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VKI-Test: Fluorfreie Funktionsjacken – Luft nach oben

23.09.2020
Wien (OTS/VKI) - Vielen Wanderfreudigen scheint eine Funktionsjacke unerlässlich: Sie soll keinen Regen durchlassen, im Gegenzug aber den Schweiß von innen nach außen transportieren. Funktionsjacken stehen jedoch mittlerweile stark in der Kritik, da sie in der Regel fluorhaltige Chemikalien (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS) enthalten. Diese Substanzen weisen zwar zuverlässig Wasser, Schmutz und Öl ab, doch sie bergen auch Gefahr für die Umwelt und in weiterer Folge für die Gesundheit. Deshalb bieten viele Outdoor-Ausstatter inzwischen Alternativen an. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat nun 8 als fluorfrei deklarierte Jacken geprüft, die für Preise zwischen 120 und 220 Euro erhältlich sind. Beim Ergebnis gibt es noch Luft nach oben: Keine einzige Jacke schaffte ein „gutes“ Ergebnis. In der Gesamtbewertung wurden 5 „durchschnittlich“ und 3 „weniger zufriedenstellend“ vergeben. Alle Details zum Test gibt es ab sofort auf [www.konsument.at] (http://www.konsument.at/) und ab dem 24.09. im Magazin KONSUMENT.
Im Neuzustand konnten die meisten Jacken bei der Starkregenprüfung noch überzeugen. Nach dem fünften Waschgang erwies sich aber keine der Funktionsjacken mehr als wasserdicht. Ähnlich schlechte Ergebnisse nach wiederholtem Waschen gab es allerdings auch beim letzten Test im Jahr 2016 zu (vorrangig) fluorhaltigen Funktionsjacken. „Das Problem liegt dabei oft nicht am Gewebe selbst, sondern vielmehr an der Qualität der Verarbeitung“, erklärt VKI-Projektleiter Christian Undeutsch. „Wasser dringt meist an Nahtstellen oder beim Reißverschluss ein, wenn diese nicht sauber abgedichtet sind.“
Obwohl alle getesteten Jacken als fluorfrei deklariert waren, enthielt jene von Haglöfs (Esker Jacket Men) in geringen Mengen PFAS. Dabei könnte es sich um Verunreinigungen handeln, die bei der Produktion in das Textil gelangt sind. Da aber auch Verunreinigungen die Umwelt belasten, wurde die Jacke abgewertet.
Was aber macht PFAS nun so problematisch? Sie werden aufgrund ihrer technischen Eigenschaften seit langer Zeit in vielen Industriebereichen und in zahlreichen Verbraucherprodukten eingesetzt. PFAS sind allerdings auch schwer abbaubar und können mittlerweile überall nachgewiesen werden – in der Umwelt bis hin zu den Polgebieten, in der Nahrungskette und im Menschen. Einige von ihnen wirken im Tierversuch leberschädigend, fortpflanzungsgefährdend und vermutlich krebserzeugend. Der Mensch nimmt PFAS hauptsächlich über Lebensmittel und das Trinkwasser auf.
Was können nun Konsumentinnen und Konsumenten tun, die nachhaltig handeln möchten? „Wer bereits eine PFAS-haltige Funktionsjacke hat, sollte versuchen, diese so lange wie möglich zu verwenden“, empfiehlt Christian Undeutsch. „Werfen Sie diese nicht weg, sondern befolgen Sie die Pflege-Tipps der Hersteller und reaktivieren Sie von Zeit zu Zeit durch Wärmebehandlung die Imprägnierung, sei es im Trockner, mit einem Föhn oder durch Bügeln. Eigentlich sollten fluorhaltige Funktionsjacken aber eher ein Nischenprodukt für Extremsportler oder bestimmte Berufsgruppen wie Feuerwehren sein. Es schadet nicht, zu hinterfragen, wofür man die Jacke einsetzt. Wenn man gelegentlich einfache Wanderungen unternimmt, braucht man keine Hochgebirgsausrüstung.“
SERVICE: Die Testergebnisse gibt es ab dem 24.09. im Oktober-KONSUMENT und ab sofort auf [www.konsument.at/funktionsjacken102020] (https://www.konsument.at/funktionsjacken102020). Weiterführende Informationen zu PFAS bieten u.a. das Umweltbundesamt ([www.umweltbundesamt.at] (http://www.umweltbundesamt.at/)) und das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung ([www.bfr.bund.de] (http://www.bfr.bund.de/)).
 

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