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Studie: Internationale Großunternehmen Innovationstreiber bei Klimaschutz

03.10.2022, 4220 Zeichen
Wien (OTS) - Welche Rolle spielen die Investitionen ausländischer Unternehmen für Innovation, Produktivität und Beschäftigung in Österreich? Eine sehr erhebliche, insbesondere beim Transfer moderner Technologien im Umweltbereich, die für die grüne Transformation der Wirtschaft entscheidend sind – das zeigt eine neue Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw). Die beiden Ökonomen Mahdi Ghodsi und Branimir Jovanovic haben sich auf Basis von Unternehmensdaten für die Jahre 2008 bis 2018 angesehen, welche positiven Spillover-Effekte Direktinvestitionen ausländischer Unternehmen auf die heimische Volkswirtschaft haben und mit welchen Maßnahmen sie die Politik fördern könnte.
Fazit: „Am stärksten wird durch ausländische Direktinvestitionen die Innovation bei modernen Umwelttechnologien vorangetrieben, zum Beispiel in den Bereichen Energieerzeugung, Verkehr, Gebäudetechnik, Wasser- und Umweltmanagement oder beim Abbau und der Speicherung von CO2“, erklärt Mahdi Ghodsi, Co-Autor der Studie. Ausländische Direktinvestitionen helfen österreichischen Unternehmen also dabei, innovative Produkte und Dienstleistungen im Kampf gegen den Klimawandel zu entwickeln. Das stärkt auch ihre Produktivität und schafft Arbeitsplätze.
Zwtl.: Multinationale Technologieunternehmen führend
Die Schlüsselrolle kommt dabei großen, multinationalen Hightech-Unternehmen zu, die mit ihren Niederlassungen in Österreich Innovation, Produktivität und Beschäftigung forcieren. „Gerade sie verfügen durch ihre Größe und intensive Einbindung in die globalen Wertschöpfungsketten zumeist über das fortschrittlichste technologische Know-how, die größten finanziellen Ressourcen, die am besten ausgebildeten MitarbeiterInnen und das erfahrenste Management“, sagt Co-Studienautor Branimir Jovanovic. Als eigentliche Technologieträger fungieren die Fachkräfte in regionalen Industrieclustern, beispielsweise dem steirischen Automobilsektor, die ihr Wissen von den Österreich-Töchtern großer ausländischer Unternehmen über die Jahre zu österreichischen Firmen transferieren.
Wie die Studie zeigt, investieren große multinationale Konzerne auch deshalb verstärkt in Österreich, weil Zölle und nichttarifäre Handelshemmnisse in den vergangen 25 Jahren massiv gesunken sind. Der Abbau von Handelsschranken hat sich sehr positiv auf die Investitionstätigkeit ausgewirkt. Insgesamt besaßen ausländische Unternehmen 2017/2018 etwas weniger als die Hälfte des Gesamtvermögens aller Unternehmen in Österreich. Gegenüber den Jahren 2010 und 2011 hat sich ihr Anteil damit mehr als verdoppelt.
Direktinvestitionen werden vor allem in Branchen getätigt, die eine hohe Kapitalintensität, vergleichsweise hohe Löhne und eine starke regionale Konzentration aufweisen. Investiert wird vor allem in den wirtschaftlich starken Bundesländern, in denen es auch ausreichend Arbeitskräfte mit guter Sekundar- oder Postsekundarausbildung (Facharbeiter, HTL-Absolventen) gibt. Nicht von ungefähr befinden sich 60 Prozent (619 Milliarden US-Dollar) der Vermögenswerte ausländischer Firmen in Wien. Es folgt Oberösterreich mit einem Bestand von 156 Milliarden US-Dollar. In Wien, Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark besitzen ausländische Firmen rund die Hälfte aller Produktionsmittel.
Zwtl.: Gute Rahmenbedingungen für Investoren, Förderung von Umwelttechnologien
Gerade weil Österreichs Unternehmen bei fortschrittlichen Umwelttechnologien am meisten von ausländischen Direktinvestitionen profitieren, sollten diese Technologien auch stärker von der öffentlichen Hand gefördert werden, empfehlen die Studienautoren. „Höhere Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie vermehrte Anstrengungen im Bildungsbereich, um mehr Fachkräfte insbesondere in den MINT-Fächern auszubilden, wären notwendig“, betont Mahdi Ghodsi. Am wichtigsten seien insgesamt attraktive Rahmenbedingungen für große Hightech-Unternehmen aus dem Ausland, um möglichst viel Know-how bei grünen Zukunftstechnologien nach Österreich zu bringen.
[Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung] (https://wiiw.ac.at/p-6335.html). Sie wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft (BMAW), vormals Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW), beauftragt und finanziert.

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