichtig: „Ein regelmäßiger Austausch hilft uns positiv in die Zukunft zu blicken.“ (Schluss)

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