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SWV NÖ-Rieger: „Gastronomiebetriebe brauchen mehr und sofortige Unterstützung!“

26.05.2020
St. Pölten (OTS) - „Die Gastronomieunternehmen brauchen in der jetzigen Situation eine rasche Soforthilfe. Der Fixkostenzuschuss und das Maßnahmenpaket der Regierung für die Wirte reichen nicht als Hilfe in der Corona-Krise“, informiert der Spartenvorsitzende des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Niederösterreich (SWV NÖ) im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft, Manfred Rieger.
„Viele Wirtinnen und Wirte fühlen sich derzeit alleingelassen. Durch das zweimonatige Betretungsverbot sind die Einnahmen vieler Gastronomiebetriebe in den Keller gerasselt. Einen gleichwertigen Einnahmenausgleich gab es dafür nicht. Und die Hoffnung, dass es mit der Öffnung der Gastronomie ab 15. Mai besser wird, hat sich in den meisten Fällen auch nicht erfüllt“, berichtet Rieger, der in Pressbaum selbst einen Hotellerie- und Gastgewerbebetrieb führt.
„Es ist höchst an der Zeit, dass es seitens der Regierung rasch zu einer entscheidenden Unterstützung in Form eines wirksamen finanziellen Zuschusses und einer Ermöglichung von Veranstaltungen mittlerer Größe in der Gastronomie kommt. Die Regierung hat zwar eine solide Arbeit in der Eingrenzung der Pandemie geleistet. Aber nun müssen Maßnahmen folgen, die wirklich eine Hilfe für die verschiedenen Branchen darstellen. Niemand braucht Ankündigungen, die nur falsche Hoffnungen wecken. Wir verzweifelten BetriebsinhaberInnen sind müde von solchen Aktionen. Es ist, als würde man einem Ertrinkenden ein Quietschentchen zuwerfen und man erzählt ihm von der schönen gelben Farbe… das bringt uns nichts.“
„Viele haben auf den Fixkostenzuschuss des Finanzministeriums gebaut. Aber dieser kommt nur gestaffelt zum Einsatz. Bei dieser laut Ankündigung größten staatlichen Rettungsaktion für die Wirtschaft, die es seit 1945 gegeben hat, werden 75 Prozent der Fixkosten ausbezahlt, allerdings erst ab einem Umsatzeinbruch von 80 Prozent. Der überwiegende Teil der Betriebe hat aber einen Umsatzeinbruch zwischen 40 und 60 Prozent. In ihrem Fall deckt der Zuschuss nur 25 Prozent der Fixkosten ab, und das auch nur für drei aufeinanderfolgende Monate. Eine substantielle Unterstützung und eine Stärkung der Ertragskraft der Unternehmen sehen anders aus. Der Fixkostenzuschuss bringt Banken, Energieversorgern, Telekommunikationsunternehmen und Versicherungen mehr als den Gastronomiebetrieben.“
„Die derzeitigen Hilfsmaßnahmen sind weit entfernt von der Lebensrealität und den Anliegen der meisten Gastronomieunternehmen. Wenn die Regierung diese Lebensrealität nicht kennt, dann ist es Aufgabe der Branchenexperten, die die Regierung beraten, der Regierung diese betrieblichen Bedürfnisse zu erklären.“ Völlig unverständlich ist für Manfred Rieger die Haltung vom Fachverbandsobmann der Wirtschaftskammer Österreich, Mario Pulker, der einseitig die Hilfsmaßnahmen der Regierung lobt. „Ändert sich nichts, wird das Wirtepaket der Regierung keine 500 Millionen Euro an verringerten Steuereinnahmen in den nächsten Jahren mehr kosten! Denn viele Wirte werden den Pauschalierungsvorteil und andere angekündigte Dinge nicht mehr in Anspruch nehmen können, weil es dann ihre Unternehmen nicht mehr geben wird. Die aktuelle Situation für die Gastronomie ist extrem schwierig, verstörend und zehrt an den Kräften einer Branche, die so viel für das Land und ihre Menschen tut“, erklärt Rieger abschließend.
 

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